Zum elften Mal wurde Unkel am Wochenende zum Mekka der Freunde von hochwertigem Design
Rund 65 Aussteller präsentierten auf der Rheinpromenade ihre vielseitigen Produkte
Unkel. Bereits zum elften Mal hatte die Stadt Unkel am Wochenende in Kooperation mit Bernd Roeter, den ehemaligen Leiter der „Beratungsstelle für Formgebung“ in Rheinland-Pfalz, zu „design & gestaltung am Rhein“ eingeladen. Bereits zum vierten Mal fand die beliebte design-Messe nicht wie ursprünglich an den beiden Pfingstfeiertagen statt, nachdem in Rheinland-Pfalz Märkte an kirchlichen Feiertagen per Gesetz verboten worden waren. „Hauptsache der Himmel hat sich heute Vormittag genug ausgeweint“, sprach ihm einer der rund 65 Aussteller am Samstagmittag bei strahlendem Sonnenschein und fast schon hochsommerlichen Temperaturen auf der Rheinpromenade aus der Seele.
Nur eine Woche nach den „offenen Ateliers“ der Kunst- und Kulturschaffenden Unkels hatten die Aussteller wieder auf der idyllischen Rheinpromenade vom Fronhof im Norden bis zum Platz vor der Marienstatue im Süden ihre Stände und Pavillons mit liebevoll designten Gegenstände aus Holz, Metall oder Keramik mit und ohne Gebrauchsfunktion, mit individuellem Schmuck aus Gold und Silber und mit modisch-kreativen Accessoires aufgebaut.
Wie wird Alpakawolle gespinnt?
Farbige Glasobjekte auf hohen Metallstäben, die sicher in Sandeimern verankert waren, glitzerten verführerisch in der Maisonne. Dies brachte die interessierten Besucher locker ins Schwitzen, ohne dass sie sich etwa flauschige Westen und Pullover, Jacken und Schals aus Alpakawolle angezogen hätten. Aus dem Westerwald mitgebracht hatte diese warmen Kleidungsstücke die Besitzerin einiger Exemplare der aus den Anden stammenden Kamelart. Und die Westerwälderin ließ auch gleich ein Spinnrad schnurren, um zu demonstrieren, wie die Wolle dieser ruhigen und friedlichen Tiere gesponnen wird.
Nebenan entführte ein Stand in die bekanntesten Weinregionen Frankreichs, während gegenüber ein Imker die Produkte seiner fleißigen Insekten feilbot, vom Honig unterschiedlichster Blütenprovenience über Propolis und Gelee Royal bis zum kräftigen Bärenfang. Wein und Süßes gab es auch wieder am Stand der Stadt Unkel. Allerdings wurde dort vor allem „Sonnenberg“ und andere Weine aus Unkel zu süßen wie auch deftigen Köstlichkeiten aus der Türkei ausgeschenkt.
Vertreten wurde die Kulturstadt am Rhein auch nicht weit entfernt vom „lebenden Weidensofa“, das Andrea Schwank vor Jahren für die ersten Unkeler Gartentage aufgebaut hatte. Dort zeigten Mitglieder der Künstlergruppe „panta rheiN 637“ um Britta Bellin-Schewe, Anja Rihm und Tuncay Elevis ihre Arbeiten, neben denen sich Naturseifen aus Schafs- und Stutenmilch, Badecupcakes, die etwa nach Lindenblüte, Verbenen sowie Rosen dufteten, und Badekugeln „Mango/Vanille“ sowie Deos und Cremes türmten. Mittels der Nase angesprochen wurden die Besucher auch am Stand, der „Duft für Raum
und Seele“ anbot, und zwar von Bergamotte über Lavendel und Lemongras bis hin zu Zimt und Zitrone.
Schwere Glasschalen und -platten schienen ihr Gewicht angesichts zart-grüner Ginkgoblätter zu verlieren, während sich auf Anderen dicke gelbe Zitronen oder rote Blütenkelche breitmachten. Diesen „erleichternden“ Effekt konnten und sollten die Vasen und Keramiklampen aus mit Porzellan überzogenen Tonplatten trotz eines anschließenden „Piercings“ nicht vermitteln, die ein Keramiker aus dem Donnersbergkreis neben seinen patentierten Weinkühlern an den Rhein mitgebracht hatte.
Einmaliges Ambiente zwischen dem romantischen Rheinufer und den historischen Gebäuden
„Das Ambiente zwischen dem romantischen Rheinufer und den historischen Gebäuden an unserer autofreien Promenade liefert nun wirklich eine einmalige Kulisse für die unterschiedlichen Design-Arbeiten, alles ausgesucht schöne Produkte von hoher gestalterischer Qualität“, schwärmte Stadtbürgermeister Gerhard Hausen. Rex Stephenson habe mit der Premiere in 2007 den Startschuss für Unkel als Kunst- und Kulturstadt gegeben, in der der weit über die Grenzen der Region bekannte Designmarkt, längst ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders sei.
DL
Vorbei an einer weißen Büste führte der Weg zu Schmuck und Keramik an der Rheinpromenade.
