Allgemeine Berichte | 05.04.2023

Arbeitskreis Heimat + Tourismus Engers

Plakette für Schwester Edelgard

Der Engerser Ehrenbürgerin soll gedacht werden. Foto: privat

Engers. Man nannte sie den fliegenden Engel von Engers. Gemeint war, Schwester Edelgard Schneider, eine Ordensschwester der Waldbreitbacher Franziskanerinnen, die als Gemeindeschwester, in einer Zeit, als es noch keine Sozialstationen gab. In Engers war sie bei Geburten dabei, hat Kranke gepflegt, Alte betreut und Sterbenden beigestanden.

Zuerst mit dem Fahrrad, dann aber, mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters, August Schumann, war sie mit einem Moped unterwegs. Eine Ordensschwester mit einem Moped! An diesen Anblick musste man sich erst einmal gewöhnen, wenn sie mit fliegendem Schleier durch die Straßen fuhr.

Schwester Edelgard, mit bürgerlichem Namen Margarete Schneider, wurde am .9. Januar 1903 in Allenz (Kreis Mayen) geboren. Durch Besuche bei einer Tante, die ebenfalls Ordensfrau bei den Waldbreitbacher Franziskanerinnen war, lernte sie schon als Kind das Ordensleben kennen und trat mit 23 Jahren in den Orden ein. Nach zweijährigem Noviziat und einer Ausbildung als Krankenschwester, kam sie im Jahre 1938 in das Krankenhaus ‚St. Augustin‘ in Engers, von der Bevölkerung liebevoll ‚Klösterchen‘ genannt.

Damals gab es für Alte und Kranke und sozial schwache Personen keine ambulanten Hilfezentren und Pflegedienste. Die Ambulanzschwester kam bei ihren Pflegegängen in alle Haushalte und war eine beste Kennerin der örtlichen Sozialstruktur und damit auch der sozialen Probleme.

In dem Buch ‚Von Frau zu Frau‘, Teil 2, erschienen bei Kehrein, Neuwied, berichtet Angela von Rennenberg über Schwester Edelgard: Zu einer Zeit, als ‚Essen auf Rädern‘ noch eine Utopie war, unterstützte Schwester Edelgard viele Familien mit Lebensmitteln. „Ich habe auf meinen Touren immer viel Gemüse und Obst mitgenommen, wir hatten ja am Klösterchen viele Obstbäume und ein großes Gartengelände. Es kamen jeden Tag Leute an unsere Pforte wegen Essen, viele Flüchtlinge, später Obdachlose.

Im Jahre 1957, Engers feierte mit einem großen Programm seine 600-Jahr-Feier und die Wiederverleihung der Stadtrechte, beschloss der Engerser Stadtrat Schwester Edelgard, zusammen mit Sanitätsrat Dr. Engelbert Lüssem, die Ehrenbürgerschaft der Stadt Engers zu verleihen.

1971 verlieh ihr der Bundespräsident, für Ihre aufopfernde Tätigkeit das Bundesverdienstkreuz.

Seit 1977, als das Krankenhaus ‚St. Augustin‘ geschlossen und später abgerissen wurde, lebte sie im Konvent der Waldbreitbacher Schwestern im Neuwieder Elisabethkrankenhaus, aber nicht vergessen von der Engerser Bevölkerung, die sie dort immer wieder besuchte.

Am 27. Oktober 2002, im gesegneten Alter von 99 Jahren verstarb Schwester Edelgard, nach einem außergewöhnlichen engagierten Leben für Alte, Kranke und Schwache.

In diesem Jahr begeht Engers die erste urkundliche Erwähnung vor 1250 Jahren. Dies wird zum Anlass genommen, auf Anregung der Brüder Hermann und Peter Thelen der Ehrenbürgerin von Engers mit einer Bronzeplakette zu gedenken. Diese Anregung haben die Gebrüder Thelen dem Arbeitskreis Heimat + Tourismus vorgetragen und dieser hat spontan seine Unterstützung zugesagt.

Die Plakette, mit dem Bild von Schwester Edelgard, soll in der Nähe ihrer ehemaligen Wohnstätte im St. Augustin-Krankenhaus, angebracht werden. Zur Finanzierung hat der Engerser Ortsbeirat, auf Antrag des Vereins ‚Kultur + Tourismus‘ eine Beihilfe von 300 Euro beschlossen, doch damit sind die Kosten für die Plakette noch nicht gedeckt.

Wer mit einer Spende einen Beitrag zur Erinnerung an Sr. Edelgard leisten will, kann dies tun bei den beiden Engerser Banken: Sparkasse DE38 574 501 20 0030 5017 46 oder VR-Bank DE78 574 601 17 0000 280 479. Spendenquittungen werden ausgestellt.

Der Engerser Ehrenbürgerin soll gedacht werden. Foto: privat

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