Allgemeine Berichte | 03.06.2015

- Anzeige - Energieautark aus Holzabfällen und Photovoltaik

Schreinermeister Hanns-Georg Mostert ist Klimapate 2015

Bei der Preisübergabe: (v.l.) Bürgermeister Stefan Raetz, Klimapate Hanns-Georg Mostert, Hermann Schlagheck, Wolfgang Rösler, Hartmut Kirchner und Volker Ludwig. -Weigert-

Rheinbach. Schon der Elektro-Firmenwagen im Hof der Schreinerei Mostert in der Koblenzer Straße 4 zeigte den Gästen, hier haben Klima und Umweltschutz einen hohen Stellenwert. Die Gäste, das waren allen voran Professor Hermann Schlagheck, Wolfgang Rösler, Hartmut Kircher und Volker Ludwig vom Netzwerk Klimapaten sowie Bürgermeister Stefan Raetz.

Hanns-Georg Mostert, Geschäftsführer der Traditionsschreinerei, wurde mit dem Preis des „Klimapaten 2015“ ausgezeichnet. Eine 3-köpfige Jury aus dem rd. 100 Personen umfassenden „Netzwerk Klimapaten“, deren Mitglieder aus den linksrheinischen Gemeinden von Bornheim bis Wachtberg kommen und das sich aus der Projektgruppe „Erneuerbare Energien - Energieeffizienz“ gebildet hat, hat den Rheinbacher Schreinermeister sehr gezielt als 6. Klimapaten der Region ausgewählt.

In seiner Laudatio begründete Dr. Volker Ludwig die Wahl Mosterts mit dessen konsequentem Weg, sowohl in seinem Betrieb als auch bei privaten Investitionen eine nachhaltige Entwicklung mit dem Ziel der Ressourcenschonung und eines klimaneutralen Lebens und Arbeitens zu erreichen. Er installierte eine Feststoffheizung, die er mit den Holzabfällen aus der Schreinerei betreibt. Bei der Sanierung des von ihm bewohnten Altbaus ersetzte er die Gasheizung und schloss das Gebäude an die Biomasseheizung an. Auf diese Weise werden 650 Quadratmeter Gewerbe- und Wohnflächen CO²-neutral beheizt, was ca. 12.000 bis 15.000 Liter Heizöl pro Jahr entspricht. 2010 ließ er zudem eine Photovoltaik-Anlage auf seinen Dächern installieren, sodass ca. 15.000 kWh pro Jahr mehr erneuerbar erzeugter Strom in das Stromnetz einspeist, wird als er an Strom bezieht. Seit 2014 ist der Unternehmer dabei, die Beleuchtung seines Betriebes von den bisherigen Leuchtstoffröhren auf LED-Lampen umzustellen. Dies soll ein weiterer Beitrag zur Stromersparnis sein. Zudem schaffen die LED-Lampen bessere Arbeitsbedingungen, da dieses Licht flackerfrei und kontrastreicher ist, was auch dem Arbeitsschutz zugutekommt.

Anerkennung auch vom Bürgermeister

Auch Bürgermeister Stefan Raetz war beeindruckt: „Herr Mostert ist ein guter Botschafter der Stadt Rheinbach. Die Idee des Klimapaten ist es ja, andere Menschen zu finden, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch für unser Klima und unsere Umwelt engagieren wollen.

Es gibt ja vielerlei Fördermittel, trotzdem muss es immer den Menschen geben, der sich für diese Ziele einbringt.“

Die nächsten Ziele hat sich Hanns-Georg Mostert bereits gesteckt. Er will das Regenwasser auffangen und als Brauchwasser nutzen.

Auf dem Betriebsgelände ist auch ein Kutschenmuseum, in dem regelmäßig Konzerte veranstaltet werden. Da wird viel Wasser verbraucht, „überwiegend in den Toiletten, und dazu ist unser gutes Trinkwasser doch zu schade“, so der Schreinermeister. Mit der Anschaffung eines neuen, größeren Firmenwagens allerdings geht es nicht so recht voran. Da gibt es auf dem Markt offenbar nicht so viele Elektrofahrzeuge in Transportergröße.

Neben der Urkunde, in der die Auszeichnung festgehalten wurde, gab es auch einen „Wanderpokal“, der allerlei „Wohlstandsmüll“ enthält, von alten Batterien bis zum Holzabfall. Mal sehen, wer ihn 2016 bekommen wird.

Bei der Preisübergabe: (v.l.) Bürgermeister Stefan Raetz, Klimapate Hanns-Georg Mostert, Hermann Schlagheck, Wolfgang Rösler, Hartmut Kirchner und Volker Ludwig. Foto: -Weigert-

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