Zeigten, was das Handwerk kann: Tischler-Innungen gewährten Einblicke in Arbeitsalltag
Schreinerwerkstätten öffneten ihre Pforten
Kaisersesch/Region. Zum „Tag des Tischlerhandwerks“ öffneten Schreinerwerkstätten in Rheinland-Pfalz jetzt ihre Pforten. Mit dabei: „Rieger, die creative Schreinerei“ aus Kaisersesch. Gern gewährte Christoph Rieger, Obermeister der Tischlerinnung Mayen allen Interessierten Einblicke in den Arbeitsalltag. Auch die rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete Dr. Anna Köbberling, Gerhard Weber, Stadtbürgermeister von Kaisersesch, Bernd Hammes, Geschäftsführer der Handwerkskammer Koblenz, MdB Peter Bleser, Kreishandwerksmeister Rainer Angsten und Gregor Orth sowie Helmut Weiler, Hauptgeschäftsführer der KHS Mittelrhein, ließen es sich nicht nehmen, vorbeizuschauen und auf die Vorteile einer handwerklichen Ausbildung hinzuweisen.
Denn wer sich heutzutage auf den „Holzweg“ begibt, hat alles richtig gemacht. „Das Handwerk steht gut da und bietet beste Zukunftschancen“, formulierte Bernd Hammes treffend. Das war die Botschaft, die es nach außen zu tragen galt, in Wort und Tat. Nach einer anregenden Diskussion im Foyer des Hauses, wie die Jugend wieder verstärkt auf Handwerksberufe aufmerksam gemacht werden könnte, ging es in die Werkstatt.
Azubis beim Arbeiten über die Schulter geschaut
Auch hier sprang der Funke über. Nicht nur, dass formschöne Hängeliegen und Schaukelstühle zum Probesitzen einluden. Vor allem konnte den Azubis beim Arbeiten über die Schulter geschaut werden. Und wer wollte, wurde selbst tätig, fertigte zum Beispiel eine hölzerne Vase oder ein Tablett.
„Tischler ist ein abwechslungsreicher Beruf, jeder Tag bietet schöne Herausforderungen und man kann mit den Kunden Neues entwickeln.“ Das, sagt Christoph Rieger, möchte er den Interessenten vermitteln. Ob Bauernschrank, hölzerne Akustikwandverkleidung für die Aula des Hauses Wasserburg oder der besondere Kundenwunsch wie: „Ich hätte gerne eine Haustür, durch die ich jeden Morgen die Sonne aufgehen sehe“. All dies ist Tischlersache. „Wir gestalten Lebensräume“, so Rieger. Nicht nur für den Kunden. Wer schreinern kann, sei auch in der Lage, sein eigenes Haus wunschgemäß selbst zu gestalten.
Wie das geht, zeigte Florian Thönnes. Der Azubi im zweiten Lehrjahr fertigte unter den Augen der Zuschauer eine Eichentür für seinen Fernsehtisch. Furnierpresse, Kantenanleimmaschine, Schleifmaschine, Formatkreissäge, dies und noch mehr konnte besichtigt werden.
Kreishandwerksmeister Rainer Angsten wies die Vertreter der Politik erneut auf die Idee zum Handwerksjahr hin. Das Konzept, gemeinsam mit der Hwk erarbeitet, liege fertig in der Schublade. Allein die Finanzierung sei noch nicht geklärt. Ähnlich wie das Soziale Jahr könnte ein Handwerksjahr von jungen Leuten nach dem Schulabschluss genutzt werden, um in verschiedene Handwerksberufe zu schnuppern - inklusive Auslandsaufenthalt.
Ob Rückkehr zur Meisterpflicht, kostenfreie Meisterprüfung oder vermehrte Durchlässigkeit im Bildungssystem: All diese Maßnahmen, so die Akteure, sollen helfen, das Handwerk in puncto Image wieder dort zu positionieren, wo es hingehört - nach vorne. Mit Dr. Anna Köbberling waren sich alle einig: „Wir müssen nach außen hin klarmachen, dass eine Handwerksausbildung genauso wichtig und wertig ist wie ein Studium.“ Pressemitteilung
Tischler-Innung Mayen
In der Werkstatt konnten allerlei Dinge betrachtet werden.
