Allgemeine Berichte | 27.03.2018

Inselgymnasium Nonnenwerth lud zu „MINT am Abend“ ein

Schüler bewiesen Forschergeist

Emilia Hillesheim demonstrierte in ihrer Facharbeit, wie man das Thema „Evolution“ im Biologie-Unterricht spannend gestalten kann.  privat

Remagen. Oberstufenschüler referieren in einer Abendveranstaltung zu biologischen, chemischen, physikalischen, mathematischen und medizinischen Themen. Unter- und Mittelstufenschüler zeigen ihre Konstruktionen, ihre Experimente oder selbst programmierte Computer-Spiele. Das kann nur eins bedeuten: Am Franziskus Gymnasium Nonnenwerth fand erneut die Traditionsveranstaltung „MINT am Abend“ statt.

Im Rahmen dieser Wissenschafts-Show präsentierten in der Aula des Inselgymnasiums Nonnenwerther Schülerinnen und Schüler ihre mathematischen und naturwissenschaftlichen Fach- und Forschungsarbeiten einer breiteren Öffentlichkeit. Dabei wurde ein breites Themenspektrum abgedeckt, es gelang den Schülern, ihre Ansätze allgemein verständlich und ansprechend zu vermitteln.

Die Jüngeren präsentierten in der Pause auf Postern und live ihre Forschungsergebnisse wie zum Beispiel ein wasserstoffbetriebenes Auto oder Naturfarbstoffe, die sie in der Forscher-AG von Jeanette Latus und Tobias Guttenberger erzielt hatten und mit denen sie sehr erfolgreich am Wettbewerb „Schüler experimentieren“ teilgenommen haben, oder auch selbst programmierte Computer-Spiele, die in der Programmier-AG von Wolf-Thomas Kress entstanden sind. Und schließlich noch einige Konstruktionen wie eine „Energieverschwender-Maschine“ oder ein Berg-Rennauto, die für den Wettbewerb „Explore Science“ entstanden.

In diesem Jahr wurde zudem zum ersten Mal der Nonnenwerther Science-Slam-Preis für die beste Präsentation vergeben. Dazu dürfte das Publikum am Ende durch seinen Applaus den beliebtesten Beitrag bestimmen. Hier hatte in der Kategorie „Facharbeit“ Frederic Klemm mit seiner physikalischen Betrachtung von Taylorreihen-Entwicklung die Nase vorn, während in der Sekundarstufe I Mark Braun am lautesten beklatscht wurde.

Fazit: Ein spannender, informativer und fesselnder Abend rund um die Wissenschaften, der wieder einmal deutlich machte, auf welch hohem Niveau die Jugendlichen auf der Insel im MINT-Bereich forschen und arbeiten.

Probleme von Technik bis Kosmetik behandelt

Aus der MSS 12 wurden die folgenden Facharbeiten präsentiert: In ihrer bei „Jugend forscht“ preisgekrönten Arbeit beschäftigten sich Malte Harzem und Niclas Alfter mit der Fragestellung, ob das Smartphone die neue Generation der Recherche darstellt. Sie verglichen das Smartphone mit herkömmlichen Schulbüchern und zeigten geschlechts- und altersbezogene Unterschiede in der Nutzung auf.

„Rissige Haut, kennen Sie das? Dann cremen Sie sich sicherlich ein. Doch wissen Sie eigentlich, was in diesen Cremes enthalten ist und wie die Haut auf bestimmte Inhaltsstoffe reagiert?“ Diesen Fragen ist Iris Herrmann in ihrer Facharbeit nachgegangen.

Zylinder mit demselben Gewicht und demselben Volumen, die sich unterschiedlich schnell drehen? Friedrich Holtorf beschäftigte sich mit der experimentellen Bestimmung von Trägheitsmomenten und erklärte anhand selbst gebauter Beispiele, wie das funktionieren kann.

