Umfrage zur Dorfneugestaltung in Buschhoven fand großes Interesse
Projekt „DORV“ soll verwirklicht werden
Bis zur Verwirklichung des neuen Dorfzentrums ist es noch ein langer Weg
Buschhoven. „Wichtig ist, dass das Dorf und die Gemeinde hinter dem Projekt stehen. Sonst ist es bereits zum Scheitern verurteilt“, erklärte Christan Klems von der Initiative „DORV“ zu Beginn seines Vortrages.
Worum ging es am Dienstag letzte Woche bei der Versammlung der Buschhovener Bürger, zu der die Bürgermeisterin der Gemeinde Swisttal, Petra Kalkbrenner, eingeladen hatte. Bereits im letzten Jahr hatte es in Buschhoven eine Bürgerbefragung zum Thema Neugestaltung und Belebung des Dorfkerns und der Entwicklung gegeben.
Hierzu wurden die Ergebnisse von Nicole Eichmanns, von der Gemeindeverwaltung, anhand von Diagrammen vorgestellt.
Befragung abgeschlossen
In der Befragung ging es vor allem darum, festzustellen was die Bürger sich wünschen, worauf sie Wert legen, und wie sie sich die Nahversorgung vorstellen. Dabei ging es nicht nur um die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs. Hier wurden auch Dienstleistungen, Vereinsleben, soziale Einrichtungen und Kultur mit angesprochen.
1.315 Haushalte hatten einen umfangreichen Fragebogen erhalten, in welchem man Fragen ankreuzen konnte aber auch offene Fragen, die die Bürger beantworten sollten. 594 Fragebögen wurden ausgefüllt an die Verwaltung wieder weitergeleitet. Das entsprach einer Rücklaufquote von 45,17 %, was laut Christian Krems als sehr gut zu bewerten wäre. Dies unterstreiche die Zuverlässigkeit der Umfrage.
Insgesamt nahmen 1.277 Bürger aus Buschhoven an der Umfrage teil wobei der größte Teil zum mittleren und älteren Semester zählte. Die Zahl der jüngeren Einwohner, die an der Umfrage teilgenommen hatten, war in der Minderzahl, was Krems bedauerte. Wir müssen versuchen, auch die jungen Mitbürger mit ins Boot zu bekommen“, betonte die Bürgermeisterin. Ein möglicher vielversprechender Ansatz wurde von Christian Klems, Mitinitiator des Projekts „DORV“ und stellvertretender Bürgermeister von Jülich vorgestellt.
„DORV“ Konzept eine machbare Lösung
„DORV“ steht für „Dienstleistung und Ortsnahe Rundum Versorgung“. Dahinter verbirgt sich das Konzept der neuartigen multifunktionalen Nahversorgung gerade an Standorten, wo sich herkömmliche Anbieter zurückgezogen haben. Hierzu zählen Lebensmittel, frisches Obst aus der Nähe, Molkereiprodukte, und Tiefgefrorenes und auch Fleisch vom Metzger. Dienstleistungen wie Postdienste, Bäckerei mit Café, Blumen, Lottoannahmestelle, Zeitschriften, Apotheke und auch Begegnungsstätte können hier ihren Platz finden.
Eine überaus große Zustimmung, mit 77,6% der Befragten, fand grundsätzlich die Idee eines „Nahversorgungszentrums. Fast 65% der Befragten legten Wert auf Qualität und regionaler Nähe, wobei bei 45,5% auch der Preis und die Qualität eine Rolle spielte.n 80% wünschten sich eine Anlaufstelle des Bürgerbüros, wo den älteren Bürgern beim Ausfüllen von Formularen geholfen wird.
