Arbeitsgemeinschaft der Kitas des Dekanates Cochem/Gruppe Karden-Martental traf sich
Sprache - das Tor zur Welt: Die Entwicklung von Hören und Sprechen
Impulsvortrag von Martin Ernst, Leiter der Frühförderung für Kinder mit Hörschädigung von der Landeschule für Gehörlose und Schwerhörige in Neuwied
Hambuch. Zu diesem Thema konnten die AG-Leitungen Elisabeth Schuster und Anja Stenshorn etwa 100 Erzieherinnen und Erzieher ihres AG-Kreises im Haus Probstei in Hambuch begrüßen. Martin Ernst, Leiter der Frühförderung für Kinder mit Hörschädigung von der Landeschule für Gehörlose und Schwerhörige in Neuwied, informierte in seinem Impulsvortrag über die Hör- und Sprachentwicklung hörender Kinder. Schon im Mutterleib beginnt das Kind, Geräusche der Umwelt, Stimme und Herzschlag der Mutter zu hören. Bevor die Kinder das erste Wort sprechen, lernen sie die Klänge der Muttersprache kennen und trainieren in der ersten Lallphase Zunge und Lippen, so der Referent. Die meisten Kinder sprechen ihre ersten Worte vor oder nach ihrem ersten Geburtstag. Nach der Zeit der Substantive, wie Auto und WauWau, wächst der Wortschatz bis zum zweiten Lebensjahr.
Im weiteren Verlauf des Nachmittages waren die Zuhörer eingeladen, Martin Ernst in die Welt des Hörens zu folgen, indem er den Aufbau und die Funktionsweise des Ohres anschaulich demonstrierte. So wird der Schall von der Ohrmuschel aufgefangen, gebündelt, verstärkt und gelangt durch den Gehörgang zum Trommelfell, das am Eingang zum Mittelohr sitzt. Das Trommelfell beginnt zu vibrieren und die mit ihm verbundene Gehörknöchelchenkette mit Hammer, Amboss und Steigbügel wird in Bewegung gesetzt. Das letzte Gehörknöchelchen ist mit dem Innenohr verbunden. Deshalb gerät auch die Flüssigkeit im Innenohr in Bewegung und etwa 20000 kleine hochempfindliche Sinneshärchen werden stimuliert, welche die Schwingungen in elektrische Impulse umwandeln. Der Hörnerv nimmt diese Impulse auf und leitet sie zum Gehirn weiter. Dieses registriert, entschlüsselt, hört, erkennt und versteht die ankommenden Nervenimpulse als Geräusche, Töne, Laute, Stimmen, Wörter und Sätze. Im Mittelpunkt des Fachvortrages von Martin Ernst standen immer praxisnah die Fragen zu Kindern mit Hörschädigungen und deren Auswirkungen für die Entwicklung. So ging es um die Fragen: Welche Ursachen liegen der Hörstörung, bzw. der Hörschädigung zugrunde. Mit großem Interesse verfolgten die pädagogischen Fachkräfte den Ausführungen von Martin Ernst, der die Fragen aus der Praxis gerne beantwortete und bei Bedarf weiterführende Hilfen anbot.
Zur Reflektion dieses Fachforums und zum Abschluss des Projektjahres 2017/2018 der Arbeitsgemeinschaft mit insgesamt zwölf Projektgruppen zu pädagogischen Themen trafen sich Erzieherinnen und Erzieher aus den Kindergärten Lutzerath, Treis-Karden, Landkern, Düngenheim, Ulmen, Müden, Hambuch, Binningen, Müllenbach, Kaifenheim, Kaisersesch, Büchel, Illerich, ihrem pastoralen Begleiter und Fachlehrer der BBS – Berufsbildende Schule Mayen im Gemeindehaus in Müllenbach. Die Arbeitsgemeinschaft der Kindergärten wird von der KEB – Katholischen Erwachsenenbildung finanziell gefördert.
