Ein neuer Burggraf für Kobern-Gondorf
Ritter Heinrich und seine Knappen
Drei „Kowarer Jungs“ repräsentieren zukünftig ihren Heimatort
Kobern-Gondorf. Einst spielten die drei Kowarer Jungs – Nils Schütt, Peter Dötsch und Marcel Plé – dort wo Ritter Heinrich II. von Isenburg-Kobern den Tatzelwurm bezwang und den Kopf des Heiligen Matthias hinbrachte.
Es sind die Matthiaskapelle und die Ober- und Niederburg, die hoch über dem romantischen Moseltal thronen, in einer Landschaft mit sagenhaften Plätzen und Verstecken. Die Historie ihres Heimatortes lässt sie bis heute nicht los, sie fühlen sich der Tradition verpflichtet. So entstand die Idee, ab diesem Jahr ihren Ort offiziell zu repräsentieren und zwar in Gestalt des Burggrafen Ritter Heinrich mit zwei Knappen. Vor fünf Jahren schlossen sich die „Kowarer Jungs“ zusammen, um als tatkräftige Mannschaft diverse Veranstaltungen in Kobern zu unterstützen. Von Anfang an mit dabei ist Marcel Plé, der 1993 in Kobern geboren wurde. Er arbeitet bei der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel als Ver- und Entsorger.
Die Heimat und das Brauchtum sind ihm wichtig. Deshalb schlüpft er gerne in die Rolle eines Knappen. Peter Dötsch wird im Gefolge des Burggrafen der zweite Knappe sein. Er ist 1998 geboren, stammt aus der traditionsreichen Weinbaufamilie Dötsch-Haupt und ist seit vier Jahren bei den „Kowarer Jungs“. Er macht eine Ausbildung als Winzer, ist im dritten Lehrjahr in einem Winninger Weinbaubetrieb und setzt seine Lehre ab August an der Nahe fort. Vielleicht beeinflusste ihn seine Schwester Katharina bei seiner Entscheidung, als Knappe dem Burggraf zur Seite zu stehen. Denn sie repräsentiert Kobern-Gondorf als Weinkönigin. Schon als Kind wanderte Nils Schütt mit seinem Opa zu Burg und Kapelle. Wie sein Gefolge ist er in Kobern geboren, im Jahr 1998. Auch er ist seit vier Jahren bei den „Kowarer Jungs“. Er befindet sich in Ausbildung zum Garten- und Landschaftsbauer, strebt später eine Weiterbildung an. In seiner Rolle als Burggraf Ritter Heinrich möchte er die Chance nutzen, für Kobern zu werben. Es ist auch ihm wichtig, Traditionen zu bewahren. Alle drei sind mit vollem Herzen Koberner, fühlen sich mit der Untermosel verbunden. „Wir feiern lieber bei den Festen an der Mosel, anstatt nach Koblenz in die Disco zu fahren!“ Das ist ihre einhellige Meinung. Damit wollen sie für andere junge Menschen ein Zeichen setzen, ihnen mitteilen, dass es sich lohnt, Brauchtum zu pflegen. Ihr Beispielhaftes Verhalten soll sie anlocken, damit alte Traditionen – wie die Kirmes – nicht aussterben. Sie freuen sich auf ihre Aufgabe, die sie mit dem nötigen Ernst bewältigen werden. Im Rahmen des Wein- und Burgenfestes in Kobern-Gondorf am 2. Juli werden der neue Burggraf und sein Gefolge inthronisiert. Sie treten damit in die Fußstapfen von Monika und Willi Moritz, die ihren Ort viele Jahre als Burggrafenpaar repräsentiert haben. Bleibt noch eine Frage offen: „Wird es in naher Zukunft auch eine Burggräfin geben?“ Da lachen die Jungs, und Nils Schütt antwortet mit verschmitztem Lächeln: „Wer weiß?!“
EP
