Allgemeine Berichte | 30.08.2017, 12:23 Uhr

Heilpädagogisches Reiterwochenende für schwerst-mehrfach behinderte Kinder

„Pony to go“ war ein voller Erfolg

Dank der großzügigen Spende einer Privatperson aus Sinzig konnte ein heilpädagogisches Reiterwochenende für sechs schwerst-mehrfach behinderte Kinder der Kinderheime „Dr. Dawo“ und „Alte Eiche“, stattfinden und zu einem Ferienerlebnis der ganz besonderen Art für Kinder und Betreuer werden.privat
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Region. Vollkommen entspannt lässt sich Robert von Therapiepony „Verci“ über einen Feldweg inmitten weiter Wiesen und gelber Stoppelfelder nahe dem ländlich gelegenen Birresdorf tragen. Immer wieder lacht und gluckst er zwischendurch laut auf , berührt mit seinen Händen das weiche Fell des Ponys und kann sich ganz den rhythmischen Bewegungen des Pferdes hingeben. Doch Robert sitzt nicht im Sattel, er liegt auf einer Voltigierdecke und wird beidseitig von seiner Betreuerin und der staatl. anerk. Heilpädagogin Ulrike Sänger, Initiatorin des „Pony to go“ Reiterwochenendes, gehalten. Robert ist stark eingeschränkt. Er kann nicht sehen, nicht sprechen, nicht laufen. Er sieht nur schemenhaft, hat Spastiken und muss durch eine Sonde ernährt werden. Er, sowie fünf weitere schwerst-mehrfach behinderte Kinder aus den Kinderheimen „Dr. Dawo“ in Rheinbach und „Alte Eiche“ in Meckenheim haben gemeinsam mit ihren Betreuern die Chance bekommen an diesem, durch eine Spende finanzierten, heilpädagogischen Reiterwochenende teilzunehmen.

„Erholung. Spaß, Entspannung und natürlich der Kontakt zu den Pferden soll Inhalt dieses Wochenendes sein. Und auch die Betreuer selbst sollen die Möglichkeit bekommen aus ihrem Alltag auszusteigen und sich und ihre Schützlinge noch einmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen lernen dürfen“, berichtet Ulrike Sänger, deren Handschrift an der „Pony to go“ Zentrale, einer liebevoll umgestalteten Weide hinter dem Bentger Hof, nicht zu übersehen ist. In der für sie typischen Farbe pink wurde hier in den letzten Tagen eine wahre Wohlfühloase geschaffen. Neben einer Massagelounge, einem pinken Bällebad und einer auf großen Strohballen hergerichteten

Ruhezone, runden kleine Details wie ein Regenstab, und Klangschalen das Konzept ab. Ein Konzept bestehend aus dem Wechsel von heilpädagogischer, tiergestützter Förderung und Phasen der ganzheitlichen Entspannung.

Neben den Betreuern der Kinder sorgt das ehrenamtliche „Pony to go“ Team, bestehend aus einer

Intensiv - Krankenschwester, einer Physiotherapeutin und weiteren engagierten, pferdeaffinen Helfern für einen reibungslosen Ablauf des Wochenendes. Sie betreuen die Kinder beispielsweise, wenn auch ihre Betreuer einmal „hoch hinaus“ dürfen. Diese jedoch nicht auf Therapiepony „Verci“, sondern auf der ebenfalls von Ulrike Sänger ausgebildeten Friesenstute „Jente“. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal mache!“, berichtet die 58-jährige Sigrid, Betreuerin von Dawood, stolz. „Noch nie habe ich auf einem Pferd gesessen und heute habe ich mich sogar getraut auf Jentes Rücken die Augen zu schließen!“

Voller Enthusiasmus kehrt sie kurze Zeit später zur „Pony to go“ Zentrale zurück. Dort erhält Dawood gerade eine Muskeln lockernde Massage, bei welcher er nach wenigen Minuten entspannt einschläft. Und auch Robert, der letzte kleine Reiter dieses Wochenendes, ist von seinem Ausritt zurück gekehrt. Nach einem zünftigen Mittagessen vom Grill kann der Nachmittag nun mit Gitarre, Gesang und strahlendem Sonnenschein gemütlich ausklingen. Insgesamt ein gelungenes Pilotprojekt und ein einmaliges Erlebnis für Kinder, Betreuer und

Hoffnung auf Wiederholung

Ehrenamtler, welches hoffentlich im nächsten Jahr wiederholt werden kann. Bis dahin wird Therapiepony „Verci“ die Kinder im Rahmen des seit Januar 2017 durchgeführten „Pony to go“ - Angebotes einmal pro Monat für zwei Stunden in Ihren jeweiligen Einrichtungen besuchen und ihnen ein Stückchen helfen vorwärts zu gehen, getreu dem Motto: „Auf dem Rücken eines Ponys hat jedes Kind vier gesunde Beine“. Doch für heute haben sich beide Pferde ihren Feierabend und eine extra Portion Möhren redlich verdient. Vielleicht sogar spürend, welch eine wertvolle Entwicklung, Lebensfreude und

Dank der großzügigen Spende einer Privatperson aus Sinzig konnte ein heilpädagogisches Reiterwochenende für sechs schwerst-mehrfach behinderte Kinder der Kinderheime „Dr. Dawo“ und „Alte Eiche“, stattfinden und zu einem Ferienerlebnis der ganz besonderen Art für Kinder und Betreuer werden.Foto: privat

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