Oberbreisiger Kirmes – ein Fest zum Mitfeiern
Schützen, Sänger, Junggesellen und Weinbrüder dabei
Bad Breisig/Oberbreisig. Die „Oberdörfer“ sind es fast schon gewohnt, ihre traditionelle St. Viktor-Kirmes bei trockenem Herbstwetter begehen zu dürfen. So auch diesmal. Eine Gemeinschaft von Sankt – Hubertus - Schützen dem MGV „Sängerbund“ und Junggesellenverein war nach geübtem Brauch der Träger der Kirmes. Die Junggesellen begannen am Freitagabend mit einem gelungenen, gut besuchten Oktoberfest in der Sängerhalle. Auch die Kirmes-Disco am Samstag wurde wieder gut angenommen. Der Kirmes-Sonntag begann am frühen Morgen mit dem musikalischen Weckruf der Sankt – Hubertus - Schützen. Das folgende Hochamt in der Pfarrkirche wurde zelebriert von Alt-Pastor Norbert Klaes. Er, dazu eine Vertreterin der evangelischen Christus-Pfarrei und Stadt -Bürgermeisterin Gabriele Hermann Lersch nahmen auf der Freitreppe zu St. Viktor die Ovationen der Schützenbruderschaft entgegen, bevor es per Festmarsch mit Spielmannszug „Frei weg“ aus Sinzig, der Schützenkompanie und dem Sängerbund durch das Dorf zum Friedhof ging. Es ist herkömmliche Sitte der Oberbreisiger Bürger, hier der Opfer von Krieg und Gewalt zu gedenken. Nach dem einleitenden Choral des „Sängerbundes“ unter dem Dirigat von Jürgen Rieser war es an Gabriele Hermann-Lersch, in einer würdigen Gedenkrede zu erinnern und zu mahnen, das Geschehene nicht zu vergessen: „Auch wenn viele unter uns das Schreckliche selbst nicht mehr erlebt haben, so wirken die Folgen des Krieges noch bis in unsere Zeit.
Die Traumata der betroffenen Generation leben in den Berichten der Eltern und Großeltern weiter. Wir sind hier, um uns der Opfer zu erinnern und zu mahnen, dass Ähnliches nicht noch einmal geschieht.“ Die Rednerin ging auf die aktuellen Probleme in der Welt ein, auf die „Terroranschläge bei unseren Nachbarländern Spanien, Belgien und Frankreich. Augenscheinlich ist der Mensch der größte Feind des Menschen.“ Alt-Pastor Norbert Klaes sprach mit den Anwesenden das Vaterunser für die Verstorbenen, und die Schützen ehrten ihre Toten mit einem Gedenk-Kranz am Ehrenmal. Ein letzter Choral des MGV, dann ging der Festzug weiter. Der Abschluss erfolgte in der Sängerhalle, wo die Festgesellschaft von den krachenden Böllern der „Brohler Böllerbuben“ empfangen wurde. Hier und am Stand der „Weinbruderschaft“ entwickelte sich ein geselliges Beieinander bis in den späten Abend. Auf dem mit Buden und Fahrgeschäften gut bestückten Kirmesplatz nutzen die Kids ausgiebig die Gunst der Stunde und gaben sich den üblichen Kirmes-Vergnügungen hin. Der Kirmesmontag blieb nach lang geübtem Brauch einem Bürgerfest vorbehalten. Das begann mit einem Gottesdienst für die Schützenbruderschaft und dem folgenden allgemeinen Sauerbraten-Essen in der Sängerhalle. Günni Monien mit seinem Keyboard sorgte für die musikalische Unterhaltung, bis die Brassband „Fidele Lähmdeuwele“ mit ihren Instrumenten die Initiative ergriff – das Kirmesmontagsfest hat seinen Charme über all die Jahre nicht verloren. FA
Die Brohler Böllerbuben gaben das Signal zum Fest am Sonntag.Foto: FA
Die Schützen legten einen Kranz am Ehrenmal nieder.Foto: Rü
Der MGV Sängerbund gestaltete die Feier am Sonntag musikalisch.Foto: Rü
Bürgermeisterin Gabriele Hermann - Lersch sprach mahnende Worte zum Gedenken.Foto: FA