11. Stiftslesung mit dem bekannten Krimiautor aus der Eifel
Ralf Kramp liest mit „Mordsvergnügen“
Stiftsmuseum voll besetzt
Treis-Karden. Wenn auch das Wetter bei der Anreise des Krimiautors Ralf Kramp nicht mitspielte und der Schriftsteller ein paar Minuten zu spät kam, konnte Ortsbürgermeister Philipp Thönnes dennoch den Eifelaner relativ pünktlich im Kardener Stiftsmuseum begrüßen. „Sie sind hier ein alter Bekannter, denn schon drei Mal haben Sie mit ihren Kriminalgeschichten für Spannung und knisternde Atmosphäre in diesen historischen Mauern gesorgt“, sagte der Ortschef lachend, ehe er das Mikrofon an den bestens gelaunten Ralf Kramp übergab.
Dicht gedrängt lauschten dann rund 40 Zuhörer gebannt dem bekannten Schriftsteller aus Hillesheim. Dort betreibt er zusammen mit seiner Frau seit 2007 das „Kriminalhaus“ mit dem „Deutschen Krimi-Archiv“ sowie das „Café Sherlock“ und die Buchhandlung „Lesezeichen“.
In seinen bisher erschienen Werken verwendet Ralf Kramp immer wieder Figuren aus der Eifel, aus dem Alltag, die zum Teil Dialekt reden und stets Teil seiner schwarzhumorigen Kurzkrimis sind. Beginnend mit der Geschichte von Herrn Hammelmann, der zusammen mit seiner Frau jeden Abend das Fernsehgerät anschaltet, um sich rasch über die elenden Wiederholungen zu ärgern. Beide betätigen sich bei Krimis als TV-Rater, denn vor allem seine Ehefrau kennt meist nach wenigen Minuten den Mörder oder ärgert ihren Mann mit Prognosen über die mögliche Handlung, bis eines Tages Herr Hammelmann seine Frau im Bade ertränkt - und das mit der Frage: „Das hast du wohl so nicht vorhergesehen!“
Über die Tatsache, dass Eifel-Krimis gegenwärtig Hochkonjunktur haben, obwohl in der Eifel nur friedvolle Menschen leben, reflektierte Ralf Kramp unter dem Motto „Friede, Freude, Flaschenbier“ weitere Episoden aus dem Leben der Eifelaner. Trimborns Hubert, der schlaue Tünn und Schleusers Horst waren weitere Figuren seiner Mord- und Totschlag-Geschichten.
In der Pause gab es – wie gewohnt – Leckereien aus dem Hause Belda. Dabei mundeten vor allem die mörderisch guten Sahnetörtchen sowie die knusprigen Partybrötchen, ehe es in die zweite Halbzeit ging. Hier brillierte der auch aus Funk und Fernsehen bekannte Autor, wobei ihm bei manchen Geschichten wohl wirklich der Schalk im Nacken sitzt: Es macht ihm offensichtlich ein Mordsvergnügen, dem Zuhörer immer einen prickelnden Wechsel zwischen Gänsehaut und Zwerchfellerschütterung zu bieten.
Der 1963 in Euskirchen geborene Ralf Kramp machte zunächst eine Maler- und Lackiererlehre, ehe er anfing zu schreiben. Als begabter Karikaturist zeichnete er für den „Kölner-Stadtanzeiger“ und veröffentlichte 1996 seinen ersten Roman „Tief unterm Laub“.
In Karden brachte der 54-Jährige die Zuhörer zum Lachen und Schmunzeln, ehe eine zehnminütige Museumsführung die 11. Stiftslesung offiziell beendete. Ralf Kramp signierte noch einige Zeit eine Auswahl seiner Bücher, wobei er in die Krimis „Abendlied“, „Ihr Mord, Mylord“ und „Mordsfeste“ sowie „Killing you softly“ manch lustige Widmung hineinschrieb. TT
Ralf Kramp ist auch im Vorlesen ein echter Meister.
