Unfallbilanz der Polizeiinspektion Adenau
Sechs Verkehrstote im vergangenen Jahr
Der Zuständigkeitsbereich der PI Adenau umfasst rund 479 Quadratkilometer mit 26.000 Einwohnern
Adenau. Im Bereich der Polizeiinspektion Adenau (Verbandsgemeinde Adenau, komplett sowie Teilbereiche der Verbandsgemeinden Altenahr, Brohltal, Vordereifel und Kelberg) ereigneten sich die nachfolgend in der Unfallanalyse ausgewerteten Verkehrsunfälle.
Im Jahr 2015 wurden von der Polizeiinspektion Adenau (PI) 1112 (1073) Verkehrsunfälle polizeilich aufgenommen. Dies bedeutet eine Zunahme der Unfälle in absoluten Zahlen von 39 Unfällen, oder +3,63 Prozent. (Hinweis: Zahlen in Klammern = 2014; Stand der Auswertung: 16.02.2016)
Die Polizeiinspektion Adenau verzeichnete im Jahr 2015 insgesamt eine Abnahme der Verkehrsunfälle mit Personenschäden. Während sich die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Getöteten verdoppelte, sank die Anzahl der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen. Im Jahr 2015 wurden bei 6 (3) Verkehrsunfällen insgesamt 6 (4) Personen getötet.
Gegenüber dem Vorjahr 2014 ist sowohl eine Abnahme der Verkehrsunfälle mit schwer verletzten Personen von 62 auf 44 (-29,03%), als auch eine Abnahme der Unfälle mit leichtverletzten Personen von 126 auf 120 (-4,76%) zu verzeichnen. Im Bereich der PI Adenau wurden im Jahr 2015 12 (9) Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel (Alkohol) registriert. Diese Unfälle haben in Bezug auf die Gesamtzahl der Unfälle (1112) einen Anteil von 1,07% (0,84%). Die Gesamtzahl der sogenannten Bagatellunfälle ist im Jahr 2015 von noch im Vorjahr 931 Verkehrsunfälle auf 843 Unfälle , oder in absoluten Zahlen 88 (-9,45%) gesunken. Den Spitzenplatz in der monatlichen Betrachtung belegt hier der Monat Juni mit 140 (105) Unfällen. Im Tagesverlauf ereignen sich die meisten Verkehrsunfälle in den Mittags- und Nachmittagsstunden. Im Zeitraum von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr geschehen mit 263 (277) die meisten Verkehrsunfälle. 425 (397) Unfälle ereigneten sich im vergangenen Jahr auf den Bundesstraßen. Werden die im Rahmen der Touristenfahrten aufgenommenen Verkehrsunfälle,die keinen Eingang in die offizielle Statistik der PI Adenau finden, auf dem Nürburgring berücksichtigt, so steigt die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2015 auf 1249 (1211). Anlässlich von Touristenfahrten wurden im Jahr 2015 137 (138) VU auf der Nürburgring-Nordschleife und der Grand-Prix-Strecke polizeilich aufgenommen. Die meisten dieser Verkehrsunfälle ereigneten sich dabei an Wochenenden. Addiert man die polizeilich erfassten Verkehrsunfälle auf dem Nürburgring dazu, so steigt der Anteil der Verkehrsunfälle mit Personenschaden von 170 (191) auf 238 (278). Im Jahr 2015 wurden auf dem Nürburgring 68 (87) Verkehrsunfälle mit Personenschaden polizeilich aufgenommen. Dabei wurden 24 (23) Personen schwer und 44 (64) Personen leicht verletzt. Unter Einbeziehung der Verunglückten auf der Nordschleife des Nürburgringes, verunglückten im Jahr 2015 im Zuständigkeitsbereich der PI Adenau damit 238 (278) Personen.
Unfallfluchten
139 (142) Mal zogen es die Unfallverursacher vor, sich - ohne ihren Pflichten nachzukommen - von der Unfallstelle zu entfernen. In 69 (53) Fällen (Aufklärungsquote: 49,64%) konnten die Beamtinnen und Beamten dabei den Verursacher nachträglich ermitteln. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Aufklärungsquote um 12,32%.
16 (25) Verkehrsunfälle mit Flucht wurden dabei im Zusammenhang mit Veranstaltungen auf dem Nürburgring aufgenommen. Die Fahrzeuge werden bei der Anreise auf den ausgewiesenen Parkflächen geparkt, die Schäden jedoch nach Veranstaltungsende oder später festgestellt.
