Handwerk stärken Rhein-Lahn
Runder Tisch Handwerk in Bad Ems stärkt regionale Betriebe im Rhein-Lahn-Kreis
aus Koblenz
Bad Ems. Wie können die Rahmenbedingungen für die Handwerksbetriebe im Rhein-Lahn-Kreis weiter verbessert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Runden Tisches Handwerk mit Landrat Jörg Denninghoff in der Kreisverwaltung in Bad Ems. Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Lahn brachte dabei die aktuellen Anliegen und Erwartungen ihrer Mitgliedsbetriebe ein.
Die Zusammenkunft war erneut von einem offenen, vertrauensvollen und konstruktiven Austausch geprägt. Landrat Jörg Denninghoff und die Vertreter des Handwerks diskutierten praxisnah über die wirtschaftliche Situation der Betriebe, bestehende Belastungen und konkrete Handlungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene. Deutlich wurde dabei erneut, wie wertvoll der regelmäßige direkte Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Handwerk ist.
Als Grundlage für das Gespräch hatte die Kreishandwerkerschaft Rhein-Lahn im Vorfeld eine Umfrage unter 176 Handwerksbetrieben durchgeführt. 34 Betriebe beteiligten sich. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 19,3 Prozent.
Die Ergebnisse zeigen, dass die wirtschaftliche Lage des regionalen Handwerks derzeit noch überwiegend stabil ist. 59 Prozent der teilnehmenden Betriebe bewerten ihre aktuelle Situation als gut, weitere 15 Prozent sogar als sehr gut. 24 Prozent beurteilen ihre Lage als befriedigend. Beim Blick auf die kommenden zwölf Monate überwiegt allerdings die Zurückhaltung: 74 Prozent erwarten eine unveränderte Entwicklung, 18 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung und lediglich neun Prozent mit einer Verbesserung.
Als größte Belastung nannten die Betriebe Bürokratie und Dokumentationspflichten. Darauf folgen hohe Lohn-, Sozial- und Steuerbelastungen sowie gestiegene Energie-, Material- und Betriebskosten. Auch der Fachkräftemangel, langwierige Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren sowie der Mangel an geeigneten Auszubildenden beschäftigen die Unternehmen.
Konkrete Erwartungen richten sich auch an den Rhein-Lahn-Kreis. Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen schnellere Bearbeitungs- und Genehmigungsverfahren. Darüber hinaus wünschen sich die Betriebe eine bessere Erreichbarkeit und Kommunikation der Kreisverwaltung, eine stärkere handwerkliche Berufsorientierung an den Schulen sowie die Sicherung der Berufsschulstandorte und Fachklassen. Regionale Unternehmen sollen zudem frühzeitiger über öffentliche Ausschreibungen informiert und bei Vergabeverfahren angemessen berücksichtigt werden.
Auch die offenen Antworten der Umfrage zeichneten ein klares Bild: Gewünscht werden weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen, kurze Meldewege und feste Ansprechpartner. Die Betriebe fordern außerdem eine konsequentere Bekämpfung von Schwarzarbeit und unerlaubter Handwerksausübung. Als wichtig wurden ebenfalls die weitere Unterstützung der JOBNOX-Börse und eine mittelstandsfreundliche Vergabe öffentlicher Aufträge hervorgehoben.
„Das Handwerk ist die Wirtschaftsmacht von nebenan. Unsere Betriebe schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, zahlen Steuern und Sozialabgaben und übernehmen Verantwortung für die Menschen vor Ort. Gerade die vielen kleinen und mittleren Unternehmen halten die Wirtschaft im Rhein-Lahn-Kreis Tag für Tag am Laufen“, lautet das Fazit der Kreishandwerkerschaft Rhein-Lahn.
Diese wirtschaftliche und gesellschaftliche Leistung müsse stärker wahrgenommen und durch verlässliche Rahmenbedingungen unterstützt werden. Das gelte insbesondere für die meist inhabergeführten Betriebe, die fest in ihren Städten und Gemeinden verwurzelt seien und einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgung, Ausbildung und Lebensqualität im ländlichen Raum leisteten.
Der Runde Tisch machte erneut deutlich, dass Landkreis und Handwerk viele gemeinsame Interessen verfolgen. Der persönliche Austausch mit Landrat Jörg Denninghoff wurde von allen Beteiligten als ausgesprochen positiv und gewinnbringend bewertet. Entscheidend sei nun, die angesprochenen Themen weiterzuverfolgen und aus dem Dialog konkrete Maßnahmen abzuleiten.
Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Lahn wird sich deshalb auch weiterhin dafür einsetzen, dass die Stimme der Betriebe gehört wird. Denn ein starkes Handwerk ist eine wesentliche Voraussetzung für eine wirtschaftlich erfolgreiche und lebenswerte Region.
Bildunterschrift
(Foto: Jennifer Hamm): Gruppenbild mit Landrat J. Denninghoff, WFG GF Tanja Steeg, Vorstand der Kreishandwerkerschaft Rhein-Lahn mit Hauptgeschäftsführer U. Hoffmann und Geschäftsführer T. Dudkiewicz.
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Gruppenbild mit Landrat J. Denninghoff, WFG GF Tanja Steeg, Vorstand der Kreishandwerker-schaft Rhein-Lahn mit Hauptgeschäftsführer U. Hoffmann und Geschäftsführer T. Dudkiewicz. Foto: Foto: Jennifer Hamm