Ludwig Museum im Deutschherrenhaus Koblenz
Spaniens Aufbruch. Ein Künstlermuseum in Cuenca
Koblenz. Es ist eine der stillen, doch nachhaltigen Revolutionen schlechthin, die es Künstlern 1966 ermöglichte, in der damals wenig bekannten Kleinstadt Cuenca ein Künstlermuseum zu gründen. Initiator und Motor dieses ungewöhnlichen Ansinnens war der spanische Künstler Ferdinand Zobél, der den Weitblick hatte, im Schatten des Franco-Regimes der zeitgenössischen, abstrakten Kunst ein eigenes Forum zu erschaffen und das erste von Künstlern gegründete und geleitete Museum zu etablieren.
Zóbel gründete das Museum in Cuenca 1966 mit einer Schar sehr unterschiedlicher, jedoch im Kontext der Abstraktion vereinten Künstler*innen, um dieser Kunst eine eigene Sichtbarkeit zu verleihen und die Künstler*innen zu ermächtigen, ihre eigene Ausstellungspolitik und Museumsphilosophie zu begründen und auszubauen. Dank der hervorragenden Unterstützung der Stadt Cuenca wurden die sogenannte Casas Collgadas (die hängenden Häuser aus dem Mittelalter und der Frührenaissance), die heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehören, Zóbel und seiner beteiligten Künstlergruppe zu Museumszwecken überlassen. Das dann 1966 eröffnete Museo d’arte abstracto war damit das erste Künstlermuseum in Spanien und gilt als eine jener Institutionen, die aus einem demokratischen Geist heraus erwachsen sind und eine Vorreiterrolle für Künstlermuseen international eingenommen hat.
Seit nahezu 60 Jahren entfaltet dieses Museum seine besondere Strahlkraft und verhalf den Künstler*innen auch im eigenen Land zu großer Wahrnehmung und Anerkennung. Längst schon ist das Museum international von Rang und die Stadt Cuenca zu einem touristischen Magneten geworden. Die Sammlung von 700 Werken übergab Ferdinand Zóbel 1980 an die Fondacion Juan March in Madrid und sicherte ihr so langfristig das Überleben hinsichtlich der finanziellen Ausstattung, aber insbesondere auch, was die wissenschaftliche Aufarbeitung sowie Präsentation der Sammlung anbelangt.
Durch die derzeit durchgeführten Maßnahmen zur Klimatisierung aller Räume wurde vor zwei Jahren beschlossen, einen wichtigen Bestandteil der Sammlung auf Reisen zu schicken und einmal mehr die Wirkung des Künstlermuseums in die Welt zu tragen. Nahezu 50 Werke, die ihrerseits wesentlich die Sammlung in ihren Anfängen repräsentieren, sowie zahlreiche Zeichnung, Skizzen und Dokumente begleiten die Tournee durch Spanien und die USA. Als einzige Station in Deutschland kooperiert das Ludwig Museum im Deutschherrenhaus mit der Fondación Juan March.
Die Ausstellung ist kuratiert von Manuel Fontán del Junco, Direktor für Museen und Ausstellungen der Fondación Juan March und Anna Wieck, Koordinator/ Kuratoren-Team der Fondación Juan March, Madrid.
Pressemitteilung Ludwig Museum
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