Niederdrees ist erstes „schwalbenfreundliches Dorf“ in NRW
Schwalben bringen Glück
Niederdrees. Kürzlich wurde Niederdrees als erstem Dorf in NRW vom NABU die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Dorf“ zuerkannt. 43 Schwalbenfreunde hatten sich zu einer kleinen Feier mit Urkundenverleihung in der Alten Schule eingefunden. Ortsvorsteher Holger Klöß begrüßte neben der versammelten Bürgerschaft besonders Ministerialdirigent Rudolf Ley vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Peter Meyer vom NABU, Kreisgruppe Bonn, Wilhelm von Dewitz, NABU, Stephanie Pischke und Frank Hoffmann als Vertreter der Unteren Landschaftsbehörde des Rhein-Sieg-Kreises, Klaus Törber und Matthias Simon, ehemalige Vogelfreunde Rheinbach, Martina Koch als Fraktionsvorsitzende der SPD Rheinbach, Anne Mäsgen, Ratsfrau Bündnis 90/Grüne, sowie die Vertreter der Presse. Klöß betonte besonders den in Niederdrees durch hohen persönlichen Einsatz gezeitigten Erfolg, dem Verlust der Artenvielfalt entgegenzuwirken: 40 künstliche Nester haben Niederdreeser Bürger für ihre Mehlschwalben als Nisthilfen an ihren Häusern angebracht, weil die Vögel aufgrund des entstandenen Mangels an natürlichem Material durch Bebauung und intensive Nutzung landwirtschaftlicher Flächen kaum noch eigene Lehmnester produzieren können. Klöß würdigte diese Maßnahme und ihren Erfolg. Seine Rede endete mit dem Appell: „Zum Natur- und Umweltschutz kann und muss jeder Einzelne seinen Teil beitragen. Wir sind es den kommenden Generationen schuldig!“ Anschließend stellte Peter Meyer (NABU) in einer Präsentation die Präsenz der Mehlschwalbe in Niederdrees, ihre Lebensgewohnheiten sowie auch ihre zunehmenden Probleme allgemein dar und beantwortete Fragen aus dem Publikum, bevor er die Auszeichnung „Schwalbenfreundliches Dorf“ in Form einer Urkunde und einer Plakette, begleitet von Glückwünschen, überreichte. In einer launigen Ansprache gratulierte Ministerialdirigent R. Ley, der „auf direktem Weg von Berlin nach Niederdrees gefunden“ hatte, „ohne sich einmal zu verfahren“, und übermittelte Glückwünsche des Staatssekretärs Jochen Flasbarth. Er wies darauf hin, dass Schwalben auf einer Vorwarnliste zur Roten Liste stehen, dankte den Niederdreesern und dem NABU und wünschte explizit, dass das ausgezeichnete Dorf dank seiner Schwalben eine glückliche Gemeinde bleiben solle. Der Vertreter der Unteren Landschaftsbehörde schloss sich den Glückwünschen an und bezeichnete Niederdrees als „Epizentrum der Schwalben“, weil es als erstes Dorf in NRW diese Auszeichnung erhalten habe. Holger Klöß verlas das Gratulationsschreiben des leider verhinderten Dr. Goetz Rheinwald, durch dessen Forschungen hinsichtlich der Mehlschwalbenpopulation in Niederdrees der Grundstein für die heutige Auszeichnung gelegt wurde. Dr. Henning von Köller berichtete, Rheinwald, damals junger Doktorand am Museum König, sei Anfang der 1970er-Jahre auch an seinem Haus erschienen, habe eine Leiter angelegt und die jungen Schwalben in den dort befindlichen Nestern beringt, sodass er sie über Jahre beobachten, zuordnen und zum Gegenstand seiner Doktorarbeit machen konnte. Ein kleiner Umtrunk begleitete schließlich das Anbringen von zwei künstlichen Nestern als mögliche neue Schwalbenwohnungen an der Außenwand der Alten Schule. Weitere dieser Art können über den Ortsausschuss bestellt werden: www.niederdrees.de.
Zwei neue Nester an der Außenwand der Alten Schule angebracht.
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