Allgemeine Berichte | 27.04.2023

„Wohnen für Hilfe“ - eine Kooperation des Studierendenwerks Koblenz und der Hochschule Koblenz

„Quatsch machen, das schweißt zusammen“

Ursula Müller und Said Qazaer. Quelle: Studierendenwerk Koblenz

Koblenz. An den 15. September 2022 kann sich Said Qazaer noch genau erinnern. Es ist der Tag, an dem der Maschinenbau-Student zu der 85-jährigen Ursula Müller ziehen wird, die ein leerstehendes Zimmer bei sich im Haus hat. Die Rentnerin nimmt schon länger an dem Projekt „Wohnen für Hilfe“ teil und profitiert so von der Unterstützung des Studenten in ihrem Alltag, dem sie im Gegenzug günstigen Wohnraum bietet.

„Ich bin so froh, dass mich Said zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkaufen fahren kann. Das erleichtert meinen Alltag sehr!“, berichtet Müller überzeugt. „Im Auto singen wir dann manchmal auch Lieder gemeinsam, die im Radio laufen“, erzählt Qazaer schmunzelnd. „Wir machen oft Quatsch und lachen darüber. Genauso trösten wir uns aber auch, wenn wir mal einen schlechten Tag haben“, erzählt Müller weiter. Genau das mache für sie so eine Wohnpartnerschaft auch aus: „Said ist ein sehr herzlicher Mensch. Er ist wie ein eigenes Kind für mich geworden.“

Bevor sich der 22-jährige Student für „Wohnen für Hilfe“ entschieden hat, wog er Pro- und Kontra-Argumente bezüglich verschiedener Wohnformen ab: „Im Studentenwohnheim war es mir manchmal zu turbulent. Kurz habe ich auch in einer WG gelebt, aber bei Ursula ist es ruhiger und gemütlicher. Zwar ist das Haus weiter von der Hochschule entfernt, aber mir ist das Zusammenleben von Alt und Jung wichtig. Ich kenne das aus meiner Heimat, da spielt das eine große Rolle.“ Er verstehe aber, wenn andere Studierende mehr Freiheiten und Selbstständigkeit brauchen. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn Ursula zum Beispiel wissen will, wann ich nach Hause komme, damit sie beruhigt in Ruhe ins Bett gehen kann. Das ist schon anders als in WGs.“

Jetzt schätzt Qazaer vor allem, dass er einen eigenen Eingang und ein großes Zimmer mit eigenem Bad hat. Sogar eine Küchenzeile befindet sich im Zimmer, doch die nutzt er so gut wie nie. „Da war Ursula anfangs glaube ich schon erstaunt, dass ich bei ihr in der Küche zum Kochen stand,“ erzählt der Student. Seither kocht das Wohnduo ein- bis zweimal pro Woche zusammen. „Bei Ursula habe ich auch gelernt, wie man richtig Geld spart und auch nicht so viel Essen oder andere Dinge wegwirft“, ergänzt Said Qazaer.

Said Qazaer ist mittlerweile Teil der Familie geworden. Wenn Müllers Kinder zu Besuch sind, gehen alle gemeinsam essen oder verbringen die Feiertage zusammen. Für den 22-Jährigen ist diese Zeit besonders schön. Er schätzt das Beisammensein der ganzen Familie: „Ich fühle mich wie zu Hause und in die Familie integriert“. Zu zweit unternehmen die beiden gemeinsame Spaziergänge oder machen kleinere Ausflüge. Nicht immer hat Said Qazaer Zeit dafür. Auf die Frage, was seine Hobbys seien, antwortet er: „Ich lerne, das ist mein Hobby.“ Das Maschinenbau-Studium sei für den Studenten anspruchsvoll und zeitintensiv. „Vor kurzer Zeit habe ich noch meine letzte Klausur für das Wintersemester geschrieben. Freie Zeit bleibt da wenig.“ Trotzdem trifft er Freunde, beispielsweise zum Spazierengehen oder zum Lernen an der Hochschule.

Für Ursula Müller bedeutet das Zusammenleben unter anderem auch ein Stück mehr Sicherheit. „Said sagt zu mir, dass ich ihn jederzeit anrufen kann,“ beginnt sie. „Das ist natürlich sehr wertvoll und ich erzähle auch jedem, wie glücklich ich mit der Entscheidung bin, mich damals bei ‚Wohnen für Hilfe‘ gemeldet zu haben.“

Über „Wohnen für Hilfe“

Das Projekt „Wohnen für Hilfe“ ist eine Kooperation des Studierendenwerks Koblenz und der Hochschule Koblenz und vermittelt Wohnpartnerschaften zwischen Studierenden und Wohnraumgebern, die den Studierenden kostenfrei ein Zimmer zur Verfügung stellen – als Gegenleistung für Hilfe im Alltag.

Weitere Informationen und Kontakt: Studierendenwerk Koblenz, Anne Dommershausen, Projektleiterin „Wohnen für Hilfe“, Hochschule Koblenz, Konrad-Zuse-Straße 1, 56075 Koblenz, Tel. (02 61) 95 28 -9 81, E-Mail: koblenz@wohnen-fuer-hilfe.de, Website: www.wohnen-fuer-hilfe.de. Pressemitteilung des

Studierendenwerks Koblenz

Ursula Müller und Said Qazaer. Quelle: Studierendenwerk Koblenz

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