Das Nahversorgungszentrum müsste täglich zu festen Zeiten geöffnet sein war 89% der Befragten wichtig. Dieses Konzept ist in vielen Gemeinden auf offene Ohren gestoßen. So auch in Jülich, in der das Projekt „DORV“ in der kleinen Gemeinde Barmen bereits umgesetzt wurde. Bereits zu Beginn der Veranstaltung, mit ca. 50 interessierten Bürgern, wurde ein Film über den Stadtteil von Jülich, Barmen, eingespielt, der zeigte wie sich das Konzept „DORV“ hier schon verwirklicht hat. Christian Klems erläuterte an Beispielen, wie so ein Dorfzentrum funktionieren könnte. „In so einem Dorfzentrum sollten keine Ehrenamtlichen eingesetzt werden. Ein Dorfladen mit all seinen Facetten muss professionell gemanagt werden. Hier können ehrenamtliche Helfer nur bedingt eingesetzt werden. Obwohl sich laut Umfrage 103 Bürger zum Mitmachen bereit erklärt haben.
Auch könnte hier eine Genossenschaft entstehen, unter Beteiligung der Bürger von Buschhoven. In solchen Begegnungsstätten spielt der Preis der Ware nicht so eine große Rolle, wie die Umfrage gezeigt hat, wenn vernünftig kalkuliert wird und die Ware aus der Region ist. Ware könnte hier auch bestellt und später abgeholt werden“, erklärte Klems. Hier höre der ÖPNV genauso dazu wie auch die Infrastruktur, ergänzte Klems.
Auch die Ortsnähe, die Lebensqualität, wäre den Bürgern wichtig. „Hier ist die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr sowie die Infrastruktur und naturnahes Wohnen untrennbar miteinander verbunden“, erklärte Nicole Eichmann von der Gemeindeverwaltung Swisttal bei ihren Erläuterungen zu der Befragung.
Einkauf und Begegnungsstätte die Lösung
So ein Dorfzentrum müsse multifunktional sein. Treffpunkt, Einkauf, Dienstleistungszentrum, Kommunikationsaustausch und Dorfmittelpunkt. Es sind Workshops zu den einzelnen Themen angedacht, wo sich jeder einbringen kann, aktiv dabei zu sein.
„Um all das zu erreichen, müssen die Bürger hinter dem Konzept stehen. Auch der kontinuierliche Ausbau mit umsetzbaren Ideen ist hier gefragt. Sonst ist das Ganze zum Scheitern verurteilt“, so Christian Klems.
Fördermittel zu Unterstützung des Konzepts
Der Zeitpunkt eines solchen Projekts sei wegen der Fördermittel aus dem ISEK Programm genau richtig, konstatierte Kalkbrenner. „Es gibt ein Förderprogramm, das hier greift. Das von Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgelegte Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK). In dem Konzept, das unsere Gemeinde betrifft, ist ein ganzheitlicher Ansatz, der auch die anderen Orte unserer Gemeinde betrifft. Hiervon würde auch Buschhoven aktuell partizipieren. Zudem besitzt die Gemeinde in Buschhoven eigene Liegenschaften, die zum Zwecke der Gesamtentwicklung des „DORV“-Konzeptes herangezogen werden könnten. Zum Beispiel das Feuerwehrhaus am Toniusplatz, nachdem der Umzug vollzogen wurde“, erläuterte Bürgermeisterin Kalkbrenner.
Der Toniusplatz muss als Mittelpunkt von Buschhoven belebt werden. Das können aber nur die Bürger von Buschhoven mitgestalten.
Bei der anschließenden Diskussion mit den anwesenden Bürgern gab es noch viele Anregungen, es wurden aber auch Bedenken geäußert. So wurde auch die Frage nach dem Sachstand des maroden alten EDEKA Marktes gestellt.
Kalkbrenner versicherte, dass auch hier Gespräche geführt würden und die Renovierung und Ausbau nur noch an ein paar Sachverhalten wegen der Baugenehmigung hingen.
Nach zwei Stunden schloss die Bürgermeisterin die Veranstaltung mit der Ansage, dass weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht werden.
