Verein „Rheinbach liest“ feiert zehnjähriges Bestehen
Rheinbacher Grundschüler lesen „laut oder deutlich“ auf dem YouTube-Kanal
Rheinbacher können beim Publikumspreis mitmachen und Preise im Gesamtwert von mehr als 1000 Euro gewinnen – Ab 4. Juni sind für neun Tage 14 Vorlesetalente zu sehen und zu hören
Rheinbach. Im zehnten Jahr seines Bestehens hat der Verein „Rheinbach liest“ eine besondere und zudem coronagerechte Aktion geplant, um das Lesen bei den Schulkindern zu fördern. Unter dem Motto „laut oder deutlich“ dürfen die besten Vorleser aus den Rheinbacher Grundschulen sozusagen der ganzen Welt vorlesen. Auf dem Youtube-Kanal von „Rheinbach liest“ sind ab dem 4. Juni für neun Tage 14 Vorlesetalente zu sehen und zu hören. Wer von ihnen begeistert in der Glasstadt am meisten? Die Rheinbacher können darüber auf 2500 Stimmkarten mit abstimmen und dabei Preise im Gesamtwert von über 1000 Euro gewinnen.
Für Rheinbachs Bürgermeister Ludger Banken (parteilos) ist Rheinbach sogar „Deutschlands heimliche Vorlesehauptstadt“. Hierfür sprechen nach seiner Ansicht sieben öffentliche Bibliotheken, zwei Buchhandlungen, fünf engagierte Grundschulen und vier weiterführende Schulen sowie „Rheinbach liest“ ein Verein zur Förderung der Lesekultur, der in diesem Jahr bereits sein zehnjähriges Bestehen feiert. „In Rheinbach stehen Bücher nicht nur im Regal“, stellt Banken bei einem Pressegespräch fest. „Ich danke den Mitgliedern des Vereins für ihr großartiges Engagement. Es freut mich sehr, dass sie diese wunderbare Aktion auch unter diesen erschwerten Bedingungen ermöglichen. Sie genießen meine uneingeschränkte Unterstützung.“
Statt echtem Lampenfieber und Publikumsapplaus
„Uns war klar, dass wir ‚Laut oder deutlich!‘, den beliebten Vorlesewettbewerb für Grundschüler, auch im Coronaschuljahr irgendwie auf die Beine stellen mussten“, so die Vorsitzende Monika Flieger. „Weil die schöne Live-Veranstaltung mit echtem Lampenfieber und Publikumsapplaus nicht stattfinden kann, haben wir für den Vorlesenachwuchs einen attraktiven Ersatz geschaffen.“
Diesmal wählt nicht nur eine hochkarätige und prominente Fachjury die besten Lesevorträge aus, sondern auch die Öffentlichkeit ist mit von der Partie. So werden 2500 Stimmkarten in den Rheinbacher Schulen und in der Innenstadt verteilt. Wer von den Talenten die meisten Stimmen einsammelt, gewinnt den Publikumspreis. Und gewinnen kann auch, wer sich die Mühe macht, seine Stimmkarte in eine der „Wahlurnen“ zu werfen. Sie stehen bei den drei Aktionspartnern, der Öffentlichen Bücherei St. Martin, der Buchhandlung Kayser und der Buchhandlung „kunterbunt“ in der Weiherstraße.
Autorenlesung und Büchergeld zu gewinnen
Neben Buchpreisen, Gutscheinen und Büchereimitgliedschaften gibt es als Hauptpreise auch eine Autorenlesung sowie Büchergeld für Rheinbacher Schulbüchereien zu gewinnen. „Im Jubiläumsjahr wollen wir damit zeigen, was neben der Veranstaltungstätigkeit und den Projekten zum Kern unserer Arbeit gehört“, erklärt Flieger.
„Und natürlich erhöhen wir den Anreiz, sich mit den Videos zu beschäftigen“ ergänzt Melanie Kriegel, die Projektverantwortliche für „Laut oder deutlich!“. Schließlich sei es das Hauptziel, den Talenten ein Publikum zu verschaffen und so Lust auf Bücher und das schöne Vorlesen zu machen. Mit Gerd Engel, Rezitator Karl Hempel und einem jungen Team hat sie den von den Grundschulen gemeldeten Kindern bei den Vorbereitungen für die Vorlesevideos geholfen. Dabei gaben auch ehemalige Schul- und Kreissieger wie Philipp Schwarzer, Gesine Engel, Silas Worm, Lelia Teichmann ihre Erfahrung weiter.
Teamarbeit hat bereits Tradition
Diese generationsübergreifende Teamarbeit hat bereits Tradition und ist vielleicht das Geheimnis der Rheinbacher Erfolgsgeschichte. Philipp und Lelia haben sich nämlich auch schon einmal bei „Laut oder deutlich!“ in die Siegerliste eingetragen. Ebenso wie Premierengewinnerin Victoria Schaay, die dann 2017/18 beim deutschlandweiten Wettbewerb für die Sechstklässler sogar Deutschlands beste Vorleserin wurde. Sie gehört mit Bürgermeister Banken und Sprechprofis wie Regina Münch vom WDR-Stimmwerk, den aus Rheinbach stammenden Schauspielerinnen Christina Stephan (Ensemble „Rampenwutz“) und Eva Marianne Kraiss („Der Lehrer“, RTL) sowie den Leseförderern aus Bücherei und Buchhandel dem diesjährigen Expertengremium an, das den Jurypreis zum sechsten Mal vergibt.
Wer jetzt neugierig geworden ist, kann einfach den Youtube-Kanal von Rheinbach liest besuchen. Stimmkarten liegen in den Rheinbacher Geschäften aus. „Die analoge Variante der Abstimmung haben wir bewusst gewählt, um die Menschen wieder verstärkt in die Innenstadt zu lotsen“, erklärt Steffi Scherer von der Agentur adfacts, die die Stimmkarten entworfen hat.
JOST
