Die Ceramic Dancers – modern, fit, heimatverbunden und gemeinschaftlich
Square Dance für Entspannung und Fitness
Neue Tänzer sind stets willkommen
Höhr-Grenzhausen. Die Ceramic Dancers sind ein Tanzclub aus Höhr-Grenzhausen. Aber sie sind nicht irgendein Tanzclub, sondern ein ganz spezieller, denn sie tanzen Square Dance. Und das mit Leib und Seele. Im Interview mit „Blick aktuell“ war zu spüren, dass jede Tänzerin und jeder Tänzer voll und ganz hinter dem Verein, der Sportart und ihrem Caller Jack stehen. Querelen gibt es hier keine. Vielmehr zeichnen sich diese Menschen aus durch Lebenslust, Toleranz, Offenheit, Respekt und Freude an ihrer Sache und der gemeinsamen tänzerischen Bewegung.
Einmal in der Woche treffen sich bis zu 30 Frauen und Männer zum gemeinsamen Tanz. Ihr „Tanzplatz“, wie es in dieser Sportart genannt wird, ist die Aula der Realschule in Höhr-Grenzhausen, denn dort ist ausreichend Platz, um das Tanzbein zu schwingen. Und den benötigt man bei dieser Tanzart auch. Ihr Trainer Jack Kirchgatter, der aus Kalifornien stammt, fährt dazu jedes Mal circa 200 km, um die eifrigen Höhr-Grenzhäuser Square Dancer gekonnt durch die Schrittfolgen zu führen.
Tanzen zu Schlager, Rock und Techno
Doch was genau ist eigentlich Square Dance? Square Dance ist ein Volkstanz und wird in der ganzen Welt getanzt. Er stammt aus den USA und gelangte durch die amerikanische Besatzung auch nach Deutschland. Der Verein „Ceramic Dancers“ ist froh darüber, denn sonst hätten sich die ambitionierten Tänzerinnen und Tänzer ein anderes Hobby suchen müssen. Doch wer denkt, es handele sich hier um langweilige Schrittfolgen im Quadrat zu Countrymusik im Cowboy-Outfit, der hat weit gefehlt. Auch wenn früher dieser Musikstil einmal tonangebend war, so wird heute nach fast jeder Art von Musik getanzt. Denn Pop, Rock, Dance-Music, Schlager, ja sogar Techno haben inzwischen Einzug in diese Art des Tanzes gehalten, ganz wie es dem „Caller“ gefällt. Der Caller ist der „Ausrufer“ der Tanzkommandos, der quasi singend die Anweisungen für die nächsten Schritte und Tanzfiguren gibt, und die Tänzerinnen und Tänzer, die in Gruppen zu je vier Paaren zusammen tanzen, setzen diese Tanzkommandos in Bewegung um. Das Schöne dabei ist, dass die Tanzfiguren feste Namen haben, die auf der ganzen Welt gleich getanzt werden, egal ob in Japan, Australien, USA oder eben im schönen Städtchen Höhr-Grenzhausen. Und diesen Spaß gönnen sich die Ceramic Dancers seit über zehn Jahren mit bunten Röcken, Blusen und Petticoats.
„Entstanden ist die Idee zur Gründung dieser Abteilung der Sportfreunde Höhr-Grenzhausen e. V. durch die Gründerin Ute Püsch-Walta, die auf einem Geburtstag eine Darbietung einer Squaredance-Gruppe mit ihrem jetzigen Caller Jack gesehen hat. Das hatte ihr so gut gefallen, dass sie ihn direkt angesprochen hat und fragte, ob er das auch in Höhr-Grenzhausen machen könne.“, berichtet Petra Winzer, Präsidentin des Vereins. Schnell waren interessierte Tänzerinnen und Tänzer gefunden und durch die fabelhafte Unterstützung von Jack, der den Club seit der ersten Stunde bis heute durch Höhen und Tiefen führte und die Squaredancebegeisterten mit seiner Geduld und Ruhe sowie seinem Humor mit abwechslungsreicher Musik immer wieder an seine Grenzen führt, stehen die Tanzsportler da, wo sie heute sind.
Heimatverbunden und verwurzelt
Der Vereinsname „Ceramic Dancers“ ist auch ganz gezielt gewählt. Nachdem der Spaß am Square Dance gefunden war, setzten sich die 13 Initiatoren der Geburtsstunde des Vereins zusammen, um einen passenden Namen zu finden. In Verbundenheit zu ihrem heimatlichen Sitz und zum Kannenbäckerland sowie der beheimateten Keramik entschied man sich, die weit über die Grenzen Höhr-Grenzhausens hinaus bekannten Kannen im Logo des Vereins zu manifestieren. Auch die Tanzkleidung der Frauen und Männer spiegelt die Verbundenheit zur Vereinsheimat Höhr-Grenzhausen wider. Sie sind stolz auf ihre, wenn auch noch recht junge, zwölfjährige Vereinsgeschichte, sehen motiviert und enthusiastisch in die Zukunft und freuen sich über jede und jeden, der mit ihnen ihre Begeisterung für diese spannende, herausfordernde und abwechslungsreiche Art des Tanzens teilen möchte.
