Swisttaler Sommerfest auf dem Zehnthofplatz in Odendorf
Römische Legionäre faszinierten nicht nur die jugendlichen Besucher
Veranstaltung war Teil des Aktionsjahres „Römisches Rheinland 2014“ - Swisttaler Vereine stellten sich vor
Odendorf. Hervorragend besucht war das „Swisttaler Sommerfest“, für das die Gemeindeverwaltung diesmal den Zehnthofplatz in Odendorf als Schauplatz auserkoren hatte. Selbst kurze Regenschauer konnten die Gäste nicht vom fröhlichen Feiern und Zusammensein abhalten, denn schließlich gab es genügend Unterstellmöglichkeiten.
Zwei römische Legionäre in voller Uniform aus der „XXI. Legion Rapax“, die im Jahre 70 nach Christus in Bonn stationiert war, gaben sich ebenfalls ein Stelldichein und waren wohl die Hauptattraktionen des Nachmittags. Mit dem Sommerfest beteiligte sich die Gemeinde Swisttal nämlich auch am Aktionsjahr „Römisches Rheinland 2014“.
Schon bei seiner offiziellen Eröffnungsansprache wies Bürgermeister Eckhard Maack auf die römische Historie auch der heutigen Gemeinde Swisttal hin und interviewte die beiden Mitglieder zum Leben eines römischen Legionärs sowie über die historische Bedeutung der Römer für die Bonner Region. Die „XXI. Legion Rapax“ hatte einst um 70 nach Christus die im Bataver-Aufstand zerstörte Holz-Erde-Befestigung der damaligen römischen Siedlung Bonna in neunjähriger Bauzeit durch ein steinernes Legionslager ersetzt. Im Verlauf des Nachmittags war der Informationsstand der Legionäre ein beliebter Anziehungspunkt, vor allem für abenteuerlustige Jungen, die gerne einmal selbst Helm, Beinschoner, Schild und Schwert an- und ausprobierten.
Im Zehnthaus selbst wurden Modelle der Römischen Kalkbrennerei Iversheim sowie eines römischen Kalkbrennofens gezeigt, außerdem gab es eine interessante Ausstellung über regionale Oberflächenfunde aus der Römerzeit. Am „Römer-Thementag“ warteten zudem zwei echte Experten auf ihrem Gebiet mit interessanten Lichtbildvorträgen im katholischen Pfarrzentrum Odendorf auf: Dr. Gerhard Bauchhenß referierte über den „Matronenkult. Einheimische Göttinnen in einer römischen Provinz“, und Prof. Dr. Klaus Grewe begab sich in seinem Vortrag auf die Suche nach römischen Relikten im Swisttal.
Bürgermeister Maacks besonderer Gruß galt aber auch seiner neuen Amtskollegin aus der französischen Partnerstadt Quesnoy-sur-Deûle, Rose-Marie Hallynck, die mit einer großen Delegation angereist war. Zusammen mit den Mitgliedern des Partnerschaftsvereins und zahlreichen Gästen aus nah und fern erfreuten sich die französischen Gäste an einem interessanten und abwechslungsreichen Bühnenprogramm auf dem Zehnthofplatz.
Den Auftakt machte „Eifeltroubadour“ Günter Hochgürtel mit seinen Unterstützern Rolf Krüger und Thomas Wille und Liedern voller rheinischer Lebensfreude. Großartig spielte auch das sinfonische Blasorchester „Tomburg Winds III“ unter der Leitung von Claus Kratzenberg auf. Gut angenommen wurden die Führungen durch die alte katholische Pfarrkirche St. Petrus und Paulus, während sich der Nachwuchs beim Kleinfeldtennis, beim Kinderschminken, auf der Hüpfburg, beim Basteln und Spielen vergnügte.
Der Zehnthausverein, der Kinder- und Jugendring Swisttal, die Kreativitätsschule Morenhoven, der Tennisverein und der Partnerschaftsverein Quesnoy-sur-Deûle informierten in eigenen Ständen über ihre Arbeit.
Wer es lieber etwas sportlicher angehen lassen wollte, war bei der Fahrradtour des ADFC, Ortsgruppe Swisttal, gut aufgehoben, denn die begab sich per Drahtesel auf die Spur der Römer. Vom Fronhof in Heimerzheim aus führte die Tour vorbei an zahlreichen interessanten Sehenswürdigkeiten rund um das römische Erbe in Swisttal. Über Gut Capellen in Dünstekoven, dem Aufschluss des Römerkanals in Buschhoven, den Pfeilernachbau der Aquäduktbrücke bei Lüftelberg und den Bahnhaltepunkt „Römerkanal“ mit seinem Kanalteilstück in Rheinbach ging es schließlich zum Ziel, dem Sommerfest auf dem Zehnthofplatz in Odendorf, wo die Radler mit einem lautstarken „Salve“ begrüßt wurden.
Fast wie ein echte römische Legionäre fühlten sich die Jungen, die in die Uniformteile der XXI. Legion Rapax schlüpften, wie hier Bertil Burggraf.
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