Die Bruder- und Gesellschaften der „Grünröcke“ tagten in der Ahrweiler Zehntscheuer
Rege Teilnahme der Schützen am Delegiertentag beim BHDS Bezirksverband
Ahrweiler. Der Bezirksbundesmeister Sigi Belz, seit 2005 Vorsitzender des Bezirksverbandes, hatte den Verlauf der Sitzung akribisch und hartnäckig vorbereitet. Hartnäckig aus dem Grund, weil neue Wahlen anstanden und der Trend, Verantwortung in Vereinen zu übernehmen, immer mehr abnimmt. Unzählige Appelle an die Mitgliedsvereine, geeignete Kandidaten zu stellen, und viele daraufhin folgende kräftezehrende Einzelgespräche, führten letztendlich zum erwünschten Erfolg. Außer ihm, der als Bezirksbundesmeister, der sich zur Wiederwahl stellte, stand der komplette geschäftsführende Vorstand zur Neuwahl. Der enorme Einsatz hat sich gelohnt. Nicht nur, dass sich durch die Wahl der Vorstand verjüngte, sondern die Gewissheit, dass fähige Schützen für die kommenden Jahre die Geschicke des Bezirks in Händen haben. Dem entsprechend war Sigi Belz die Erleichterung anzusehen.
„Zukunftsorientiert durch Verjüngung“
So hatte die Devise gelautet. Und es ist mit folgenden Kandidaten geglückt: Unter der Führung von Wahlleiter Berthold Winkens (St. Seb. Sinzig) wählten die Delegierten in geheimer Wahl als Stellvertretenden Bezirksbundesmeister Zeljko Kondic von der St. Seb. Schützenbruderschaft Heppingen und aus den Reihen der St. Seb. Schützenbruderschaft Sinzig kommt der neue Geschäftsführer Michael Beyer, sowie der Schatzmeister Marcus Beyer, dem die Belange der Finanzen anvertraut werden.
Die Vorstandsmitglieder im erweiterten Vorstand konnten per Satzung mit Handzeichen gewählt werden. Hierbei nahmen die Wahl an: als Bezirksschießmeister: Klaus Kautschor von St. Seb. Sinzig und dessen Stellvertreter Rüdiger Heuser von St. Hub. Westum. Einen Wechsel im Vorstand vollzogen Josef Fleischer (St. Hub. Westum) vom Stellvertretenden Bundesmeister zum Stellv. Bezirksschießmeister. Der bisherige Schatzmeister Franz Fuchs sen. (St. Hub. Westum) nimmt ab jetzt den Stellvertreterposten des Schatzmeisters ein. Zur Wiederwahl stellten sich Bezirksadjutant Ludwig Nett (St. Hub. Königsfeld) und von den St. Sebastianer aus Heimersheim Helmut Beu. Ebenso der Stellv. Geschäftsführer Jürgen Beyer (St. Seb. Sinzig) und Bezirksschießmeister Johann Kappl (St. Hub. Löhndorf). Bei den Jungschützen setze man weiterhin auf das Vertrauen von Jungschützenmeister Karsten Eller (St. Hub. Königsfeld) und dessen Stellvertreter Peter Mooldijk (St. Seb. Sinzig). Sie wurden bereits 2019 anlässlich einer Sitzung der Vereinsjungschützenmeister gewählt.
Rechenschaftsbericht und mahnende Worte
Vor den zufriedenstellenden Wahlen erfolgte selbstverständlich der Rechenschaftsbericht über die Verbandsarbeit. Die Delegierten aus 13 der 17 Mitgliedsvereinen (vier waren fern geblieben, wovon nur von einem eine Entschuldigung vorlag) bot sich die Möglichkeit, Informationen aus erster Hand und Gelegenheit zur Aussprache zu bekommen.
Sigi Belz, der den Bericht darlegte, begrüßte gleich zu Beginn neben diversen Schützenmajestäten aus den Mitgliedsvereinen den amtierenden Bezirkskönig Gerd Bollig (St. Seb. Heimersheim), den Ehrenschießmeister Theodor Hempel (St. Hub. Löhndorf) sowie von St. Seb. Oberwinter die Vertreter der Jugend, den Bezirksjugendprinz Christoph Bucher und den Bezirksschülerprinz Christian Bucher.
