Dernau feierte dreitägigen Martinsmarkt
Rotten-Feuer, Lichterglanz und Kulinarik bei bester Stimmung
Liebevoll dekorierte Innenhöfe luden zum Verweilen ein
Dernau. Das Wein-Kultur-Dorf Dernau kann nicht nur auf eine jahrhundertelange Weinbautradition zurückblicken, sondern auch auf ein althergebrachtes St. Martins-Brauchtum, das seit dem Jahr 2000 harmonisch in den „Martinsmarkt der regionalen Genüsse“ eingebettet ist. Auch jetzt stand der Ort wieder ein Wochenende lang ganz im Zeichen des heiligen Martin. Schon freitags ging es mit der Öffnung der Winzerhöfe und einer romantischen Fackelwanderung durch die Weinberge der Dagernova Weinmanufaktur los. Der „richtige“ Martinsmarkt-Auftakt fand allerdings tags darauf gegenüber der St. Johannes Apostel Kirche statt. Weinkönigin Corinna Gilles, flankiert von ihren Weinprinzessinnen Miriam Marner und Elisabeth Kastenholz, sorgte auf charmant-souveräne Weise für die offizielle Eröffnung des Events. Sichtliche Vorfreude war bei den Grußworten von Ingrid Näkel-Surges und Elke Surges zu spüren, die den Martinsmarkt vor nunmehr fast zwei Jahrzehnten im Verkehrsverein Weindorf Dernau e.V. ins Leben riefen. Für die perfekte musikalische Begleitung sorgten die Kirchdauner Dorfmusikanten. Natürlich durfte auch St. Martin hoch zu Ross nicht fehlen. Als sich langsam die Dämmerung über Dernau legte, sollte das Weindorf im Feuer- und Lichterschein erstrahlen. Auf den ringsum gelegenen Bergen entzündeten die fünf Dernauer Rotten Pat Nöcke, Kiere, Ortesse, Haardte und Baache ihre imposanten Martinsfeuer – eines schöner als das andere. Unten zog der seit 1927 von der Freiwilligen Feuerwehr Dernau organisierte St. Martinsumzug als funkelnder Lindwurm durch das Dorf, wobei die Vielzahl der selbst gebastelten Laternen besonders ins Auge fiel. St. Martin war sowieso im Dauereinsatz, verteilte auch am Sonntag jede Menge Martinswecken an die kleinen Gäste, die sich zudem an einem Kinderkarussell erfreuen konnten. Optisch schmiegten sich die urigen Holzhütten mit allerlei Waren und Leckereien perfekt in die historischen Dernauer Straßen rund um die St. Johannes Apostel Kirche. Eben jene Straßen waren von zahlreichen Besuchern aus nah und fern stark frequentiert, was der entspannten Atmosphäre keinen Abbruch tat.
Regionale Produkte und Handwerkskunst
Immer wieder luden Strohballen zum Verweilen ein, das überwiegend aus regionalen Produkten bestehende Angebot der Händler reichte von Honig, Mandeln, Marmeladen, Ziegenkäse, Senf, Brezeln, Nüssen und Süßwaren bis hin zu Gewürzen. Freunde von Deko-Artikeln und Kunsthandwerk kamen unter anderem dank Besenbindern, Wohndekorationen, verschiedenem Holzschmuck, Wurzelkrippen, Schmucksteinen, Modeaccessoires, Weihnachtsfloristik und Schmiedekunst alles andere als zu kurz. Schier überwältigend präsentierte sich die Auswahl an kulinarischen Spezialitäten, allen voran natürlich der Wein der Weingüter Schumacher, Gebrüder Bertram, Meyer-Näkel, Heiner, Schlosshof Marienthal, Riske, Bertram, Klosterhof, H.J. Kreuzberg, Ernst Sebastian, Kriechel und Dagernova Weinmanufaktur. Ob Döppekooche, Burger, Eintöpfe, Braten, Suppen, Wildspezialitäten, Flammkuchen, Rievkooche, Gänsekeule, Teigtaschen oder herzhaftes vom Grill - da war im wahrsten Sinne des Wortes für jeden Geschmack etwas dabei. Der landwirtschaftliche Betrieb „Schopphof“ aus Esch war sogar mit einem ganzen Hofladen vertreten. Ein weiteres Highlight war das opulente Kuchenbuffet der KFD-Frauen im Pfarrhaus, die von den Gästen regelrecht überrannt wurden. Freie Plätze waren im Pfarrhaus jedenfalls ständig Mangelware.
Live-Musik „Em Höttche“
Überaus sehenswert beim Martinsmarkt sind auch die von einigen Dernauer Bürgern geöffneten und liebevoll dekorierten Innenhöfe. Hier seien stellvertretend „Paddy`s Hof“ (Römerstraße) sowie die Winzerhöfe „Em Höttche“ und „Em Eselsstall“ (beide Hauptstraße) genannt, wo neben Speis und Trank beste Stimmung und – zumindest „Em Höttche – auch Live-Musik geboten wurde. Im Eselsstall sorgte ein DJ – St. Martin hin oder her – auch mit kölschen Hits für Partyatmosphäre. Kein Wunder, fiel ein Teil des Martinsmarktes doch auf den 11.11. und damit auf Start der jecken Zeit. Für den guten Zweck, nämlich zugunsten der Kinderkrebsklinik Bonn, veranstaltete der „Laternenhof“ in der Bachstraße eine große Verlosung. Auch der Förderverein der Dernauer Kindertagesstätte bewirtete die Besucher mit Würstchen und Glühwein. Selbst hoch oben auf dem Krausberg huldigte man mit einem „Martinsmenü“ aus Reibekuchen und Lachs dem Martinsmarkt.
Bei gutem Dernauer Wein herrschte beste Stimmung.
Die vielen Verkaufsstände wurden von den Besuchern umlagert.
Zahlreiche Besucher aus nah und fern strömten auch in diesem Jahr wieder zum Dernauer Martinsmarkt.
Eine Alternative zu Live-Musik und DJ: Der Drehorgel-Mann.
