Allgemeine Berichte | 08.01.2020

Pecher Winterakademie

Schwerpunkt Klimawandel

Wachtberg - Pech. Der 9. Zyklus der „Pecher Winterakademie“ befasst sich wieder mit Themen, die lokal bedeutsam sind und zugleich mit globalen Herausforderungen zu tun haben. Georg Freiherr v. Loë (Adendorf) spricht über Gegenwart und Zukunft der Forstwirtschaft angesichts des Klimawandels – eine Frage, die für Kottenforstanrainer von herausragendem Interesse ist. Johanna und Johannes Bitzenhofer, zwei im Südwesten Deutschlands lebende Weinfachleute, befassen sich mit Gegenwart und Zukunft des deutschen Weinbaus – auch dies wird jeden interessieren, der gern durch die Weinberge der benachbarten Ahr-Region wandert und/oder Ahrweine in seinem Keller hat. Und dann gibt es noch einen besonderen Auftakt zum Pecher Karneval, der zugleich das Wachtberger Jubiläumsjahr 1969/2019 aus Pecher Perspektive abrundet: Oliver Neft, 1. Vorsitzender des HVP, erzählt unterhaltsame und spannende Dorfgeschichte(n).

Alle Veranstaltungen finden in der Evangelischen Gnadenkirche Am Langenacker statt und beginnen um 19.30 Uhr.

Mittwoch, 22. Januar

Georg Freiherr v. Loë (Adendorf): „Forstwirtschaft – Quo vadis?“ Hitze, extreme Trockenheit, Brände, Stürme und Schadorganismen bedrohen – inzwischen für jeden erkennbar – auch bei uns in Deutschland den Wald in seiner Existenz. Was lässt sich dagegen tun? Natürlich ist hier auch die Politik gefordert. Aber es geht in dem Vortrag vor allem um forstpflegerische und forstwirtschaftliche Maßnahmen im Zeichen der

Nachhaltigkeit. Dazu gehören zukunftsweisende neue Konzepte wie die Idee des „Dauerwaldes“. Für den Klimaschutz, so eine Kernthese, ist ein nachhaltig bewirtschafteter Wald wirkungsvoller als ein Wald, der sich selbst überlassen wird. Der Referent ist Land- und Forstwirt, lebt in Adendorf und ist Eigentümer des Adendorfer Waldes, der seit sechs Generationen von der Familie bewirtschaftet wird.

Mittwoch, 12. Februar

Oliver Neft (Pech): „50 Jahre Leben in Pech – Anekdoten, Geschichten, Erlebnisse“ Im Nachgang zum 50-jährigen Jubiläum der Gemeinde Wachtberg 2019 wird der Referent einen bunten Bilderbogen mit lustigen Geschichten, harten Fakten und lockeren Anekdoten präsentieren – alles garantiert selbst erlebt!

Der Karneval wirft seine Schatten voraus; deshalb sollte sich das geneigte Publikum darauf einstellen, dass bei diesem Vortrag Schmunzeln und Lachen nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht sind! – Oliver Neft lebt, mit kleineren Unterbrechungen, seit 1969 in Pech.

Er verbrachte seine Kindheit und Jugend im Drachenfelser Ländchen und war lange im FC Pech aktiv. Außerdem engagiert er sich im Ortsfestausschuss und ist seit vier Jahren Vorsitzender des Pecher Heimatvereins. Durch seine Tätigkeit in der „Waldesruh“ in Villiprott kennt er viele Bürger der Gemeinde. Er arbeitet als Fuhrparkmanager in der Firma Bechtle in Bad Godesberg.

Donnerstag, 26. März

Johanna Bitzenhofer (aus Pech stammend) und Johannes Bitzenhofer: „Neue Wege im Weinbau – Zur Zukunft eines alten Kulturguts“

Eine junge, experimentierfreudige Generation von Winzerinnen und Winzern hat das Image des deutschen Weins nachhaltig verbessert: Aus dem altehrwürdigen Getränk ist ein hippes Genussmittel geworden. Durch die Klimaveränderung können in Deutschland mittlerweile internationale Rebsorten angebaut werden, die hierzulande früher nicht reif wurden (z.B. Syrah).

Die immer häufiger auftretenden Wetterextreme schaffen aber auch neue Probleme für den Weinanbau und -ausbau. Der Vortrag soll beleuchten, wie der deutsche Weinbau diese Herausforderungen annimmt, vor allem in Bezug auf die Züchtung neuer Rebsorten. Die Eheleute Bitzenhofer haben in Geisenheim Weinbau und Önologie studiert. Johannes Bitzenhofer ist auf einem Winzerhof in Oberrotweil am Kaiserstuhl aufgewachsen, seine Frau Johanna, geborene Mertes, ist gebürtige Pecherin. Beide wohnen derzeit in der Nähe von Stuttgart und arbeiten an der Weinbauschule in Weinsberg. Nebenher bewirtschaften sie gemeinsam Rebflächen am Kaiserstuhl.

Zur „Pecher Winterakademie“ des Heimatvereins Pech

Als überparteiliche, dem Gemeinwohl verpflichtete lokale Organisation veranstaltet der Heimatverein Pech seit 2011 im ersten Quartal jedes Jahres einen Vortragszyklus zu verschiedenen Themen von gesellschaftlicher, kultureller und politischer Bedeutung. Die „Pecher Winterakademie“ wurde von Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher, dem 2016 verstorbenen Ehrenpräsidenten des Heimatvereins Pech, in Form einer Talk-Runde mit dem Bonner Journalisten Helmut Herles eröffnet. Der Vortragszyklus erfreut sich regen Zuspruchs; er versteht sich als Angebot an alle Wachtberger Bürgerinnen und Bürger.

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