Feier zum Weltgebetstag wurde von der kfd Ohlenberg gestaltet
„Schrei nach Gerechtigkeit“
Ohlenberg. „Der Schrei um Hilfe, der Schrei nach Gerechtigkeit richtet sich an Gott“ - er begleitete die Fürbitten im Gottesdienst, der am Weltgebetstag in der Pfarrkirche St. Nikolaus Ohlenberg stattfand. Der südostasiatische Inselstaat der Philippinen, in dem große gesellschaftliche und soziale Missstände herrschen, war in diesem Jahr das Schwerpunktland des Weltgebetstags. Philippinische Frauen haben eingeladen, gegen unerträgliche Ungerechtigkeiten in ihrem Land aufzustehen und für globale Gerechtigkeit einzutreten. Die beispielhaften Geschichten von den drei Frauen Merlyn, Celia und Editha, die im Gottesdienst zu Wort kamen, stehen für das Leben vieler philippinischen Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt oder des Sexhandels sind oder unter unwürdigen Bedingungen ihren Lebensunterhalt im eigenen Land oder im Ausland verdienen müssen. Es sind Frauen mit tiefen Wunden. Sie stellen viele Fragen, unbequeme Fragen, auf die Antworten nicht leicht zu finden sind. All diese Aspekte wurden in dem Gottesdienst in Ohlenberg in Liedern und Gebeten vor Gott getragen. In das Zentrum ihrer Liturgie haben die philippinischen Frauen das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg aus dem Matthäusevangelium gestellt. Reis ist das Grundnahrungsmittel für die Menschen auf den Philippinen. Und: Reis ist Leben, Reis verbindet die Menschen. So wurden im Gottesdienst in Ohlenberg symbolhaft kleine Tüten mit fair gehandeltem Reis an die Gottesdienstbesucherinnen verteilt, mit dem Appell, den Reis zuhause unter den eigenen Reis zu mischen, ihn in Gemeinschaft zu kochen und ihn als Zeichen des geteilten Lebens gemeinsam zu essen. Dann wurde Reis in einer Schüssel zum Altar gebracht, wo er neben weiteren fair gehandelten Produkten, landestypischem Obst und Gemüse und verschiedenfarbigen Orchideen als „Zeichen der Sehnsucht, Hoffnung in diese unfaire Welt zu bringen“ seinen Platz fand.
Der Gottesdienst machte unter anderem deutlich, dass die Frauen es in der männlich dominierten Gesellschaft besonders schwer haben und unter geschlechterspezifischer Diskriminierung und Gewalt zu leiden haben, dass sie sich aber zornig, kämpferisch und selbstbewusst für ein Leben in Würde und Gerechtigkeit starkmachen.
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