Projekt im Sozialkundeunterricht der Hildegard von Bingen Schule Koblenz fördert die Erinnerungskultur
Schülerinnen und Schüler säubern Stolpersteine
Koblenz. Mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit und Engagement widmeten sich die Unterstufenschüler im Ausbildungsgang der Sozialassistenz der Hildegard von Bingen Schule Koblenz einer tiefgreifenden Auseinandersetzung mit den dunklen Kapiteln des Zweiten Weltkriegs und der damit einhergehenden Judenverfolgung in ihrer Heimatstadt. Während ihres Sozialkundeunterrichts entwickelten die Auszubildenden eine intensive Neugierde und Empathie für die Geschichten der betroffenen Familien und Individuen. Um diese persönliche Verbindung zur Geschichte von Koblenz zu vertiefen, schlugen sie vor, die lokal verlegten „Stolpersteine“ näher zu untersuchen.
Die „Stolpersteine“ sind kleine, in Gehwege eingelassene Gedenktafeln aus Messing, die vor den früheren Wohnorten der Opfer des Nationalsozialismus liegen. Sie dienen dazu, an die tragischen Schicksale der Menschen zu erinnern, die während der Nazi-Herrschaft verfolgt, deportiert und getötet wurden. Sie sollen symbolisch die Passanten zum „Stolpern“ bringen und somit die Erinnerung an die Opfer des Holocausts aufrechterhalten.
In einem Ausdruck tiefer Anerkennung und Wertschätzung nahmen die Schülerinnen und Schüler sich die Zeit, die „Stolpersteine“ gründlich zu reinigen. Mit Blumen, herzlichen Kreidemeldungen, Kerzen und weiteren liebevoll gestalteten Elementen schufen sie eine ehrfurchtsvolle Atmosphäre um diese Gedenkstätten.
„Die Auseinandersetzung mit den Stolpersteinen und der damit verbundenen Geschichte war für mich eine sehr emotionale Erfahrung. Es zeigt, wie nah die schrecklichen Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges uns sind – auch hier in Koblenz. Durch das Reinigen der Steine, das Aufstellen der Kerzen und Blumen und der Formulierung passender Texte und Sprüche waren wir den Menschen von damals gefühlt sehr nah“, sagt Emily Witzenhausen, Schülerin der Hildegard von Bingen Schule Koblenz.
Berit Pötter, ebenfalls Schülerin, ergänzt: „Mit der Aktion möchten wir auch aufmerksam darauf machen, dass man die Geschichte nicht vergessen darf. Die Stolpersteine stehen auch dafür, sich heute für Toleranz und Menschlichkeit einzusetzen. Das wurde uns im Laufe der Unterrichtsreihe sehr deutlich.“ BA
