„Weibsbilder“ rocken den Ev. Gemeindesaal in Rengsdorf
Restlos ausverkaufte Comedy-Show
Rengsdorf. Ortsbürgermeister Christian Robenek begrüßte am Samstagabend ein durchweg bunt gemischtes Publikum – von jung bis alt – und tatsächlich, es waren auch viele männliche Besucher darunter, und freute sich über das ausverkaufte Haus und die schon mächtig gute Stimmung im Vorfeld. Mit den Worten „hier sind wir alle eins“ und „es gibt nichts Schöneres, als Applaus vom Publikum, machte er die Bühne für die „Weibsbilder“ frei.
„Unbemannt – wir sind übrig“
Mit dem Soundtrack von „Rocky Balboa“ stimmte das Comedy-Duo auf ihre Show ein. Und bei dieser ließen die Damen auch kein Klischee außer Acht. Mit dem Programm „Unbemannt – wir sind übrig“- wurden die Bauchmuskeln bei der Weibsbilder-Single-Party stark strapaziert.
War Claudia, aus dem Land der unbegrenzten Hinterteile, doch extra für die Show beim Friseur in der Eifel, fragte Anke kess: und warum bist Du nicht dran gekommen? Das Thema „Schuhe kaufen“, Alkohol als Tröster, die Suche nach einem Tagesabschnittsgefährten, Frauen vorm Spiegel und Körpermumps, und wie einfach gestrickt dagegen doch Männer seien, obwohl deren Socken niemals alleine den Weg in den Wäschesack finden.
Hier wurde alles aufs Korn genommen – charmant, witzig und spritzig. Dabei wurde das Publikum stets mit eingebunden und auch mal veralbert. Das hat umso mehr die Zuschauer begeistert.
Die Erklärung, warum Frauen PMS und Männer TMS (tödlichen Männerschnupfen) haben, die Suche nach dem richtigen Partner auch nicht wirklich über Apps oder Zeitungsannoncen funktioniert bzw. zu welchem Dilemma das führen kann und warum Männer, die unter der Woche Duschen, definitiv ein Date am Samstagabend verdient haben.
Sie gaben Tipps und Tricks zum Älterwerden, haben die Vor- und Nachteile von Dessous und Feinripp betrachtet und stets mit viel Humor und einem Augenzwinkern auch zeitkritische Themen ins Visier genommen.
So schlüpften die Comedians in verschiedene Bühnenoutfits und Figuren, wie beispielsweise „Gundula“, die mit einem VHS-Kurs „Weihnachtliches Filzen“ außerhalb von Polen anbietet, die Eifel-Bäuerin Christel Müller, Schülerlotsin Tineke oder die zwei alten Damen im Seniorenzentrum, die ihr Leben Revue passieren lassen. Wenn mit dem Eifeler Dialekt so Sprüche rausgehauen werden, wie „der Weg vom Klimakterium bis zum Krematorium ist nicht weit“ blieb kein Auge trocken.
Von Hörgeräten mit Internetanschluss und Arztberichten samt Röntgenbildern, die gleich auf Instagram gepostet werden, von Babyklappen, die zu Seniorenklappen umfunktioniert wurden oder Klima- und Politikthemen, von Seehofer bis zur ‚Flintenuschi‘ und über ‚Deutschland sucht den grauen Star‘.
Leider ist es zu einer kleinen Aufregung, einem Zwischenfall gekommen, als einer Dame im Publikum schlecht geworden ist und sie ohnmächtig wurde. Da sich im Publikum sowohl zwei Krankenschwestern, ein Rettungssanitäter und ein Arzt befunden haben, konnte die Zuschauerin schnell und professionell erstversorgt werden, bis der Rettungswagen innerhalb von wenigen Minuten eingetroffen ist. Das Programm wurde unterbrochen und Bürgermeister Robenek hat die vorgesehene Pause kurzerhand ein paar Minuten vorgezogen.
Spaß seit 23 Jahren
In dieser Pause stand das Comedy-Duo gerne zu einem kurzen Interview zur Verfügung und berichtete, dass sie seit nunmehr 23 Jahren mit wechselnden Programmen deutschlandweit auf der Bühne stehen und auf Tour gehen. Claudia und Anke sind Lehrerinnen und haben im Schnitt 80 Auftritte im Jahr – und dass alles als Fulltime-Zweitjob. Die Zwei sind hauptsächlich am Wochenende unterwegs, unter der Woche geben sie Vorstellungen, insoweit die Locations im Umkreis von einer bis eineinhalb Stunden zu erreichen sind.
Nach dem großen Pausengong konnte Robenek verkünden, dass es der Zuschauerin schon wieder besser gehe und sie gut versorgt sei. Der in der Pause servierte Wein sei vom Publikum so gelobt und sehr gut angenommen worden, dass es hierzu viele Nachfragen gegeben habe. So begrüßte der Bürgermeister das Ehepaar Emmerich im Publikum und stellte die edlen Tropfen vor – ohne hieraus eine Verkaufsveranstaltung gemacht zu haben – und hat doch noch schnell auf die Weinmesse am Sonntag im REWE Rengsdorf hingewiesen, an der 25 heimische Winzer teilnehmen würden.
Die Pause war zum Entspannen der Lach- und Bauchmuskeln wirklich dringend nötig. Vielen Zuschauer*innen sind vor lauter Lachen die Tränen gelaufen. Stellenweise gab es kein Halten mehr. So konnten sich die „Weibsbilder“ zum Ende ihrer über zweistündigen Vorstellung über den riesigen, tosenden Applaus freuen. Christian Robenek hat es sich nicht nehmen lassen und den Akteurinnen jeweils einen „Mann“ backen lassen, den er am Ende neben einem Blumenstrauß herzlich überreichte.
„Weibsbilder“ in zwei Jahren wieder live in Rengsdorf
Der Bürgermeister kündigte an, dass die „Weibsbilder“ in zwei Jahren wieder live in Rengsdorf zu erleben sein werden. Möglicherweise in einem umgestalteten Gemeindesaal, da die Ortsgemeinde die Immobilie gekauft habe und hier Umgestaltungen geplant sind. Wir möchten es Ihnen in Rengsdorf noch angenehmer machen. Und wer sich Tickets sichern möchte, möge sich beeilen, da diese Comedy-Show, mit einem anderen Programm bis dahin, sicherlich wieder schnell ausverkauft sein wird. Robenek weiter: „Unser Vergnügen ist es, wenn es ihr Vergnügen ist und war über den gelungenen Abend mächtig stolz und freute sich, denn die Veranstaltung wird allesamt ehrenamtlich und nebenbei organisiert, ebenso wie der Weihnachtsmarkt und der kommende traditionelle Martins-Umzug.“
Die Mädels aus der Eifel hatten noch etwas Lektüre für das Gäste-WC im Gepäck, welche im Anschluss für kleines Geld erworben werden konnte. „Alt bist Du erst, wenn der Bürgermeister zum Geburtstag gratuliert“ und „Wer immer mit der Herde rennt, muss ständig Ärschen folgen“, jeweils von Anke Brausch. Und Claudia? Ihr Aufruf galt allen Männern unter 40: „ich signiere auch gerne Körperteile“.
Das Comedy-Duo ließ kein Klischee außer acht.
Ortsbürgermeister Robenek begrüßte das Publikum.
