Allgemeine Berichte | 30.05.2018

Feuerwehr und Jugendfeuerwehr Ediger-Eller bestritt einen gemeinsamen Lehrgang

Prüfen – Rufen – Drücken: Für den Ernstfall gerüstet

Erste Hilfe-Kurs nahm die Angst, etwas falsch zu machen

Bewusstlose haben keine Schutzreflexe mehr. Die sogenannte „stabile Seitenlage“ hält die Atemwege frei und verhindert wirkungsvoll das Ersticken der Patienten.  Jugendfeuerwehr Ediger-Eller

Ediger-Eller. Nur jeder Dritte wird bei einem Kreislaufstillstand in Deutschland sofort durch Ersthelfer wiederbelebt. Viele haben Angst, etwas falsch zu machen. Dabei sind die Maßnahmen durch die Ersthelfer entscheidend, um die Überlebenschance von Patienten zu verbessern. Ein Großteil der Unfälle passiert zwar im Haushalt und in der Freizeit, doch auch der Feuerwehrdienst kann mitunter gefährlich werden. Daher ist es umso wichtiger, dass Einsatzkräfte in Erste Hilfe-Maßnahmen geschult sind und diese sicher anwenden können. Um die nötigen Grundlagen dafür zu schaffen, fand für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr und Feuerwehr Ediger-Eller ein Erste Hilfe-Kurs statt. Nina Scholl, selbst jahrelang Mitglied der Jugendfeuerwehr, mittlerweile Ausbilderin für Erste Hilfe und selbst im Rettungsdienst tätig, leitete den Kurs im Feuerwehrgerätehaus in Ediger-Eller. Einer der Schwerpunkte lag in der Wiederbelebung. „Wird das Gehirn bei einem Kreislaufstillstand nicht durchblutet, gehen pro Minute circa zehn Prozent der Hirnleistung verloren.“, sagte Nina Scholl. „Daher ist es besonders wichtig, dass möglichst frühzeitig mit der Wiederbelebung begonnen wird - möglichst direkt durch Ersthelfer - und noch bevor der Rettungsdienst eintrifft!“, unterstrich sie damit die große Bedeutung der Ersthelfermaßnahmen.

„Schlechte“ Wiederbelebung ist besser als keine

Unter dem Motto „Prüfen – Rufen – Drücken“ wurden den Teilnehmern anschaulich die Maßnahmen Schritt für Schritt gezeigt. Nach dem theoretischen Teil wurden an einem Patientensimulator die Herzdruckmassage und die Mund-zu-Mund-Beatmung eingehend geübt. Dabei wurde auch versucht, den Kindern und Jugendlichen die Angst zu nehmen, etwas falsch zu machen: „Alle durchgeführten Maßnahmen können nur zu einer Zustandsverbesserung führen und selbst eine „schlechte“ Wiederbelebung ist immer noch besser als keine“, lautete das Fazit.

Besonderer Augenmerk auf Hygienemaßnahmen

Besonderes Augenmerk wurde auf den Eigenschutz und die Hygienemaßnahmen am Einsatzort gelegt. „Es muss zur Routine werden, vor einem Patientenkontakt Einmalhandschuhe anzuziehen. Hepatitis oder HIV braucht schließlich niemand!“, beschreibt der Jugendwart Philipp Dumont, ebenfalls im Rettungsdienst tätig, diesen Schwerpunkt. „So wie wir bei Löschübungen selbstverständlich Wasser einsetzen, muss darauf geachtet werden, selbst im Übungsfall Einmalhandschuhe zu tragen.“ Im Anschluss an die Unterrichtseinheit Wiederbelebung und Hygiene bekam jeder Kursteilnehmer ein sogenanntes Beatmungstuch geschenkt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Schlüsselanhänger mit innen liegender Kunststofffolie mit einem integrierten Bakterienfilter. Das Beatmungstuch deckt das Gesicht des Patienten ab, das Ventil kommt im Bereich des Mundes zu liegen. Damit kann die Keimbelastung bei der Mund-zu-Mund-Beatmung verringert werden.

Die Tücher sowie die Einmalhandschuhe wurden durch die Einnahmen aus dem jährlichen Grillfest der Jugendfeuerwehr finanziert. Weitere Themen waren neben der Versorgung kleinerer und größerer Wunden und der stabilen Seitenlage auch verschiedene Notfallbilder wie Herzinfarkte und Schlaganfälle. Außerdem wurden verschiedene Transportmöglichkeiten gezeigt und praktisch geübt. Besonders wurde dabei auf den Transport mit einer sogenannten „Schleifkorbtrage“, einer Art Kunststoffwanne mit Griffen, eingegangen. Mit ihrer Hilfe können Patienten nicht nur getragen, sondern bei besonders engen Wanderwegen auch über den Boden gezogen werden. Eine solche Trage kommt regelmäßig im Calmont-Klettersteig zum Einsatz, um Verletzte oder Erkrankte zu retten.

Voraussetzung für die Feuerwehrgrundausbildung

Der Erste Hilfe-Kurs ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Feuerwehrgrundausbildung. Somit wurde schon während der Jugendfeuerwehrzeit formal der Grundstein für die spätere Feuerwehrkarriere gelegt. „Wir freuen uns sehr, dass die Verbandsgemeinde als Träger des Brandschutzes und damit auch der Jugendfeuerwehr die Kosten für den Kurs übernommen hat. Ganz besonders hat es uns gefreut, dass die Kinder und Jugendlichen die Kursbescheinigung auch privat nutzen können – beispielsweise für den Führerschein. Es ist eine schöne Geste der Anerkennung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit.“, sagte Philipp Dumont. Die Verpflegung der Kursteilnehmer übernahm auf eigene Kosten Christian Follmann, selbst Feuerwehrmitglied und Chef des Restaurants „Kaffeeklatsch“ in Ediger-Eller. Alle Teilnehmer haben den Kurs mit Bravour bestanden. Dennoch werden auch weiterhin kleine Erste-Hilfe-Einlagen in die normalen Übungen eingebaut werden: Denn nur durch regelmäßiges Üben festigt sich das Gelernte und Berührungsängste können abgebaut werden. Die Verantwortlichen der Feuerwehr und Jugendfeuerwehr bedankten sich bei Nina Scholl, der Verbandsgemeinde Cochem und Christian Follmann für die gute Zusammenarbeit.

Pressemitteilung der Feuerwehr

und Jugendfeuerwehr Ediger-Eller

Bewusstlose haben keine Schutzreflexe mehr. Die sogenannte „stabile Seitenlage“ hält die Atemwege frei und verhindert wirkungsvoll das Ersticken der Patienten. Foto: Jugendfeuerwehr Ediger-Eller

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