Auf der Homepage des Vereins heißt es: „Unser Club steht für Gastfreundlichkeit, Respekt, Fairness und dem fast familiären Zusammenhalt untereinander. All das und der Spaß den wir haben und nach außen vermitteln, zeichnen uns aus.“ Zusammengeführt hat die tanzenden Menschen also die Freude an der Bewegung, am Tanzen und der Spaß im Umgang mit anderen Gleichgesinnten. Dabei ist Square Dance mehr als nur ein bisschen „Rumgetanze“. Auch wenn dem heimatverbundenen Verein Spaß und Gemeinschaft sehr wichtig sind, so stellt Square Dance für ihn durch seine einzigartige Weise zu Tanzen, nämlich die Kommandos des Callers aufzufassen und sofort in Bewegung umzusetzen, neben dem ganzkörperlichen Trainingsansatz auch eine hohe Anforderung an den Geist. Denn die Tänzer wissen nicht, was ihr Caller Jack sich als nächstes für sie einfallen lässt und sie sind jederzeit hochkonzentriert bei der Sache. Die Bewegung stärkt die Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit und die Umsetzung des Gehörten in rhythmisch koordinierte Bewegungsabläufe, hält gleichzeitig das Gehirn jung. Ute Luxem, Vize-Präsidentin des Vereins, sagt dazu: „Wenn du nach der Arbeit zum Training kommst, dann hast du keine Zeit, dir über irgendetwas Gedanken zu machen, sondern du musst dich schon konzentrieren. Und nach dem Training ist der Stress wie weggeblasen.“ Bewegung und Spaß gepaart mit Musik helfen also, den Alltag hinter sich zu lassen. Da denkt man sich doch gleich: Optimal, Square Dance ist genau das Richtige, um sich fit zu halten.
Reiselust und Banner Steeling
Und die Ceramic Dancers sind auch reiselustig. Wenn man sich für den Square Dance begeistert und seine Prüfung, die Graduation, geschafft hat, erhält man ein Diplom, sein Club Batch und sein Friedship-Book. Das ist ein kleines Heftchen, dass bei dem Besuch anderer Clubs vorgelegt wird, denn es ist im Square Dance üblich, dass man „travelt“ und andere Clubs besucht und wenn man zum ersten Mal in einem neuen Club ist, wird das Friendship-Book vorgelegt und man erhält neben der Unterschrift auch einen kleinen Anhänger. Diese Anhänger werden gesammelt und bei Erreichen einer bestimmten Anzahl von Clubbesuchen erhält man sogar eine Auszeichnung des Dachverbandes. Um aber zum nächsten Club zu kommen, müssen die Höhr-Grenzhäuser Tänzer schon etwas weiter reisen. Zwar befinden sich quasi vor der Haustür die befreundeten Squaredancer aus Koblenz, aber darüber hinaus muss man schon etwas weiter fahren, um andere Clubs zu besuchen und dort tanzen zu können. In ihrer Sommerpause bricht dann im Verein das große Reisfieber zum sogenannten „Banner Steeling“ aus. Das bedeutet, dass die Tänzerinnen und Tänzer zu anderen Vereinen fahren, dort tanzen und das Banner des jeweiligen Vereins „stehlen“. Um ihr Banner zurückzuerhalten, ist dieser Verein darauf angewiesen zu den Ceramic Dancers zu kommen, um sich ihr Banner zurückzuerobern. Damit findet ein reger Austausch zwischen den Vereinen statt, die sich natürlich nicht nur in Deutschland befinden. Dabei herrsche in der Squaredancer-Szene stets ein netter und zuvorkommender Umgangston und neben dem Spaß an der Herausforderung stehe die Gemeinschaft im Vordergrund und man sei generationsübergreifend verständnisvoll sowie offen für alles, erklären Petra Winzer und Ute Luxem.
Einfach mal unverbindlich schnuppern
Die nächste große Veranstaltung der Ceramic Dancers „Tanzen erleben“, ein Tanz-Event mit vier Workshops, findet am 21. Oktober ab 15 Uhr in der Kreissporthalle am Schulzentrum in Höhr-Grenzhausen statt. Wer Zeit und Lust hat, ist dort willkommen. Und wem es gefällt oder wer sich schon länger überlegt, diese Tanzart unter lieben Menschen in geselliger Stimmung verbunden mit einem musikalischen Ganzkörpertraining zum Stressabbau einfach mal unverbindlich auszuprobieren, kann dies an acht Abenden im Rahmen eines Schnupperkurses ohne Vereinsmitgliedschaft ab dem 23. Oktober tun. Neue Tänzerinnen und Tänzer sind jederzeit eingeladen sich an der Koordination von Geist und Körper durch das Erlernen von Tanzfiguren, Schrittfolgen und Formationen zu versuchen und sich damit einfach etwas Gutes zu tun. Und weil große Ereignisse ja schon lange ihre Schatten voraus werfen, hier schon mal der Hinweis auf das nächste „Special“ des Vereins. Am 21. April 2018 gibt es Nonstop Spaß mit den Ceramic Dancers mit Gastcaller Peter Koch und einer tollen Afterparty. Dazu werden 20 bis 30 befreundete Vereine erwartet.
Square Dance auf dem Kannenbäcker-Special 2017.
Geballte Frauenpower im Vorstand der Ceramic Dancers - Ute Luxem, Peter Winzer und Ulrike Lunkenheimer.
Die Tanzgruppe auf den Kannenbäcker-Special in ihrem heimatlichen Outfit.
