Zahlreiche Besucher beim Verkehrssicherheitstag an der Rastanlage Moseltal
„Sichere Straßen in Rheinland-Pfalz“
Information und Demonstration mit dem Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz
Winningen. In jedem Jahr gibt es einen bundesweiten „Tag der Verkehrssicherheit“, um die Menschen für die Gefahren auf der Straße und ihre Abwehr zu sensibilisieren. Der Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM RP) initiierte diese Veranstaltung an der „A 61 Rastanlage Moseltal“. Interessierte konnten sich dort von zehn bis 16 Uhr informieren. Auf dem Gelände der Rastanlage an der Winninger Brücke, Fahrtrichtung Köln, klärten die Mitarbeiter des LBM RP unter anderem über ihre Verkehrssicherheitsarbeit auf. Dass Aufklärung nötig ist, zeigt der Unfallreport von 2015. In Rheinland-Pfalz gab es im vergangenen Jahr 137.441 Unfälle, davon 122.663 nur mit Sachschaden, bei 14.778 Unfällen kamen Menschen zu schaden. In 20,6 Prozent erlitten die Geschädigten schwerste Verletzungen, 1,2 Prozent überlebten den Unfall nicht. Interessant ist auch die Tatsache, dass die meisten schweren Unfälle auf Landstraßen passieren, die wenigsten auf Autobahnen. Die Straßen sicherer machen, auch dafür steht der LBM RP: Bis 2020 streben sie eine Reduktion der Unfälle mit tödlichem Ausgang um 40 Prozent an. Da tut Aufklärung not. Hilfreich sind dabei auch die Statistiken, zum Beispiel Erhebungen über Stellen, die durch Geschwindigkeitsunfälle auffällig wurden. Diese werden an die Polizei gemeldet, die dann gezielt Geschwindigkeitskontrollen durchführen kann. Der LBM RP widmet sich in Zukunft verstärkt den wichtigen Themen wie Baumunfälle, Motorradsicherheit, Unfallgeschehen mit E-Bikes und Pedelecs und dem demografischen Wandel in Bezug auf Verkehrssicherheit. Ein weiterer Schwerpunkt am Verkehrssicherheitstag war das richtige Verhalten an Autobahnbaustellen und die Information, wo sich 2016 bis 2017 Baustellen befinden.
Ladungssicherheit - ein wichtiges Thema
Nur noch ein paar Wochen, dann beginnt die Sommerferienzeit und der Reiseverkehr rollt. Grund genug für die Autobahnpolizei Emmelshausen, über den Ferienreiseverkehr zu informieren. Immer wieder wird sie mit schlecht gesicherter Ladung konfrontiert - und nicht nur bei Lkw. Deshalb war auch Ladungssicherheit ein wichtiges Thema. Wer viel Autobahn fährt, hat mit Sicherheit schon erlebt, von Rasern überholt oder bedrängt zu werden. Gut zu wissen, dass die Autobahnpolizei ihnen auf den Fersen ist. Modernste Messtechnik konnten sich die Besucher des Verkehrssicherheitstages ansehen und erklären lassen, versteckt in einem dunklen PS starken VW-Passat. Bei Unfällen zählt oft jede Minute, um Leben zu retten. Es ist wichtig, dass Rettungskräfte schnell die Unfallstelle erreichen. Autofahrer haben die Pflicht, bei einem Stau auf mehrspurigen Straßen eine Rettungsgasse zu bilden. Das ist eine gesetzliche Vorschrift, die bei nicht Einhalten mit einem Bußgeld oder einer Anzeige geahndet werden kann. Der ADAC klärte auf, wie eine Rettungsgasse gebildet wird: Bei mehrspurigen Autobahnen ist die Rettungsgasse zwischen der äußersten linken und der direkt daneben liegenden Fahrspur zu bilden. Befahren werden darf sie ausschließlich von Polizei- und Hilfsfahrzeugen. Sie muss so lange offen gehalten werden, bis der Verkehr wieder rollt. Beachten sollte der Autofahrer auch einen ausreichenden Abstand zum Vordermann, um besser reagieren zu können. Unfälle mit dem Motorrad enden oft mit bösen Folgen. Die Kreisverkehrswacht hatte einen Motorradsimulator installiert, an dem die Besucher ihr fahrerisches Können testen konnten. Eine Rauschbrille simulierte das Verhalten unter Alkoholeinfluss. Im Gurtschlitten wurde mit einer Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern nachgestellt, wie sich das bei einem Bremsmanöver auf den Menschen auswirkt.
Imposanter Ausblick
Bei den zahlreichen Baustellen ist eine korrekte Absicherung dringend erforderlich. Die Firma Luther informierte darüber und demonstrierte eine Stauwarnanlage. Der Höhepunkt des Verkehrssicherheitstages an der A 61 war sicherlich die Führung durch die Moseltalbrücke, die zwischen den Gemeinden Dieblich und Winnigen die Mosel überquert. Sie verbindet auf 935 Metern und mit einer Breite von 30 Metern den Hunsrück mit der Eifel. Wann bietet sich schon mal die Gelegenheit, in das Innere einer Brücke zu schauen? Und dann auch noch so eine imposante, mittlerweile 44 Jahre alte Brücke, die eine maximale Höhe von 136 Metern hat. Stefan Fabiszisky, Bauingenieur beim LBM RP, hatte die Führungen übernommen. Er informierte sehr engagiert, bis ins Detail gehend und beantwortete alle Fragen. Die Besucher gelangten durch den Stahlüberbau bis fast in die Brückenmitte. Der Gang endete
auf einem Brückenpfeiler, der einen tollen Blick auf das Moseltal freigab.
EP
Die Führung durch die Moseltalbrücke endete auf einem Brückenpfeiler, von wo aus sich ein herrlicher Blick ins Moseltal bot.
Am Motorradsimulator konnten die Besucher ihr fahrerisches Können beweisen.
Die Besucher gelangten durch den Stahlüberbau bis fast in die Brückenmitte.
Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.
