Wahrzeichen von Ahrweiler benötigt ein neues Kleid
St. Laurentius: Zurück in die Zukunft
Fast 300.000 Euro Spendengeld werden benötigt
Ahrweiler. So viel steht fest: Neben der historischen Stadtmauer ist die St. Laurentius Kirche das stadtbildprägendste und bekannteste Bauwerk von Ahrweiler, das zudem von hohen Besucherzahlen frequentiert wird. Ob im Rahmen von Stadt- und Kirchenführungen, bei den Gottesdiensten oder „einfach nur so“ - sowohl Einheimische als auch Fremde strömen ganzjährig in großer Menge in das Gotteshaus. Ein Beweis hierfür ist auch die Zahl von mehreren hundert Kerzen, die Woche für Woche von Gästen dort entzündet und aufgestellt werden. Im kommenden Jahr feiert St. Laurentius seinen 750. Geburtstag und wie es bei einem derart alten Bauwerk nicht zu vermeiden ist, sind immer wieder umfangreiche Maßnahmen zur Substanzerhaltung und Restaurierung im Sinne der Denkmalpflege zwingend notwendig. Besonders die gesamte Außenfassade ist in ihrer Substanz vollständig erneuerungsbedürftig. Sie weist an sehr vielen Stellen Farb- und/oder Putzabplatzungen auf. Restauratorische, dendrochronologische, farbtechnische und bauhistorische Untersuchungen wurden unter Einbeziehung des zuständigen Bistums Trier und der Denkmalschutzbehörden durchgeführt. Bereits im Jahre 2009 gab es im Verwaltungsrat von St. Laurentius um den Vorsitzenden Paul Radermacher erste Überlegungen, eine Außenrenovierung anzustreben, bevor sieben Jahre später der entsprechende Entschluss gefasst wurde.
Erstaunliche Details
Die bereits erwähnten Untersuchungen brachten erstaunliche Details zutage. So wurde unter anderem ermittelt, dass die heute noch unter dem Dach ersichtliche Quaderung der ersten, originären Fassung entspricht. Somit war mutmaßlich als erste Fassung die gesamte Außenfläche der Kirche, deren Grundstein Anno 1269 gelegt wurde, helllocker geschlämmt und braun-rot gequadert. Und genau dieses historische Gewand möchte man, wie Thomas von Stein, begleitender Architekt des Bistums Trier und Malermeister/Restaurator Markus Simons bestätigten, der St. Laurentius Kirche wieder anlegen - Zurück in die Zukunft, sozusagen. Bevor es so weit ist, wird jedoch vor der endgültigen Entscheidung, die noch in diesem Jahr erfolgen soll, an der Kirchen-Nordseite ein 1:1-Muster erstellt. Nach entsprechendem Beschluss erfolgt dann die offizielle Ausschreibung der Maßnahme, in deren Rahmen auch gleich eine professionelle Kontrolle von Dach und Fenstern erfolgen wird. Idealerweise möchte man die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten noch im Jubiläumsjahr 2019 beenden. Jedoch sind diese Arbeiten wetterabhängig, wodurch ein genauer Fertigstellungstermin noch nicht genannt werden kann. Die letzten Sanierungen von St. Laurentius (1899-1903, 1982-1984) liegen schon länger zurück - Zeit also, das geplante Großprojekt auf den Weg zu bringen.
Benefizkonzerte und Sonderaktionen
Und ein solches Projekt kostet neben Manpower vor allem eines: Jede Menge Geld. Das Team rund um Paul Radermacher kann dabei auf eine Mischfinanzierung bauen und ist optimistisch, alle pekuniären Ziele zu erreichen. Insgesamt ist eine Kostensumme von 878.000 Euro veranschlagt.
101.000 Euro übernimmt das Bistum Trier, hinzu kommt ein Zuschuss des Bistums in Höhe von 80.500 Euro. 400.000 Euro freie Rücklagen hat die Pfarrei zur Verfügung. Ein nicht unerheblicher Teil, nämlich insgesamt 296.000 Euro soll durch Spenden und Zuschüsse Dritter generiert werden.
„Wenn es um St. Laurentius geht, gab und gibt es in Ahrweiler immer zahlreiche helfende und vor allem gebende Hände“, unterstreicht Paul Radermacher die tiefe Verbundenheit der Ahrweiler Bürger zu „ihrem“ Gotteshaus. Bislang konnten unter dem Motto „Alles für Lau“ bereits 103.000 Euro auf dem Spendenkonto verbucht werden - von der 5-Euro-Spende eines kleinen Mädchens bis hin zu 20.000 Euro vom Heimatverein „Alt Ahrweiler“. Natürlich wird es auch spezielle Aktionen und Events zugunsten von „Lau“ geben, darunter Benefizkonzerte der kreisstädtischen Chöre sowie der Mainzer Hofsänger. Auch der Ahrweiler BC möchte die Einnahmen eines Heimspiels zur Verfügung stellen. Darüber hinaus werden und wurden Artikel wie der Laurentius-Kalender oder das Laurentius-Brot verkauft, die Veranstaltung „Rock am Markt“ spendete ebenfalls für die Sanierung. Ein eigener „Laurentius-Wein“ ist in Kooperation mit den Ahrweiler Bürgerschützen bereits in Planung.
St. Laurentius - ein Gotteshaus mit ganz viel Geschichte
Bauherr von St. Laurentius war das Kloster Prüm, Auftraggeber war der Kölner Erzbischof Konrad von Hochstaden (1205-1261), der den Baubeginn jedoch nicht mehr erleben sollte. Selbiger legte übrigens auch den Grundstein des Kölner Doms - dessen endgültige Errichtung jahrhundertelang dauerte. Viel schneller ging es mit St. Laurentius: Innerhalb von „nur“ 10 bis 15 Jahren war die heute älteste Hallenkirche des Rheinlandes fertig - eine genaue Bauzeit lässt sich nicht mehr eruieren. Im inneren von „Lau“ finden sich Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert als älteste Relikte der Kirche. Der große Stadtbrand von Ahrweiler im Jahre 1689 setzte St. Laurentius schwer zu, doch schon 1707 waren sämtliche Schäden an dem Gotteshaus wieder beseitigt - nicht zuletzt dank des aufopfernden Engagements der Ahrweiler Bevölkerung.
Wer für das „schönste Haus von Ahrweiler“ nach dem Motto „Alles für Lau“ spenden möchte kann folgende Spendenkonten nutzen:
Volksbank RheinAhrEifel eG IBAN DE92 5776 1591 0501 4284 00.
Kreissparkasse Ahrweiler IBAN DE91 5775 1310 0000 8060 34.
Die St. Laurentius Kirche - ein Wahrzeichen von Ahrweiler.
Auch auf dem Dach der Zehntscheuer ist „Alles für Lau“ präsent.
Nehmen das Großprojekt der Außenrenovierung- und Sanierung von St. Laurentius in Angriff: (v.li.) Markus Simons (Malermeister und Restaurator), Paul Radermacher (Vorsitzender Verwaltungsrat St. Laurentius), Michael Unger (Architekt) und Thomas von Stein (Architekt Bistum Trier). Im Hintergrund das „Alles für Lau“-Spendenbarometer. Fotos: DU
