Fröhliches Fest beim „Schlemmerabend“ auf dem Rhein in Bad Breisig
Ritterschlag für Torsten Ohlert
Bad Breisig. Der „Schlemmerabend“ ist seit 43 Jahren der Auftakt der „Kulinarischen Woche“, jenem Leistungsnachweis der quellenstädtischen Gastronomen, der sich längst die Aufmerksamkeit der Feinschmecker über die Region hinaus erworben hat. Für den beliebten „Schlemmerabend“ hatten die Veranstalter in der Vergangenheit schon eine ganze Reihe unterschiedlicher Lokalitäten heran gezogen; nicht jeder Saal ist für das lukullische Angebot von acht Meistern der Kochkunst geeignet, oder – wenn geeignet, auch verfügbar. So fand die Eröffnungsveranstaltung des besonderen Essens in der Vergangenheit schon in der mit viel Aufwand hergerichteten Jahnhalle statt, dann in der Sängerhalle, im Rheinhotel „Vier Jahreszeiten“, zuletzt einige Male in dem mit viel Einsatz dazu aufgerüsteten romantischen Ambiente des Freigeländes rund um die Sauna-Landschaft der Römer-Thermen. Wo immer der „Schlemmerabend“ stattfand – er war in den vergangenenvier Jahrzehnten stets eine erlebenswerte Veranstaltung, selbst dann, wenn er – wie im vergangenen Jahr – im Freien ein wenig verregnet war. Vor solchen Wetter-Unbilden aber wollten die Initiatoren sich und ihre Gäste in diesem Jahr bewahren; deshalb verlegten sie den Auftakt der „Kulinaria“ wieder unter ein schützendes Dach. Ihre Wahl fiel auf MS „Stadt Vallendar“, ein prächtiges, modernes Motorschiff, das ein vorzügliches Ambiente und mit seinen Einrichtungen alle Voraussetzungen dafür bot, die „Küchenschlacht“ des „Schlemmerabends“ kulinarisch zu gewinnen. Allerdings wurde im Gegensatz zu den bisherigen Auftakt-Veranstaltungen den etwa 180 Gästen kein Büffet offeriert, sondern es gab ein von acht Köchen gemeinsam zelebriertes Menü mit „Spezialitäten aus Österreich“. Die Idee dazu hatte das Hotel „Zur Mühle“, das in diesem Jahr an der Reihe war, die Vorreiter-Rolle zur „Kulinaria“ spielen; Beitrag der „Mühle“ zur „Kulinarischen Woche“ sind, wie immer, die „Österreichischen Schmankerl“. Was in diesem Zusammenhang bei MS „Stadt Vallendar“ aufgetischt wurde, war jedoch weitaus mehr als das; es erfüllte alle Erwartungen der Feinschmecker. Gaumenfreuden versprachen schon die Vorspeisen: Tafelspitz, mit Praline von Kalbsbäckchen, kalte Tomatensuppe und bunte Gemüseterrine. Im zweiten Gang gab es Bachsaibling, gefüllt mit Mousse von Lachsforelle auf Erbsenpüree und Rote Rüben-Sauce.
Dann der Hauptgang: Kalbsrücken, Eierschwammerl (Pfifferlinge) an Jus vom Blauen Zweigelt und Spinatnockerl. Das Dessert: Eine leckere Sacherschnitte mit Marillenkompott und Blaubeersorbet, dabei Palatschinken. Die acht Köche hatten ihre Sache mehr als gut gemacht; Fuzzy Dreesbach, Werbegemeinschafts-Chef, stellte sie vor, und alle erhielten ihren verdienten Beifall. Parallel zum guten Essen wurde der offizielle Teil des Abends abgewickelt. Klaus Reuter begrüßte im Namen der involvierten Gastronomen, begründete die Wahl des Veranstaltungsortes, dankte den Sponsoren und stellte den tollen musikalischen Entertainer des Abends vor: Tom Alaska, ein Künstler, der den großen Udo Jürgens fast originalgetreu auferstehen lässt. Verblüffend, wie er Titel, Timbre, Gehabe und Klavierpart seines Vorbildes beherrscht. Ein launiges Grußwort in Reimform sprach die in festlicher Robe gekleidete, charmante Brunnenkönigin Laura I. Im Namen des Landrats hatte Kreisbeigeordneter Friedhelm Münch, und Norbert Heidgen tat dies im Namen der Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch. Ihm blieb auch der Gruß an den Kreis anwesender ehemaliger „Ritter der Tafelrunde“ vorbehalten.
Mit Tilman Kerstiens, Emil Morsch, Franz-Josef Schneider und Peter Berndt waren immerhin vier „Ehemalige“ mit an Bord. Es kam zum Höhepunkt des Abends: Dem Abschied des bisherigen und der „Inthronisation“ des neuen „Ritters der Tafelrunde“. Peter Berndt verpackte viel „Dankeschön“ in seinen Abschiedsschmerz vom Ritter-Dasein. Die Aufgabe, für die viel gerühmte Bad Breisiger Gastronomie zu werben, habe ihm viel Spaß gemacht.
Der neue Ritter der Tafelrunde
Zugleich machte er die Bühne frei, denn der „Ritterschlag“ mit dem übergroßen Kochlöffel für seinen Nachfolger, den neuen, 38-jährigen Ritter Torsten Ohlert, Geschäftsführer von Eurawasser, stand an. Der Ritterschlag wurde ausgeführt von der Brunnenkönigin Laura. Wie sie versprochen hatte: Sie ließ Gnade walten und schlug nur ganz sanft zu. Außerdem musste Laura die in gefühltem Altdeutsch verfassten „Regularia“ für den „Ritter der Tafelrunde“ verlesen. Geradezu „erschröcklich“ für Ritter Torsten zu hören, was er über ein Jahr lang darf, nicht darf und leisten muss.
Nachdem seine neue Würde mit Umhängen der Amtskette durch die Brunnenkönigin unterstrichen war, ging er in seiner Antrittsrede auf seine Aufgaben mit Augenzwinkern ein. Er befürchtet, dass der Lateralschaden seines Einsatzes für die Bad Breisiger Kochkunst wohl auf „einige Hosengrößen“ hinaus laufen wird. Organisator Fuzzy Dreesbach erläuterte Ritter Torsten noch einmal die einzelnen Punkte des Ritterschlag - Dokuments und sorgte dafür, dass sich Ritter Torsten Ohlert per Unterschrift verpflichtete, während seiner einjährigen Amtszeit für Bad Breisig, vor allem für die quellenstädtische Gastronomie, werbend tätig zu sein. Der „Schlemmerabend“ wurde für den Rest des Tages eine fröhliche Fete mit guten Getränken, viel Musik, Gesang und Geselligkeit. Viele Freundschaften wurden gepflegt – und neue gegründet. Es war ein rundum gelungener Abend auf MS Stadt Vallendar, ein „Appetithappen“, der viel Gutes verspricht für die vom 22. bis 31. Juli dauernde „Kulinarische Woche.“ FA
