Allgemeine Berichte | 25.03.2017

Dagmar von Kurmin, Pierre Sanoussi-Bliss und Karl-Heinz Dickmann auf der Bühne im Schlosstheater Neuwied

„Rassen gibt es nicht, nur Rassismus“

Miss Daisy und ihr Chauffeur – sehenswert und nachdenklich machend

Miss Daisy (li. Dagmar von Kurmin) geht auf Reisenmit ihrem Chauffeur Hoke Colburn (re. Pierre Sanoussi-Bliss).Sohn Boolie (Karl-Heinz Dickmann) verabschiedet sie. Fotos: Landesbühne

Neuwied. Das neue Bühnenstück „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ entführt das Publikum in die Welt der amerikanischen Südstaaten des 20. Jahrhunderts. Humorvoll und hintergründig erzählt die Geschichte von Alfred Uhry in der Inszenierung von Andreas Lachnit aus dem Leben von drei Menschen. Miss Daisy, eine wohlhabende Witwe, soll nach dem Willen ihres Sohnes nicht mehr selbst am Steuer ihres Wagens sitzen, da sie mit zunehmendem Alter immer mehr Unfälle verursacht. So engagiert er einen Chauffeur, allerdings gegen den Willen der Mama.

Die Ausgangssituation ist eigentlich nichts Besonderes, wären da nicht die kleinen „Unterschiede“. Miss Daisy ist eine Weiße und Jüdin, ihr Chauffeur von schwarzer Hautfarbe, und die Schwiegertochter der alten Dame ist Christin. Und nur allmählich merkt man, dass das Stück nicht wirklich eine Komödie ist, sondern ein ernstes und immer noch – oder schon wieder – aktuelles Thema aufgreift. „Rassen gibt es nicht, nur Rassismus“, dieser Satz aus dem Programmheft prägt sich ein. Nach anfänglichem „Gekabbel“ arrangieren sich die alte Dame und ihr auch schon betagter Fahrer, und im Laufe der Zeit werden sie gute Freunde. Hoke fährt sie zur Synagoge, sie möchte den Vortrag von Martin Luther King besuchen. Aber Weihnachten feiern möchte sie nicht. Den berühmten erhobenen Zeigefinger gibt es hier nicht, aber genug Stoff zum Nachdenken.

Tolle Darsteller

Dagmar von Kurmin spielt die Rolle der Miss Daisy mit viel Charme und sehr professionell.

Viele kennen sie aus einer Zeit, als es noch Fernsehansagerinnen gab, aber auch aus Filmen und von der Bühne. Pierre Sanoussi-Bliss ist bestens bekannt aus dem Fernsehen als Polizei-Assistent vom „Alten“ und in vielen weiteren Rollen. Auf der Bühne zeigt er sein vielseitiges Talent mit besonders ausdrucksvoller Mimik, in Sekundenbruchteilen die Stimmung wechselnd – einfach toll. Und der dritte im Bunde, Karl-Heinz Dickmann, der vielen Theaterbesuchern bereits bestens bekannt ist, spielt den Sohn der alten Dame – stets ein ruhender Pol und jeder Situation gewachsen.

Glückwunsch dem Regisseur Andreas Lachnit zu diesem Trio, aber auch zur Ausstattung der Bühne und der Schauspieler. Rasche Szenenfolge auf drei Bühnenbildern nebeneinander, getrennt nur durch die Beleuchtung und Miss Daisy in jeder Szene in neuem Outfit (wann zieht diese Frau sich um?), sowie die Darstellung der Zeit durch das Altern der Schauspieler – alle Sinne der Zuschauer sind stets beschäftigt. Alles in allem ein großes Kompliment, ein Besuch ist lohnenswert und beschert einen heiteren und trotzdem anspruchsvollen Theaterabend.

Noch bis zum 26. April ist das Stück zu sehen

Vorstellungen: 31. März bis 2. April, 19. und 20. April, 22. bis 26. April jeweils um 20 Uhr, am Sonntag, 23. April auch um 16 Uhr. Karten gibt es an der Theaterkasse, Tel 02631-22288 oder auf www-schlosstheater-neuwied.de

-he-

„Rassen gibt es nicht, nur Rassismus“

Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P

Miss Daisy (li. Dagmar von Kurmin) geht auf Reisen mit ihrem Chauffeur Hoke Colburn (re. Pierre Sanoussi-Bliss). Sohn Boolie (Karl-Heinz Dickmann) verabschiedet sie. Fotos: Landesbühne Foto: Friedhelm Schulz, Friedrichson-P

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