Allgemeine Berichte | 21.06.2017

Musikveranstaltung im Altenstift Limbach/Wachtberg

Spanischen Violoncellonisten begeisterten mit ihrer Musik

Janvier Huerta Gimeno (li.) und Roger Morelló Ros (re.) erfreuten die Zuhörer mit ihrer Musik. privat

Berkum. Die Darbietung der beiden spanischen Violoncellonisten Roger Morelló Ros und Janvier Huerta Gimeno in der vergangenen Woche im Altenstift Limbach zählte ohne Zweifel zu den musikalischen Höhepunkten in der Zeit vor dem Beginn der Kulturwochen 2017 in Wachtburg. Der Förderverein hatte wieder das Glück, dass die Vereinigung Live Music Now zwei ihrer Stipendiaten vermittelte, die im Musikleben bereits hoch anerkannt sind und die an der berühmten Hochschule für Musik und Tanz Köln ihr Können vervollkommnen. Wann kommt in Wachtberg schon ein über 360 Jahre altes Cello zu Gehör, wie dies der Katalane Roger Ros einsetzen konnte? Entsprechend

dem Grundsatz von Yehudi Menuhin „Wenn alte Menschen nicht ins Konzert gehen können, soll die Musik zu ihnen gebracht werden“, spielten die beiden Cellisten vor den vielen Zuhörern aus dem Altenstift einfühlsam kurze und teilweise sehr populäre Stücke. Unterstützt durch ihre in deutscher Sprache vorgetragenen Einführungen zu den jeweiligen Stücken gelang es ihnen, mit ihrem virtuosen Spiel die Zuhörer über die gesamte Zeit ihrer Präsentation gefangen zu nehmen. Dazu trug natürlich auch der groß aufgespannte Fächer aus der europäischen Musikliteratur bei, den sie zu Gehör brachten.

Er erstreckte sich von Johann Sebastian Bach und Jean Barrière aus der Barockzeit, in der das Violoncello vom Begleitinstrument zum Soloinstrument mutierte; über Franz Josef Haydn, Franz Schubert und Felix Mendelsohn-Bartholdy, deren Werke auch im Bereich des Cellos von ganz außerordentlicher Bedeutung sind; weiter über George Bizet und Gaspar Cassado; bis hin zu den zeitgenössischen Komponisten Krysztof Penderecki (+ 2016), der allein für den russischen Star-Violoncellonisten Rostropowitsch 170 Stücke komponiert hat, und dem 76-jährigen Komponisten Wilfried Hiller, der in München wirkt.

Obwohl das gemeinsame Spiel der vielschichtigen Musikstücke aus den verschiedenen Epochen viel Können, Abwägung und flexible Anpassung von den Violoncellisten abforderte, wirkte ihr Vortrag unbeschwert, heiterund locker.

Beim Schildkröten-Boogie von Willfried Hiller, mit dem das wunderschöne Konzert beschlossen wurde, konnte nochmals das Ziel einer solchen Veranstaltung, nämlich Freude und möglichst Fröhlichkeit zu fördern, voll erreicht werden.

Janvier Huerta Gimeno (li.) und Roger Morelló Ros (re.) erfreuten die Zuhörer mit ihrer Musik. Foto: privat

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