Jannic Matros untersuchte die antibakterielle Wirkung von Ingwerwurzeln und verglich diese mit der Wirkung eines Antibiotikums. Außerdem lotete er das Potenzial von Ingwer zur Bekämpfung von Alzheimer, Krebs und Reiseübelkeit aus.

Wie kann man Biologie-Unterricht zum Thema Evolution spannend gestalten? Emilia Hillesheim lieferte hierfür interessante Praxisbeispiele aus ihrer Facharbeit zur „Grube Messel“, einem Fundort für Fossilien, der 1995 zum Weltnaturerbe erklärt wurde.

Oft beschreiben komplizierte mathematische Funktionen physikalische Vorgänge. Wie man diese vereinfachen kann und die Natur trotzdem noch mit guter Näherung mathematisch beschreibt, zeigt Frederic Klemm in seiner Facharbeit zum Thema Taylorreihen-Entwicklung und deren Anwendung in Physik.

Elena Horak untersuchte die Auswirkungen von Kraftsport auf die Persönlichkeitsentwicklung insbesondere bei Frauen.

Janko Kremer hat sich in seiner Facharbeit die Frage gestellt, ob eine Reise zu fremden Sternen und anderen Galaxien möglich ist. In Prüfungen und Klausuren ist es ein bekanntes Bild: In letzter Sekunde wird Traubenzucker „eingeworfen“, andere dagegen schwören auf die altbekannte Banane. Lili Pesau hat die Auswirkungen verschiedener Zucker auf die Konzentrationsfähigkeit miteinander verglichen.

Alternative Energie und Plastikmüll beschäftigte Schüler

Aus der Sekundarstufe I werden im Rahmen der Posterpräsentation die folgenden Themen vorgestellt: Justus Henn und Jérémie Baum (6a) interessierten sich für eine moderne Art der Energiegewinnung: die Brennstoffzelle. Sie konstruierten ein Gerät, um Wasser aufspalten zu können, und nutzen den gebildeten Wasserstoff, um Strom zu erzeugen. Nun wollen sie diesen Antrieb in ein Elektroauto einbauen.

Sophie Brassel, Niklas Brockhagen und Simon Haak (7a) wollten wissen, ob sie mit selbst isolierten pflanzlichen Farbstoffen T-Shirts färben können. Dabei nahmen sie auch die Farbstoffe selbst unter die Lupe und untersuchten ihre Wirkungsweise.

Marius Lorscheid (7a) suchte nach einer Lösung für das Problem des Plastikmülls. Er entwarf eine Kunststofffolie aus Stärke und untersuchte sie auf ihre Zersetzbarkeit, indem er sie unterschiedlichen Elementen (Luft, Erde, Wasser, Salzwasser) aussetzte.

Finn Philippsen (7a) stellte sein in Programmiersprache Scratch selbst geschriebenes Pinguin-Spiel vor, in dem Fledermäuse von einem Pinguin mit Melonen abgeworfen werden müssen. Thomas Smit (7a) ließ in seinem ebenfalls in Scratch verwirklichten Drachen-Spiel die Fabelwesen auf Hochhäusern herumklettern.

Mit seinem Beitrag „Energieverschwender“ zum Wettbewerb „Explore Science“ wurde Mark Braun (9a) Preisträger. Die Aufgabe bestand darin, einen Mechanismus zu entwickeln, bei dem in einer Kettenreaktion möglichst viele Energieformen in andere umgewandelt werden.

Beim gleichen Wettbewerb fanden Florian Baltes und Florian Förster (6b) heraus, wie man ein Auto ohne elektrische Energie möglichst schnell eine Rampe hinauf fahren lassen kann, um das „Bergrennen“ für sich zu entscheiden.

Emilia Hillesheim demonstrierte in ihrer Facharbeit, wie man das Thema „Evolution“ im Biologie-Unterricht spannend gestalten kann. Foto: privat

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