Unfälle infolge mangelnder Verkehrstüchtigkeit
Im Jahr 2015 wurden bei der PI Adenau 12 (9) Unfälle unter dem Einfluss berauschender Mittel (Alkohol) registriert.
Bei den Verkehrsunfällen infolge mangelnder Verkehrstüchtigkeit wurden 2 (1) Personen (Art der Verkehrsbeteiligung: beide Fußgänger) getötet, 1(0) Person schwer verletzt und 6 (6) Personen leicht verletzt. Der Alkoholisierungsgrad lag zwischen 0,57 bis 2,32 Promille. Die PI Adenau wird weiterhin im Rahmen der Verkehrsüberwachung ihre Alkoholkontrollen bzw. Drogenkontrollen, nicht nur im Zusammenhang mit Veranstaltungen, in der gewohnt gleichen Intensität fortführen.
Unfälle mit motorisierten Zweirädern
An 10,34% (12,40%) oder in absoluten Zahlen 115 (133) der von der PI Adenau aufgenommenen Verkehrsunfälle waren Zweiradfahrer beteiligt. Bei dieser Risikogruppe ist die Zahl der Verunglückten im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt 95 (110) Verletzten gesunken. Im Jahr 2015 verunglückten 3 (3) Kradfahrer tödlich.
Die Zahl der schwerverletzten Kradfahrer sank im Jahr 2015 deutlich von 42 (2014) auf 24, die Anzahl der leicht verletzten Kradfahrer erhöhte sich minimal von 65 (2014) auf 68. Bei 86 (107) Unfällen waren Hauptverursacher die beteiligten Zweiradfahrer, dabei wurde bei 47 (51) Unfällen nicht angepasste Geschwindigkeit als Hauptursache festgestellt. Erwartungsgemäß bilden hier die Sommermonate den Schwerpunkt der Zweiradunfälle. Im Jahr 2015 waren die Monate Juli mit 20 und
August mit 22 registrierten Unfällen Spitzenreiter der monatlichen Unfallbilanz dieser Risikogruppe.
Deutlich erkennbar ist dabei die Konzentration des Unfallgeschehens am Wochenende festzustellen. In 2015 ereigneten sich 90 (88) Unfälle im Zeitraum von Freitag bis Sonntag; im Tagesverlauf betrachtet liegt der Schwerpunkt in den Nachmittagsstunden.
Die erkennbare Häufung an den Wochenenden und den Tageszeiten wird durch den anlassbezogenen Veranstaltungsverkehr, sowie den Öffnungszeiten der „Nürburgring- Nordschleife“ beeinflusst. Auffallend ist für die Polizei Adenau nach wie vor die Altersstruktur der beteiligten Zweiradfahrer. Von den festgestellten 86 (107) Hauptunfallverursachern der motorisierten Zweiradfahrer gehörten 33 (41), dies entspricht 38,37 % (38,32%) zur Altersgruppe der über 45-jährigen.
Hauptunfallursachen
Nach wie vor an der Spitze der Hauptunfallursachen steht das Geschwindigkeitsfehlverhalten.
Hier ist die Anzahl im Jahr 2015 von 198 in Bezug auf das Vorjahr 2014 mit 176 Unfällen um 7,39% gestiegen. Bei den Geschwindigkeitsunfällen wurden 2 (3) Personen getötet, 42 (37) schwer und 76 (60) Personen leicht verletzt. Falsch eingeschätzter Abstand zum Vordermann oder bei Vorbeifahren an Fahrzeugen wurde bei 129 Verkehrsunfällen registriert. Hierbei wurden 13 (1) Personen schwer und 32 (20) Personen leicht verletzt. Nichtbeachten der Vorfahrt führte in 40 Fällen zu einem Verkehrsunfall. Es wurde 1 (0) Person getötet, 6 (4) Personen schwer und 22 (18) Personen leicht verletzt. Bei 29 Verkehrsunfällen wurden Fehler beim Überholen festgestellt, dabei wurden 1 (5) Person schwer und 11 (15) Personen leicht verletzt. Die langfristige Entwicklung bestätigt nach wie vor die Aussage von Geschwindigkeitsfehlern als Hauptunfallursache.
Polizeiinspektion Adenau
