Allgemeine Berichte | 13.06.2017

Kultur- und Heimatverein Niederzissen

Spanische Musiker brillierten

Hochwertiges Konzert der Villa Musica in ehemaliger Synagoge

Alba Gonzáles I Becerra, Bratsche, und Alberto Menchen, Geige, beim Konzert der Villa Musica in der ehem. Synagoge Niederzissen.Privat

Niederzissen. Einen musikalischen Hochgenuss bereiteten zwei junge spanische Musiker den Besuchern des Konzertes in der ehemaligen Synagoge Niederzissen. Die Bratschistin Alba Gonzáles I Becerra und der Geiger Alberto Menchen zählen zu den besten jungen Streichern sowohl in ihrer Heimat als auch in Deutschland. Nach Studien in Spanien kamen sie zu weiteren Studien nach Deutschland, unter anderem als Stipendiaten der Landesstiftung Villa Musica. Mittlerweile sind sie Meister ihres Fachs und zeigen nun ihr Können bei Konzerten in Rheinland-Pfalz. So auch jetzt im intimen Raum der ehem. Synagoge in Niederzissen, für den sie sich virtuose Solos und Duos der Musikliteratur herausgesucht haben.

Das Konzert begann Alba Gonzáles i Becerra mit dem Prélude aus der Suite Nr. 3 C-Dur von Johann Sebastian Bach. Wie alle sechs Suiten Bachs beginnt auch die dritte mit einem Prélude, dessen Höhen und Tiefen, gleichsam einer Kaskade, besonders mit der Bratsche eindrucksvoll nachgeahmt werden können.

Es folgte die 1923 komponierte Solosonate Nr. 5, L’Aurore, die Morgenröte, des belgischen Komponisten Eugéne Ysaÿe, dem Grandseigneur der belgischen Geigerschule, die Alberto Menchen mit seiner von Nicolo Amati aus dem Jahre 1663 stammenden Geige eindrucksvoll im Sinne des Komponisten, vielleicht als morgendliche Spazierfahrt mit einer schönen Frau, interpretierte.

Der erste Teil des Konzertes endete mit dem Duo für Violine und Viola Nr. 2 B-Dur KV 424 von Wolfgang Amadeus Mozart. Gespielt mit technischen Finessen, vor allem im ersten Satz Allegro, in dem sich die Geige mit ausdrucksvollen Verzierungen und Doppelgriffen ergeht, greift die ansonsten begleitende Bratsche in die Verarbeitung der Themen ein. Sodann spielt die Geige im langsamen Satz eine schöne Siciliano-Melodie, während die Bratsche begleitet. Im Finale lösen sich beide Instrumente in der Führung ab, bis die Geige das Thema in einen schwungvollen Walzer verwandelt.

Nach der Pause startete Alberto Menchen eindrucksvoll mit der Solosonate g-Moll von Johann Sebastian Bach, die die Absicht der Komponist, den italienischen Violinstil mit dem deutschen zu verbinden, belegt, auf das reich verzierte Adagio folgte die Fuge, die Bach auch für Orgel und Laute arrangiert hat, um dann italienisch mit dem Allegro zu enden.

Gemeinsam spielten die beiden Interpreten sodann wieder Mozart, das Duett G-Dur, KV 423, mit spanischem Feuer und mediterraner Sinnlichkeit. Ein hochklassischer Genuss, an dem selbst Mozart seine Freude hätte, wie der Vorsitzende des mitveranstaltenden Niederzissen Kultur- und Heimatvereins, Richard Keuler, es in seinen Dankesworten ausdrückte. Doch vorher interpretierten Alba Gonzáles i Becerra und Alberto Menchen zum Abschluss des Konzertes vier jüdische Lieder der 1978 geborenen Mailänder Komponistin Delilah Gutman Shemà Isreal (Glaubensbekenntnis), Shalom Aleichem und Sheyibanè (beides Chassidische Lieder) sowie einen Gesang zur Mitzvà-Feier, was mit stürmischem Beifall der Konzertbesucher belohnt wurde.

Am Samstag, 8. Juli um 19 Uhr, spielt das Duo Michael Neuhalfen, Klarinette, und Ingrid Wessels, Klavier, beim Konzert „Hör auf dein Gefühl“ Werke von Brahms, Poulenc, Gade, Piazolla und anderen.

Das Saxofon-Solokonzert „Magier der Klänge“ mit Joachim Gies findet am Samstag, 12. August um 19 Uhr, statt. Kartenreservierungen für beide Konzerte beim Kultur- und Heimatverein unter Tel. (0 26 36) 64 82 oder info@khv-niederzissen.de.

Alba Gonzáles I Becerra, Bratsche, und Alberto Menchen, Geige, beim Konzert der Villa Musica in der ehem. Synagoge Niederzissen.Foto: Privat

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