Allgemeine Berichte | 07.07.2017

Der Eifelverein Remagen auf Wanderschaft an der Lahn

Pavillon des Clubs Gemütlichkeit

Der Eifelverein Remagen legte eine Pause im Pavillon des Clubs der Gemütlichkeit ein. privat

Remagen/Cramberg. Schwindelfrei sollte der Wanderer schon sein, wenn er den kurzen Klettersteig zwischen Obernhof und Balduinstein bei einer Lahnwanderung wählt. Doch der Weg ist mit Seilen und Halterungen so gut gesichert, dass er darüber hinaus keine Beherrschung von alpinen Kletterkünsten verlangt. Steil, sehr steil geht es gleich zu Beginn dieser Etappe los. Oben wartet als Belohnung der „Goethepunkt“, denn selbst Geheimrath von Goethe soll hier hochgestiegen sein und den großartigen Blick ins Lahntal gepriesen haben. Auf der 19 Kilometer langen Wanderstrecke überraschte noch so manch anderer Aussichtspunkt die Remagener Eifelfreunde. Meist führte der Weg durch prächtigen Mischwald, oft farblich bereichert mit violettem Fingerhut. Bei Laurenburg waren die Spuren des jahrhundertelangen intensiven Bergbaus und dessen Abraumhalden noch gut wahrnehmbar. Blei und vor allem Zink wurde dort bis zur Stilllegung 1952 gewonnen und der Schacht zählte mit 1007 Metern zu den tiefsten in Deutschland.

Auf dem Gabelstein wartete ein großer hölzerner Pavillon auf die Wanderer. Er wurde 1932 vom Cramberger Club Gemütlichkeit errichtet und bietet einen wunderschönen Blick auf die tief unten fließende Lahn und die sie säumenden, hoch aufragenden Felsen. Schloss Schaumburg tauchte auf und bald danach der ebenfalls von einer Burgruine geprägte Zielort Balduinstein. Burg und Stadt verdanken die Entstehung dem tüchtigen Trierer Erzbischof und Kurfürsten Balduin von Luxemburg. Dieser wollte mit der Trutzburg die Erzfeinde, die Herren von Westerburg, auf der Schaumburg in Schach halten. Beide Burgen wurden im Lauf der Geschichte zerstört. Aber während die Schaumburg 1850 bis 1855 nach dem Ideal der Rheinromantik wieder erstand, blieb Burg Balduinstein eine Ruine. Doch einen Triumph hat Balduinstein schließlich doch davongetragen. Als die Gemeinde Schaumburg 1991 nur noch zwei Einwohner zählte, wurde sie kurzerhand der Gemeinde Balduinstein einverleibt und alle Schaumburger Selbstständigkeit hatte ein Ende.

Der Eifelverein Remagen legte eine Pause im Pavillon des Clubs der Gemütlichkeit ein. Foto: privat

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