Zehnthaus e.V. Swisttal - Odendorf
Pilgerland Eifel – Wege und Wallfahrtsorte
Der Odendorf-Essiger Verein nahm sein Kulturprogramm wieder auf
Swisttal-Odendorf.Der Odendorf-Essiger Verein Zehnthaus e.V. nahm nach der mehrmonatigen coronabedingten Zwangspause sein Kulturprogramm wieder auf. Dr. Walter Töpner referierte über Pilgerwege und Wallfahrtsorte in der Eifel. Eine Reihe von Pilgerführern über den Jakobsweg, das Rheinland und die Eifel zeugen davon, dass der Referent ausgewiesener Kenner der Materie ist.
Gleich zu Beginn seiner Ausführungen hob Töpner die besondere Bedeutung der Eifelklöster Maria Laach, Bad Münstereifel, Prüm, Steinfeld, Himmerod, Mariawald und Echternach hervor. Diese Klöster, die teils bereits im 8. Jahrhundert gegründet und mit kostbaren und „heilkräftigen“ Reliquien“ ausgestattet wurden, sind entweder selbst berühmte Wallfahrtsziele oder liegen - gewissermaßen als spirituelle Stützpunkte - auf der Route von wichtigen Fernpilgerwegen wie beispielsweise dem Jakobsweg.
Von den Fernwallfahrten ging Töpner besonders auf die Heiligtumsfahrten nach Aachen und Kornelimünster sowie auf die nach Trier wallfahrenden Mathias- und Heilig-Rock-Pilger ein. Ebenso wandte er sich dem Jakobsweg zu, von dem zwei Routen, jeweils beginnend in Köln und in Andernach, durch die Eifel nach Trier führen.
Auch viele lokale Eifler Wallfahrtsziele sprach Töpner an. Zu diesen gehört die St. Jost-Kapelle im Nitzbachtal. Der heilige Jodokus, im deutschen Sprachraum meist St. Jost genannt, war nach der Überlieferung im frühen 7. Jahrhundert ein bretonischer Königssohn, der die Krone ausgeschlagen hatte, um ein Leben als Einsiedler zu führen. Seit dem 9. Jahrhundert ist seine Verehrung auch in Deutschland und insbesondere auch in der Eifel weit verbreitet. Im ländlichen Raum wurde er von den Bauern bei Gewitter und Hagelschlag, Viehseuchen und zum Schutz der Ernten und Vorräte angerufen. An vier Wallfahrtssonntagen im Herbst werden die Reliquien des Heiligen, die sich heute im „Eifeldom“ in Langenfeld befinden, in feierlicher Prozession zur St. Jost-Kapelle getragen.
Auch an den persönlichen Empfindungen, die Töpner mit den Wallfahrtsorten verbindet, ließ er das Publikum teilhaben. Entscheidend ist für ihn die „Kraft des Ortes“, an dem er sich in einer Reihe mit vielen Menschen sehen und fühlen kann, die dort als Pilger vor ihm waren und die ihm nachfolgen werden.
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