Konzertreihe „Jazz im Köllenhof“
Quartett CASINO entführte Publikum in die Welt des Jazz
Grundtradition des Jazz auf vielfältige Weise spannend interpretiert – Bekanntes und Eigenkompositionen
Wachtberg-Ließem. Louis Armstrong, Ella Fitzgerald, Dizzy Gillespie und viele andere Namen fallen den Leuten ein, wenn sie an die Musikrichtung Jazz denken. Man verbindet mit dem Begriff einen bestimmten Rhythmus, der seine Wurzeln um 1900 in Amerika hatte und dem hauptsächlich Afroamerikaner zu seiner weltweiten Größe und Bedeutung verholfen haben. Manche älteren Mitbürger erinnern sich noch an die Zeit, in der man diese Musik nur heimlich hinter verschlossenen Türen hören durfte. Trotzdem ließen es sich viele schon damals nicht nehmen, sich an den für Europa neuen, mitreißenden Takten zu erfreuen.
Anfang des Jahres 2017 durfte man sich unbesorgt dem Musikgenuss hingeben und den Klängen folgen, die das Quartett „Casino“ im Köllenhof auf die Bühne brachte. Mit Richard Brenner, der den verhinderten Pianisten Andreas Ordat gut vertrat, waren Heike Duncker am Schlagzeug, Erwin Dieterich mit der Trompete und dem Flügelhorn und Ulla Oster am Bass in verschiedenen Variationen zu hören. Aus den vielen Stilrichtungen, in die sich der Jazz im Laufe seiner gut hundertjährigen Tradition entwickelt hat, waren Afro-, Cuban und Modern Jazz zu hören. In Stücken von Clare Fischer, Danilo Perez und Paquito D’Rivera sowie in Eigenkompositionen von Heike Duncker kamen Flügelhorn, Schlagzeug, Trompete und Piano abwechselnd im Vordergrund zur Geltung. Gleichzeitig gelang es dem Ensemble, die einzelnen Instrumente gekonnt zur Geltung zu bringen und trotzdem die Homogenität der Kompositionen nicht zu verlassen. So schwelgten die Zuhörer abwechselnd im Jazz mit tendenzieller Rumba-Note, funkigen oder expressiven Tönen.
Die Band bot angesichts vieler Programme, die sich einer einzigen Interpretation des Jazz widmen, ein wohlgemischtes, gut abgestimmtes Potpourri aus Klängen, die dem Publikum mit Genuss die vielen Facetten des Jazz nahe brachte. Die jahrzehntelange Erfahrung mit der Musik, die alle Mitglieder des Ensembles für sich verzeichnen, und die Experimentierfreude des Quartetts machten den Abend zu einem besonderen Erlebnis.
Einen weiteren Kunstgenuss bot an diesem Abend der Hennefer Maler Rolf Kaplan, der als Fan der allmonatlich am ersten Dienstag stattfindenden Konzerte gerne im Rahmen dieser Darbietung seine Bilder ausstellte. Passend zur dargebotenen Musik zeigen die Bilder Abstraktion in einer Struktur, die die Themen der Kunstwerke nicht entstellt, sondern ihre Aussage gut nachvollziehbar unterstreicht.
Ralf Kaplan stellt gerne im Rahmen der im Köllenhof regelmäßig stattfindenden Konzerte aus. Fotos: -CEW-
Der Hennefer Künstler beschäftigt sich in seinen Bildern mit Musik.
„Casino“ - das sind Erwin Dieterich, Heike Duncker, Ulla Oster und Richard Brenner (in Vertretung für Andreas Ordat).
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