Aus ehemaligem Netto-Markt in Rheinbach wird „Kleiderkammer für Flüchtlinge“
Platz für umfangreiche Spenden aus der Bevölkerung geschaffen
Rheinbach. „Es war ein langer Weg, doch jetzt sind wir dank der wirklich hervorragenden Zusammenarbeit der ehrenamtlichen Helfer und der Stadt Rheinbach am Ziel“, freute sich Susanne Heilmann. Sie leitet das neu eröffnete Kleiderlager des Flüchtlingshelferkreises Rheinbach im ehemaligen Netto-Markt in der Bachstraße 7, das von einem vielköpfigen Organisationsteam betreut wird. In diesem „kleinen Flüchtlingskaufhaus“, so Bürgermeister Stefan Raetz, haben Flüchtlinge ab sofort die Möglichkeit, montags von 11 bis 13 Uhr und mittwochs von 15 bis 17 Uhr ihren Bedarf zu decken. Außerdem können spendenwillige Mitbürger an jedem ersten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr ihre Spenden abgeben. Die Zahl der neuankommenden Flüchtlinge in Rheinbach werde wohl auch in Zukunft weiter ansteigen, vermutet Heilmann. Deshalb habe sich der Flüchtlingshelferkreis intensiv darum bemüht, einen zentralen Raum zu finden, um die umfangreichen Sachspenden der Rheinbacher Bevölkerung, die zunächst in privaten Räumen gesammelt wurden, zu lagern. Das sei nun gelungen, denn die Stadt Rheinbach habe den vorderen Teil des ehemaligen Netto-Ladens angemietet und überlasse die gut 100 Quadratmeter große Fläche mit zwei Nebenräumen, die auch als Umkleidekabine dienen, kostenlos dem Flüchtlingshelferkreis. Die erforderliche Einrichtung sei von Rheinbacher Firmen gespendet und von Flüchtlingen ehrenamtlich zu einer ansprechenden Ausgabestelle aufgebaut worden. Zusätzliche Kleiderspenden einiger Rheinbach Modegeschäfte ergänzen mittlerweile die Bestände. Künftig sollen Flüchtlinge ehrenamtlich in die Arbeit in der Lagerhalle integriert werden.
Erstausstattung kostenlos
„Die notwendigen Erstausstattungen werden kostenlos an neu ankommende Flüchtlinge abgegeben“, so Heilmann. Gibt es später dann noch Bedarf für das eine oder andere Kleidungsstück, ein Spielzeug oder einen Kinderwagen, müssen auch die Flüchtlinge geringe Preise für ihre Errungenschaften zahlen, die von 50 Cent bis drei Euro gehen. Das sei auch nötig, weil damit der Wert der gespendeten Waren verdeutlicht werden könne.
Auch Bürgermeister Stefan Raetz freute sich bei der Eröffnung sichtlich: „Das ist der nächste Meilenstein bei der Flüchtlingshilfe durch Ehrenamtliche in Rheinbach.“ Jetzt gebe es auch für die Flüchtlinge eine eigene Kleiderstube, und die bislang mitgenutzten Kleiderstuben des Georgsrings und der evangelischen Kirchengemeinde könnten sich künftig wieder auf ihre normale Klientel konzentrieren.
Dringend benötigte Spenden:
Derzeit wird Folgendes vorrangig benötigt: gewaschene und gebrauchsfertige Oberbekleidung für Erwachsene in den Größen S und M; gewaschene und gebrauchsfertige Kinderkleidung ab Größe 128; gebrauchsfähige Haushaltsgegenstände wie Töpfe, Besteck, Pfannen; Elektrokleingeräte wie Wasserkocher, Bügeleisen, Handmixer; Werkzeuge aller Art und Koffer.
