Kath. Pfarreiengemeinschaft Bendorf
Pfarreiengemeinschaft feierte Gottesdienst für den verstorbenen Papst em.
Bendorf. Nachdem Papst em. Benedikt XVI. am Silvester Tag verstorben war, läuteten sogleich in alle Kirchen die Glocken. Dieses Geläut fand dann täglich statt, bis zum Tag seiner Bestattung in Rom. Der Wunsch des Bischofs, daß in allen Pfarreiengemeinschaften des Bistums ein Requiem für den Verstorbenen gefeiert werden sollte, kam die Pfarreiengemeinschaft Bendorf nach und lud dazu in die Pfarrkirche St. Medard ein. Ganz besonders waren die Räte und Gremien der Pfarreiengemeinschaft dazu eingeladen. Pastor Frank Klupsch zelebrierte das Requiem für den verstorbenen Papst. In seiner Predigt stellte der Pastor fest: „Von unserem verstorbenen Papst Benedikt XVI. lässt sich viel sagen und es wird ja über ihn schon unfassbar viel geurteilt, kommentiert, resümiert. Aber in einem sind sich alle Kommentatoren einig, ob sie Benedikt nun gut fanden oder nicht: Dass er ein überaus gescheiter, hochgebildeter, brillanter intellektueller Kopf war. Einer, der einem den Glauben, die Kirche, die Welt, die Gesellschaft, die Geschichte, so erklären konnte, dass man neue Einblicke bekommen hat; dass man neu und tiefer verstanden hat, Zusammenhänge sehen konnte, die einem davor nie aufgefallen waren. Benedikt war er unglaublich reich und bereichernd für alle, die sich auf die Begegnung mit ihm und seinem Denken eingelassen haben. Es gab nach seiner Wahl daher auch den Spruch: Man fuhr nach Rom um Papst Johannes Paul II. zu sehen, aber man fährt nach Rom um Papst Benedikt zu hören!“ Neben den biographischen Lebensdaten und Stationen von Josef Ratzinger, wie der Papst mit bürgerlichem Taufname hieß, musste er gerade in seinem Pontifikat, Benedikt wurde am 19. April 2005 zum Papst gewählt und trat am 28. Februar 2013 aus gesundheitlichen Gründen zurück, auch viele „Prüfungen“ ertragen. Die zunehmende Ablehnung des großen Theologen besonders in Deutschland, seine mangelhafte Information im Umgang mit den Pius-Brüdern, denen er eine Tür zurück in die Gemeinschaft der Kirche ermöglichen wollte. Es gab den Diebstahl wichtiger interner Dokumente durch einen Hausangestellten und deren Veröffentlichung.
Pfarrer Klupsch ging in seiner Predigt aber auch auf den Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ein, der zu einer Art Tsunami für die Kirche wurde. „Die bittere Erkenntnis war und ist: Allzu lang hat die Kirche die Institution selbst geschützt und hatte keinen Blick auf die Betroffenen. Papst Benedikt selbst war in seiner Zeit als Münchner Erzbischof von 1977 bis 1982 in höchster Verantwortung. Es war eine Zeit, in der das ganze System Kirche und auch er als Verantwortlicher noch weitgehend blind waren für die dramatischen Folgen, die Missbrauch für einen Menschen haben kann – und viel zu oft auch hat. Es war natürlich auch eine Zeit, in der im Grunde wohl kaum ein Verantwortlicher wirklich erfasst hat und womöglich auch nicht erfassen konnte, was da vor sich ging, vor allem bei Betroffenen.“ Der emeritierte Papst habe dies, so der Pastor, im Nachhinein auch eingestanden und zutiefst bedauert. Aber wahr ist auch, dass er als Präfekt der Glaubenskongregation als einer der ersten die dramatische und die weltweite Dimension des Themas erkannt und entscheidende Schritte der Veränderung angegangen ist. Hunderte Priester wurden weltweit unter seiner Verantwortung aus dem Klerikerstand entlassen. Als erster Papst hat er dann auch Opfer von sexuellem Missbrauch getroffen und sich um sie gekümmert.
Mit seinem Rücktritt habe Papst Benedikt einmal mehr deutlich gemacht, dass es ihm nicht um sich, sondern wirklich um die Kirche ging und um ihren Auftrag in der Welt. Mit diesem persönlichen Schritt der Trennung von Amt und Person hat er einen für das Papsttum echten Schritt ins Heute getan, so Pfarrer Klupsch.
Am Ende des Requiems forderte der Pastor die Gläubigen auf, sich zuhause etwas Gutes zu tun, denn schließlich sein ein Requiem die Feier von Tod und Auferstehung Jesu. So solle man das Leben auch bewusst genießen im Glauben an die Auferstehung.
Pressemitteilung der
Kath. Pfarreiengemeinschaft
Bendorf