Neben dem üblichen Tätigkeitsbericht über das verflossene Jahr, wies er auf die besonderen Höhepunkte der vergangenen Wahlperiode seit 2015 hin. Zu den zahlreichen positiven Ereignissen zählten die Vereinsjubiläen bei St. Matt. Brohl, die 2017 auf 150-jähriges und St. Hub. Westum, die 2019 auf 125-jähriges Bestehen zurückblicken konnten.
Mit ernsthaften Sorgen sah er auf den Zustand einiger Mitgliedsvereine, die er nicht benennen wollte, aber bestimmt wissen, wer angesprochen war. „Wenn sich in diesen Vereinen nicht in kürzester Zeit etwas verändert..., prognostiziere ich, ist ihr Ende absehbar“. Es sind die harten, mit Wehmut gesprochenen Worte vom Bezirksbundesmeister. Damit sprach er aus, was schon zu Beginn erwähnt: das nachlassende Interesse und die mangelnde Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Sportlich gut aufgestellt - Sicherheitsdenken verbesserungswürdig
Um Verantwortung ging es auch beim Bericht des Bezirksschießmeisters Johann Kappl. Die Teilnehmerzahlen bei vergleichenden Wettkämpfen der Vereine untereinander, auch bei den angebotenen Meisterschaften sind konstant geblieben und somit erfreut sich der Schießsport einer allgemeinen Beliebtheit. Was den Sport anbelangt, hat er beim Bezirksverband alle Vorgaben erfüllt. Sicherheit beim Umgang mit Waffen ist ein immerwährendes Thema.
Dieses beweise ein Schießunfall im Nachbarbezirk, den auch erfahrene Schützen, besonders bei Schützenfesten treffen kann. Er appellierte an alle Schützen, beim Umgang mit den Sportgeräten, ob bei Wettkämpfen oder Meisterschaften, mit größter Sorgfalt vorzugehen. Seine Empfehlung, nach jedem Schießen, beziehungsweise beim Ablegen der Waffe eine „Sicherheitsschnur in Signalfarbe“ in den Lauf einzuziehen, unterstützte er damit, dass er gleich ein ganzes Bündel dieser Schnüre an die verschiedenen, anwesenden Vereine austeilen ließ. Der Sinn besteht darin, auf den ersten Blick zu erkennen: Die Waffe ist gesichert! Obwohl beim Deutschen Schützenbund diese Maßnahme schon seit Jahren Pflicht ist, hat der Dachverband, der Bund der Deutschen Historischen Schützenbruderschaft bisher bedauerlicherweise keine Vorgabe dazu gemacht. Daher appelliert Kappl an die Selbstverantwortung der Schützen.
Gute Kassenlage - gute Basis
Die beiden Schatzmeister Franz Fuchs und dessen nun scheidender Vertreter Jörg Lindner berichteten von einem zufriedenstellenden Stand der Kassenlage. Damit ist die Finanzierung aller geplanten Aktivitäten im kommenden Jahr sicher gestellt.
Dank Denen, die gute Arbeit geleistet haben
Der Bezirksbundesmeister überreichte je eine Dankurkunde und das Wappen des Bezirksverbandes, die sogenannte „Ehrengabe des Bezirks“, an vier langjährige Mitglieder des Bezirksvorstandes, die 2020 ihre Ämter zur Verfügung stellten.
Helmut Ockenfels von den St. Sebastianer aus Bad Bodendorf übte sechs Jahre das Amt des Stellv. Schießmeister aus und wurde von Sigi Belz ehrenvoll verabschiedet. Ebenso die bisherige Geschäftsführerin Beate Nachtsheim (St. Hubertus Westum), die, wie der für das historische Schießen verantwortliche Schießmeister Kurt Ockenfels (St. Sebastianus Remagen) zehn Jahre dem Bezirksvorstand angehörten. Elf Jahre Dienste leistete Jörg Lindner (St. Hubertus Königsfeld) als Stellv. Schatzmeister, der sich wesentlich zur Konsolidierung der Kasse des Verbandes verantwortlich zeigte. Sigi Belz würdigte die guten Leistungen der Vorgenannten.
Zum Abschluss dieser durchaus zukunftsweisenden Veranstaltung ging noch ein großer Dank von Bezirksbundesmeister Sigi Belz an alle Beteiligten, insbesondere an die zahlreichen Helfer der gastgebenden Bürgerschützengesellschaft St. Seb. Ahrweiler. An deren Spitze Hauptmann Jürgen Knieps.
Der Geschäftsführende Vorstand.
