Das kulturelle Engagement von Thilo Heyl und des Ehepaars Trudel und Waldemar Deimling wurde belohnt
Stadt Andernach vergibt Ehrenamtspreis
Andernach. Auch in diesem Jahr zeichnete die Stadt besonders engagierte Andernacher mit einem Ehrenamtspreis aus. Die Preisträger sind Thilo Heyl, Leiter des privaten Heilkundemuseums in der Frankenstraße, sowie das Ehepaar Trudel und Waldemar Deimling, das sich jahrzehntelang um die musikalische Erziehung der Andernacher Jugend verdient gemacht hat.
Schon als angehender Krankenpfleger interessierte sich Heyl für die geschichtliche Entwicklung der medizinischen Behandlung von Menschen und deren Requisiten. Als in den siebziger Jahren das Evangelische Stift in Koblenz aufgelöst wurde, erwarb er schließlich die ersten Ausstellungsstücke für das 1992 unter Trägerschaft des Vereins zur Darstellung der Geschichte der Heilkunde gegründete Johann-Winter-Museum, benannt nach dem 1505 in Andernach geborenen Mediziner Johann Winter.
Heyls Mutter stellte seinerzeit die Räume im Erdgeschoss in der Frankenstraße 19 zur Verfügung. Bereits ein Jahr später wurde die erste Ausstellung nach chronologischen und thematischen Gesichtspunkten konzipiert und der Öffentlichkeit vorgestellt. Einige der Ausstellungsstücke des Heilkundemuseums, wie einen Zahnarztstuhl aus dem anfänglichen 20. Jahrhundert, sowie die Eiserne Lunge und eine Intensivstation im Jahr 1979 präsentierte Oberbürgermeister Achim Hütten anhand einer Bildersammlung auf einer Leinwand im Historischen Rathaus.
„Der Idee und der Sammelleidenschaft von Thilo Heyl sowie seinem persönlichen Engagement mit Unterstützung des Vereins ist es zu verdanken, dass Andernach ein solches Museum besitzt“, würdigte Hütten den Preisträger in seiner Laudatio und überreichte ihm in Anerkennung und Dank eine Urkunde. Für ihr über 40-jähriges Engagement um die musikalische Entwicklung Andernacher Kinder und Heranwachsender bei den „Becket-Raben“ wird dem Ehepaar Trudel und Waldemar Deimling der Ehrenamtspreis der Stadt Andernach verliehen.
„Die Familie Deimling allein trug schon viel zum musikalischen Leben der Stadt bei“, so Hütten in seiner Ansprache. Das Ehepaar Trudel und Waldemar Deimling, das seit 1966 in Andernach lebt, zog zehn Kinder groß, die alle mindestens ein Instrument spielen. Die regelmäßige Hausmusik mit allen Familienangehörigen gehörte zum Alltag der musikalischen Familie. Es folgten öffentliche Auftritte bei den Weihnachtsgottesdiensten in der Pfarrei St. Peter. Zudem begleitete Waldemar Deimling 40 Jahre lang die Gottesdienste in der Hospitalkirche St. Josef an der Orgel.
Unter dem Namen die „Becket-Raben“ gründete die Familie Deimling 1970 einen eigenen Sing- und Spielkreis, der weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt war. Neben zahlreichen Veranstaltungen, Festen und Gottesdiensten, die die Becket-Raben, zu denen zeitweise mehr als 80 Kinder zählten, in Andernach mitgestalteten, war die Singgruppe auch in vielen anderen Städten und Gemeinden ein gern gesehener Gast. Bei einem Familien-Sänger-Wettbewerb mit Gotthilf Fischer erreichte die Familie Deimling 1979 den vierten Platz. Nach mehr als 40 Jahren verabschiedeten sich die „Becket-Raben“ schließlich von der Bühne. Für ihr Lebenswerk zeichnete OB Hütten Trudel und Waldemar Deimling, die am zweiten Weihnachtstag ihre Diamantene Hochzeit feiern, mit einer Urkunde aus.
Oberbürgermeister Achim Hütten (rechts) und Bürgermeister Claus Peitz (links) überreichten dem Ehepaar Trudel (Zweite von links) und Waldemar Deimling (Dritter von links) und Thilo Heyl (Zweiter von rechts), der von seiner Ehefrau Ulrike in seinem Engagement unterstützt wird, den Ehrenamtspreis 2017 der Stadt Andernach.
Bürgermeister Claus Peitz, Trudel und Waldemar Deimling sowie OB Achim Hütten (von links).Fotos: UBU
