Metallhandwerker-Innung Cochem-Zell: Zwölf Neugesellen freigesprochen
Start in einen Beruf, bei dem der Funke überspringt
Kreis Cochem-Zell. Metallhandwerker haben einen Beruf gewählt, bei dem der Funke überspringt. Offenbar auch auf die Jugend. Denn wieder einmal rückten neue Fachkräfte nach. Zwölf junge Leute bestanden nach ihrer Ausbildungszeit die Abschlussprüfung, wurden von der Metallhandwerker-Innung Cochem-Zell feierlich freigesprochen und dürfen sich nun Gesellen nennen. Das Gesellenstück war ein Winkelspanner aus Stahl. Dann war es geschafft: Zehn erfolgreiche Absolventen der Winterprüfung und zwei der Sommerprüfung konnten jetzt im Mosellandmuseum in Ernst ihren „Freispruch“ erleben. Diese Tradition, sozusagen das Abitur im Handwerk, gibt es seit dem ausgehenden Mittelalter. Gefeiert wird die Entlassung der Neuen aus der Lehrlingszeit und der Start in den Beruf. „Jetzt, mit dem Abschluss der Prüfungen, geht es erst richtig los mit dem Lernen. Ihr werdet jeden Tag neue Herausforderungen erleben – und ab jetzt seid ihr auf der Baustelle eigenverantwortlich unterwegs.“ Dies waren die Worte, mit denen Obermeister Bernd Loosen die neue Mannschaft angesichts stolzer Eltern, Ausbilder und Freunde ins Berufsleben entließ.
Auch das Team der Berufsbildenden Schule Cochem freute sich. Herzlich gratulierte Lehrer Holger Reichrath. Bei Ruwen Mager, der sich krankheitsbedingt leider lediglich per Mail melden konnte, war echte Wehmut spürbar, eine so trefflich zusammengeschweißte Klasse verabschieden zu müssen. „Es war eine tolle Zeit, in der ich viele herzensgute Persönlichkeiten kennenlernen durfte“, so der Pädagoge. Die Klasse habe ihm gezeigt, „dass es im Metallhandwerk immer noch, leider jedoch etwas zu selten, engagierte und motivierte junge Menschen gibt, die sich für einen sehr abwechslungsreichen und interessanten handwerklichen Beruf begeistern können.“
Worte, hinter denen „stahlharte“ Fakten stehen. Ob Geländer, Treppen, Leitern, Brücken, Blechgehäuse, Haustüren oder Fenster, hier muss der Metallhandwerker ran. „Ich sage den Azubis oft: `Was ihr seht und erlebt, da kommt kein anderer hin´“, schildert Bernd Loosen. Das können kleine Projekte sein oder große wie Stahlbauarbeiten im Cochemer Kaiser-Wilhelm-Tunnel oder an den Staustufen in Fankel und Zeltingen.
Auch zwei Prüfungsbeste galt es im Rahmen der Freisprechung zu ehren. Aus der Winterprüfung ging Alexander Stadtfeld (Metallbau Stadtfeld, Bullay) als Bester hervor. Auf Platz 1 bei der Sommerprüfung landete Lukas Loosen (Schlosserei Haupt, Alken). Wer in die Sommerprüfung geht, ist Wiederholer oder jemand, der eine vorgezogene Prüfung macht, weil er bereits in der Zwischenprüfung beweisen konnte, was in ihm steckt. Ein solcher Absolvent ist Lukas Loosen. Auch bei der Kammerprüfung belegte er den ersten Platz, ebenso beim Landesentscheid in Mainz, schließlich landete er bei den Besten auf Bundesebene.
