Eirene feierte den Internationalen Friedenstag im Marktkirchen-Gemeindehaus
OB Jan Einig verlieh den Konfliktvermittlern/innen Zertifikate
Neuwied. Zum Internationalen Friedenstag hält Eirene fast in jedem Jahr eine Überraschung bereit. Vergangenen Freitag stellte der Internationale Friedensdienst die frisch geschulten Konfliktvermittler/innen vor. Die 10-wöchige Fortbildung ist ein Bestandteil des Projektes „Starke Nachbar/innen“. Die Teilnehmer haben gelernt, wie sich Konflikte friedlich lösen lassen. Außerdem haben sie sich Kompetenzen erworben, um zukünftig als Konfliktvermittler/innen das friedliche Zusammenleben und gegenseitige Verständnis zwischen den Kulturen zu fördern. Oberbürgermeister Jan Einig ließ es sich nicht nehmen, den Damen und Herren neun unterschiedlicher Nationalitäten die Zertifikate zu überreichen. Immerhin sollen die Konfliktvermittler zukünftig zum friedlichen Zusammenleben in der Stadt Neuwied beitragen. Seit der Stadtgründung durch Graf Friedrich zu Wied 1653 spielt das gute Miteinander unterschiedlicher Religionen und Nationalitäten in Neuwied eine zentrale Rolle. Bei Eirene bedankte sich der Stadtchef, dass die Organisation nun auch vor Ort Friedensarbeit leistet. Die eigentliche Aufgabe des Friedensdienstes liegt darin, durch die Entsendung von Freiwilligen zur Befriedung in allen Teilen der Welt beizutragen. „Reibungen, Spannungen und Konflikte gibt es aber auch bei uns“, sagte Dr. Charlotte Eisenberg. Die Vorsitzende von Eirene möchte das friedliche Zusammenleben in Deutschland fördern. Die jüngsten Entwicklungen seien Anlass genug. Dr. Charlotte Eisenberg zeigte sich überzeugt davon, dass die Konfliktvermittler/innen zu einer gewaltfreien Konfliktbearbeitung beitragen. Zunächst sollen sie das in ihrem direkten Umfeld tun. Der große Vorteil liegt in der Sprachkompetenz, durch den die geschulten Leute leichteren Zugang zu ihresgleichen finden. Außerdem haben die Menschen vielfach die gleichen Erfahrungen gemacht. Die meisten der Konfliktvermittler/innen haben Flucht- und Migrationserfahrung. Viele von ihnen sind wegen Krieg, Gewalt oder Terror aus ihrer Heimat geflohen. Eine von ihnen ist Edina Gerzic aus Bosnien-Herzegowina. Sie zeigte sich begeistert von der Ausbildung und ließ wissen, dass reden der erste Schritt der Konfliktbewältigung ist. „Seid dankbar, dass ihr in Frieden lebt“, unterstrich Edina Gerzic. Gemeinsam mit ihren Mitschülern war sie in der Interkulturellen Moderation und Mediation unterrichtet worden. Integration, Rassismus und Diskriminierung hatten ebenso auf dem Lehrplan gestanden, wie das aktive Einschreiten in Konflikte. Im Anschluss an die kleine Feierstunde nutzten die Kursteilnehmer und die Besucher die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Das Gemeindehaus der Marktkirchengemeinde war dazu der perfekte Ort. Zum internationalen Friedenstag lädt Eirene seine Gäste stets zum großen internationalen Buffet ein. Dann kochen und backen die Freiwilligen und ehrenamtlich Aktiven Spezialitäten aus ihrer Heimat. Als sich alle gestärkt hatten, stand noch ein besonderer Höhepunkt im Programm. Die Theatergruppe „inszene“ führte ein interaktives Theaterstück auf. In „Augenhöhe“ wurde die ambivalente Beziehung zwischen den ehrenamtlichen Helfern/innen und den Geflüchteten thematisiert.
21. September ist Internationaler Friedenstag
Schon traditionell feiert Eirene den internationalen Friedenstag. Die UN-Generalversammlung hatte den Tag 1981 ins Leben gerufen. Allerdings lassen sich Bemühungen für einen solchen Anti-Kriegs-Tag bis ins Jahr 1845 zurückverfolgen. „Dieser Tag soll offiziell benannt und gefeiert werden als Weltfriedenstag (International Day of Peace) und soll genützt werden, um die Idee des Friedens sowohl innerhalb der Länder und Völker als auch zwischen ihnen, zu beobachten und zu stärken“, erklärte die UN in ihrer Resolution. Der Weltfriedenstag soll ein Tag der weltweiten Gewaltlosigkeit und des Waffenstillstands sein. Seit 1981 findet der Tag immer mehr Beachtung und Anhänger. Seit 2004 ruft der ökumenische Rat der Kirchen dazu auf, den 21. September zu einem internationalen Tag des Gebets für den Frieden zu machen. FF
Das internationale Buffet ist stets der kulinarische Höhepunkt des Friedensfests.
Bis auf den letzten Platz besetzt war das Gemeindehaus der Marktkirchengemeinde.
