Weihnachten 1951 - Ein Gedicht von Friedel Sauerborn
„O selige Weihnachten“
Wie schön war es vor 70 Jahren ,
als wir noch süße Kinder waren.
An Weihnachten im Winterwald,
da war’s dem Christkind bitterkalt,
Und Niklaus kam mit seinem Schlitten,
auf Rentieren daher geritten.
Wir konnten an den Fensterscheiben,
an Eisblumen die Nasen reiben.
Oft klingelte es in den Straßen,
wenn abends wir beim Essen saßen.
Im Zimmer war´s mucksmäuschenstill
weil jedes Kind doch hören will:
„Was klingelt da vor unserm Haus,
ist es vielleicht der Nikolaus?“
Und die Familie stimmte an:
„Niklaus ist ein guter Mann!“
Die Weihnachtsnacht kam bald heran
und jedes Kind schon bald begann,
den Weihnachtswunsch mit Gottes Segen
dem Christkind vor die Tür zu legen.
Und in der selig heil´gen Nacht,
wurd´ an den Esel auch gedacht,
Ihm stellte man viel Heu bereit,
damit er auch bei Kräften bleibt.
Und morgens wischt man sich die Augen,
man konnte es noch gar nicht glauben.
Heu und Wasser - nicht mehr da.
„Das Christkind doch ein Wunder war?“
Und voll Erwartung glühten Wangen,
wir schwebten zwischen Hoffen, Bangen.
„Was mag das Christkind uns wohl bringen,
lasst uns noch schnell ein Lied ihm singen!
Waren wir auch immer lieb?
oder oft ein Tagedieb,
der auf die Eltern nicht gehört,
und die Oma hat gestört?
Dann wurden wir trotz aller Sorgen,
doch noch beschenkt am Weihnachtsmorgen.
Die Augen glänzten wunderbar,
wenn dann die ganze Kinderschar,
zur Krippe ging das Kind zu sehn:
„Mein Gott was war die Zeit so schön!“
- Friedel Sauerbon -
