Bis auf den letzten Platz war die Stadthalle Montabaur ausverkauft
Stadthalle wurde zur Hippie-Disco
Maria I. von der flinken Nadel begrüßte zahlreiche Narren und freute sich über ein erstklassiges Programm
Montabaur. Der Saal ist fast stockfinster. „Hallo Freunde!“, ruft Patrick George, der Sitzungspräsident der GK Heiterkeit in die vielfach im Hippie-Retro-Look gestylte Narrenschaar in die Stadthalle hinein. Die Stadthalle Montabaur ist mit über 600 Karten bis auf den letzten Platz ausverkauft. „Disco“ – das ist das Motto dieses Jahr. Die gleichnamige ZDF-Sendung aus den 70er Jahren ist noch sehr vielen geläufig. „Hallo Ilja“, tönt es wie aus der Pistole geschossen aus vielen Narrenkehlen. „Ich heiße immer noch Patrick. An die Dame in Rot: eine Kiste für den Elferrat! Ich hab das notiert.“ Das Warming up gelingt. Großes Gelächter!
„Licht aus, Spot an!“ Einzug des Elferrats. Die Bühne ist ein Wohnzimmer aus den 60er Jahren. „Dabei ist erst nächste Woche Sperrmüll. Dieses Jahr legen wir uns mal auf die faule Haut, und ihr seid dran.“ Gemütliche Sofas sind vorbereitet. „Mein Papa hat damals auf der Coach gelegen, heute würde man sagen gechillt.“ Von dort aus kann der Elferrat die Auftritte verfolgen, wie damals die Fernsehsendung „Disco“.
Die Showtanzgruppe „Finals“ aus Elgendorf soll das Eis brechen mit ihrem Auftritt „Eiszeit“. Das ist gar nicht mehr nötig, denn die 18 Mädels und der einzige Mann als Hahn im Korb bringen den Saal zum ersten Mal zum Toben. Nach dem Einzug der Tollitäten tanzen die Kadetten der Schlossgarde Montabaur.
Maria I. singt sich in die Herzen ihres närrischen Volkes
Kinderprinzessin Maria I. von der flinken Nadel hat jetzt ihren großen Auftritt: „Ich sing ein Lied für euch, weil ich Prinzessin bin.“ Mit ihrer Abwandlung des Hits des Österreichers Andreas Gabalier erobert die Tochter des Sitzungspräsidenten im Nu die Herzen.
Seinen närrischen Einstand gab der neugewählte Verbandsbürgermeister Ulrich Richter-Hopprich zusammen mit Kaplan Steffen Henrich. Die Beiden sind schwungvoll als zwei alte Jungfern mit ihren Gehwagen zum Friedhof gefahren. Diese trauern um ihre liebe Freundin Hedwig. Der letzte Spaziergang ging von der Kirche aus zum Weihnachtsmarkt, und dann in das Fashion Outlet Center. „Meine Mutter war ne Rentnerin, die zog so gern zum Bahnhof hin. Doch in der kalten Weihnachtszeit schafft’ sie’s nicht mehr so weit. Sie ist erfror’n auf halber Strecke, sie tat am FOC verrecke. Ist Winterzeit in Montabaur!“
Die große Garde ECV Eschelbach erfreute danach die Narren mit ihrem bunten Medley, das sie ohne Trainerin selbst kreiert hat. An das Thema Friedhof knüpfte auch Manfred Gniffke, ein Koblenzer Original, in seinem Auftritt an. Als Stadtführer zeige er gerne den zweitschönsten Bergfriedhof Europas. „Der schönste ist in Lissabon, der zweite in Koblenz. Das scheint auch zu stimmen, denn die Leute scheinen verhältnismäßig lang da zu liegen!“ Halloweenmäßige Party-Stimmung verbreitete auch die Gruppe „Dance Infinity“ aus Welschneudorf mit ihrer Darbietung „Monster Party“.
Geistliche und weltliche Oberhäupter Hand in Hand
Pfarrer Heinz-Walter Bartenheier und Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland brillierten wieder als Don Camillo und Peppina. Hochwürden begrüßte das weibliche Stadtoberhaupt als „Schimmelbezwingerin der Kindertagesstätten“, obwohl ja gemunkelt werde, dass ein fuchsiger Ortsvorsteher aus einem Mückenschiss einen großen Schimmel gemacht habe. „Purer Neid“, konterte Peppina. „Sie wären doch ganz froh, wenn überhaupt jemandem auffallen würde, wenn es in der Kirche Schimmel gibt.“ Don Camillo erzählte vom Besuch des neuen Bischofs, der im Keller viele leere Flaschen bei der Besichtigung des Pfarrhauses gefunden habe. „Herr Pfarrer, Herr Pfarrer, hier liegen aber arg viel Leichen herum…“ „Keine Angst, Herr Bischof, da ist keine ohne geistlichen Beistand gestorben!“ Frenetischen Jubel löste der Geistliche aus, als er seinen Talar auszog und er im Kostüm eines Gardisten der Schweizer Garde gelobte, für die Sicherheit der Stadtbürgermeisterin zu sorgen. Diese machte es dem Pfarrer nach, tauschte ihre erst steife gegen eine schicke Robe, indem sie die erste fallen ließ. „Schließlich bin ich ja Bürgermeisterin einer Stadt mit Fashion Outlet!“
Gut behütet fühlte sich auch die Narrenschar während des Regenschirm-Tanzes der „Las Hormigas“ aus Horessen. Thomas Kespe alias Schuster-Dappes besang schließlich den köstlichen Geschmack der Fleischwurst, die er als Kopfschmuck trug. Diesem an Attraktivität und Aussehen stand auch Horst Haas nicht nach, der als der schönste Mann Deutschlands auf die Bühne trat.
Tänzerische Meisterklasse im wahrsten Sinne des Wortes präsentierte die Showtanzgruppe „Dance Emotions“ aus Welschneudorf, derzeit amtierende Hessen-Meister, und Vizemeister in Rheinland-Pfalz und auch in Deutschland. Weit nach Mitternacht wurde die Sitzung abgerundet durch eine Improvisation des Dreigestirns, einem Showtanz der Gruppe gelb-rot Koblenz und das Finale mit den Schusterkrähen.
Pfarrer Heinz-Walter Bartenheier und Stadtbürgermeisterin Gabi Wieland brillierten wieder als Don Camillo und Peppina.
Kinderprinzessin Maria I. von der flinken Nadel wurde von ihrem Gefolge unterstützt. Fotos: -GBA-
Zahlreiche Tanzgruppen erwiesen Prinzessin Maria I. und dem Sitzungspräsidenten die Ehre.
Der neue VG-Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich zeigte gleich zu Beginn seiner Amtszeit seine jecke Seite.
