Allgemeine Berichte | 12.04.2017, 10:15 Uhr

Familienzentrum der Elterninitiative Niederbachem e.V.

Spielzeugurlaub in der Kita-Drachenhöhle

Kurzerhand werden Kartons zur Höhle. Deshalb ist qualitatives Wenig in der Drachenhöhle mehr. privat
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Wachtberg-Niederbachem. Die KiTa-Drachenhöhle in Wachtberg-Niederbachem ließ pünktlich zur Fastenzeit die Spielsachen verschwinden. Nichts Neues und scheinbar Alltag, aber immer wieder spannend. Denn ohne die Spielzeugroutine des Alltags einen ganzen KiTatag zu bestreiten, bietet für den ein oder anderen eine kreative Leere, die erst einmal befüllt werden muss. Nach den närrischen Tagen war reges Wegräumen in der Kita-Drachenhöhle zu beobachten. Die Kinder halfen kräftig mit, all das Spielzeug aus den Gruppenräumen zu entfernen. Was blieb waren Tische, Stühle, Kissen, Decken und wertfreies Material. Spielzeug ist im Kinderleben allgegenwärtig. Es ist eine Möglichkeit zu Lernen und regt Kinder zur Aktivität an, aber es fordert lediglich das Agieren auf eine Vorgabe. Dies galt es für eine bestimmte Zeit zu unterbrechen und durch neue Handlungsansätze zu erweitern. Die Kinder wurden vor die Aufgabe gestellt, ihren Alltag von Grund auf mit Inhalt zu befüllen. Was sich nach nichts Neuem anhört - Kinder sind doch kreativ - stellte dennoch eine Herausforderung dar, denn das Denken lag nun in jedem Selbst und wurde wenig von außen angeregt. Da galt es zunächst Spielpartner über die Kommunikation zu finden und weniger über das Material und sich danach zu überlegen, für welchen Spielinhalt sich die Mehrheit entscheidet. Die Kinder, welche für sich das Modell „lonesome cowboy“ bevorzugten, erlebten, entweder durch ihre kommunizierten Ideen regen Zuspruch anderer oder lernten die kreative Leere kennen und aushalten. Eins steht fest, am Ende des Tages hatten alle etwas zu tun, sei es im Kopf vor der Außenwelt verborgen oder in der Interaktion. Die Kinder nahmen den neuen Ansatz sportlich. Carla, sechs Jahre erfand ihr eigenes Brettspiel. Tim, fünf Jahre, funktionierte alte ausrangierte Schaufensterkartons der Apotheke als Höhle um. Schnell zeigte sich, dass es kein Angebot von außen braucht um die kindliche Weiterentwicklung anzustoßen, vielmehr Ventile, die kindliche Ideen real werden lassen. Deshalb ist qualitatives Wenig in der Drachenhöhle mehr.

Kurzerhand werden Kartons zur Höhle. Deshalb ist qualitatives Wenig in der Drachenhöhle mehr. Foto: privat

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