Schöner Erfolg der Recherche in einer Familiengeschichte aus dem Brohltal
Post nach 105 Jahren zugestellt
Tonia Schleich in Rotterdam hat jetzt ein Foto ihres Vaters
Miesenheim / Amsterdam.Karl - Heinz Scheuren aus Miesenheim ist Hobbyfotograf und Familienforscher. In dieser Eigenschaft bekommt er manchmal alte Bilder oder Postkarten, die von „interessanter Natur sind“, in seine Hände. So auch eine Postkarte aus dem Jahr 1917, die Heinrich Schleich am 8. Oktober an seine Patentante Gertrud Rothbrust schickte. Er ist auf dem Foto als junger Mann abgebildet, und es entstand in der Schule: „St. Jozef Gesticht, Lindanusstraße 2 in Roermond (Holland). Die Adresse der Patentante lautete: Gertrud Rothbrust in Oberlützingen bei Brohl am Rhein.
„Diese Bildpostkarte reizte mich, Näheres über die beiden Familien zu erfahren“, berichtet Karl-Heinz Scheuren. In seinen Unterlagen fand der Heimatforscher zwei Gertrude Rothbrust, die aber in etwa im Alter des Heinrich waren. Also kamen diese beiden Frauen nicht in Betracht. Auch von der Rückseite der Karte konnte er nicht viele Informationen erhalten, da diese in holländischer Sprache geschrieben, aber nicht komplett lesbar war. „Ich setzte mich mit dem Familienforscher Gerd Wyrwas aus Wehr in Verbindung, um Gertrud Rothbrust, an die diese Karte geschrieben worden war, zu finden“, berichtet Karl - Heinz Scheuren.
Nachforschungen in Familiengeschichten und Stammbäumen sind schwierig und verlangen viel Geduld und Beharrlichkeit. In diesem Fall waren sie jedoch von Erfolg gekrönt. Über Beatrix Hilgert, eine Cousine 3. Grades und Ruud van Pelt, ein Cousin 3. Grades, führten die Nachforschungen schließlich nach Rotterdam. Nach einigem Hin und Her ergab sich folgendes Bild: Der Kartenschreiber Heinrich Gerhard Johann Schleich wurde 1901 geboren, als Sohn des Heinrich Schleich (geb. 1874 in Niederzissen) und seiner Frau Wilhelmine Bronkhorst (geb. 1880 in Rotterdam) und ist 1944 verstorben. Er heiratete 1925 in Rotterdam die Tentje van Pelt. Im Jahre 1926 kam Tochter Tonia zur Welt. Die Eheleute trennten sich jedoch wenig später, uns so kam es, dass die Tonia Schleich kein Bild von ihrem Vater besaß.
Karl - Heinz Scheuren: „Als Ruud van Pelt ihr die Geschichte von der Bildpostkarte erzählte, war Tonia überglücklich, denn sie hatte ihren Vater noch nie gesehen.“
Tonia Schleich lebt, inzwischen 95 Jahre, in Rotterdam. Jetzt erhielt sie diese Karte, überbracht von Ruud van Pelt. Dieser brachte gleich doppelte Freude in die Familie, denn nicht nur die Tochter, auch das Enkelkind hatten jetzt ein Bild des Vorfahren. An diesem Tag wurden im Hause Schleich in Rotterdam viele Bilder und Urkunden gesichtet, um der gemeinsamen Geschichte der beiden Familien auf die Spur zu kommen.
„Für mich war das ein wunderschönes Forscherergebnis“, so Karl-Heinz Scheuren. „Die Bildpostkarte wird nach 105 Jahren einen Ehrenplatz bei Tonia Schleich und ihrer Tochter Carla finden.“ Sein Fazit: „Oftmals werden solche Karten und Bilder zu schnell entsorgt, aber in diesem Fall hat sich das Sammeln gelohnt.“-HE-
Heinrich Schleich (4.vorne li.)
