Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell e.V.
Plattschwätzer in Kaimt
Kreis Cochem-Zell. Die Mundart-Initiative im Kreis Cochem-Zell e.V. hatte zu einem Besuch der Gemeinde Kaimt eingeladen. Als sehr sachkundiger Referent begrüßte Karl Heinz Beuren die Gäste bei herrlichem Sommerwetter. Kaimt ist einer der ältesten Siedlungsplätze der Region und wurde 634 erstmalig von König Dagobert I. im Grimo-Testament beurkundet. Die heutige Pfarrkirche und damalige Pfalzkapelle von 660, die im Zusammenhang mit dem Bau eines Pfalzhofes erwähnt wurde, bezeugen dies sowie die Erwähnung im Jahre 732 im Testament der Tochter Adela des fränkischen Königs Dagobert II. Der Name Kaimt (Caimitas) weist hin auf keltischen Ursprung und lag zunächst im Bereich Pländer oberhalb des heutigen Schwimmbades. Zur Gemarkung Kaimt gehört die Marienburg. Sie war Mittelpunkt einer sehr großen Pfarrei. Schon 1143 wird jedoch im Ort eine Kirche erwähnt. Daraus entstand die dem heiligen Jakobus d. Ä. geweihte Pfarrkirche, da Kaimt wieder eine eigenständige Großpfarrei und Mittelpunkt des Pfarrsprengels wurde. Eine 1336 genannte Kapelle zu Ehren des hl. Clemens im Oberdorf wurde 1358 durch Wirich von Senheim geweiht.
Romantisch war der Gang durch „Alt-Kaimt“ mit verwinkelten, engen Gassen, manche zu eng für den heutigen Autoverkehr. Interessant war die Information, dass ein Teil der Kaimter Gemarkung auf der rechten Moselseite südlich des Altlayer Baches liegt.
Ein Besuch der Pfarrkirche „St. Jakobus d.Ä.“ beeindruckt durch die Größe des Kirchenraumes und die wertvolle Ausstattung, die aus der ehemaligen Kirche übernommen wurde. Diese um 1781 erbaute Kirche war für den wachsenden Ort zu klein geworden. Sie wurde 1968 abgerissen, nur der romanische Turm von 1350, die Glocke von 1448 und das Kircheneingangsportal von 1781 wurden erhalten. Der Neubau des riesigen, aber heimeligen Kirchenschiffs wurde 1970 geweiht.
