Allgemeine Berichte | 28.01.2020

Stadt Linz hatte zur Pressekonferenz eingeladen

Startschuss für die ‚Lebenswerte Stadt‘

Vier ASS-Schüler starten Projekt zur Sauberkeit in der Stadt

Im Rathaus wurde über das Projekt ‚Lebenswerte Stadt Linz – StadtNatur-StadtBild‘ informiert. Foto: DL

Linz. Zu einer Pressekonferenz hatte der Linzer Stadtbürgermeister, Hans-Georg Faust, zusammen mit seinem Ersten Beigeordneten, Helmut Muthers, und Citymanagerin Karin Wessel Anfang voriger Woche in den Sitzungssaal des historischen Rathauses eingeladen. Begrüßen konnte er dort die Pädagogin der Berufsbildenden Alice-Salomon-Schule (ASS), Doris Schulte-Schwering, Fachlehrerin unter anderem für das neu eingeführte Fach „Verantwortung“. Mitgebracht hatte diese mit Nathalie Schlich, Nele Nixdorf, Jan Rankenhohn und Robin Daniels vier Berufsschüler des Ausbildungszweigs „Sozialpädagogische/r Assistent/in“. Die vier seien nur eine von acht Gruppen der Klasse, die sich im Fach „Verantwortung“ unterschiedlichen Projekte widmen würden, erklärte die Fachlehrerin. „Wir wollen heute auf die Auftaktveranstaltung ‚Lebenswerte Stadt Linz – StadtNatur-StadtBild‘ Hinweisen, die am Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr in der Stadthalle beginnt“, so Hans-Georg Faust. Die Bunte Stadt am Rhein sei nicht nur baulich lebenswert, Linz sei auch reich an Natur. Da urbanes Grün als Garant für Lebensqualität immer wichtiger werde, würde die Stadtspitze dieses Thema als einen zentralen Baustein zur Weiterentwicklung der Lebensqualität der Bürger, aber auch als Beitrag zum Umweltschutz aufgreifen. „Dafür haben wir uns professionelle Unterstützung besorgt. Sonja Knapp vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung spricht auf der März-Veranstaltung über ‚Potentiale zum Erhalt der biologischen Vielfalt‘, während die Dattenberger Diplombiologin, Stephanie Martin, ganz konkret dem Thema ‚Naturnahes Linz“ widmen wird“, erklärte der Stadtchef.

Aschenbecher für die Stadt

Zweites Thema sei die Sauberkeit der Stadt. Hier müsse alles unternehmen, damit sich bei den Bürger ein allgemeines Gefühl entwickele, dass sich jeder um die Stadt kümmern kann. „Hier hat es schon beispielhafte Aktionen gegeben wie das ‚Kippensammeln‘ von zwei Kindern vor einigen Wochen, die innerhalb kürzester Zeit auf kleinstem Raum zwei große Beutel mit den Zigarettenstummel gefüllt haben“, erinnerte Hans-Georg Faust. Bei dieser Aktion habe es bei ihm Klick gemacht, erinnerte Helmut Muthers. Als er über eine Fortführung solcher Bemühungen mit dem Bürgermeister habe sprechen wollen, seien gerade die ASS-Schüler ins Rathaus gekommen, um diesem ihr Projekt zur städtischen Sauberkeit vorzustellen, die ja auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die Touristenhochburg Linz von imminenter Bedeutung sei. „Schön, dass Ihr wirklich was machen wollt. Wir werden Euch dabei unterstützen“, versprach Helmut Muthers den vier ASS-Schülern.

„Das Problem mit den achtlos weggeworfenen Kippen ist auch uns aufgefallen. Deshalb haben wir uns den coolen Schüler-Wettbewerb ‚Aschenbecher für die Stadt Linz einfallen lassen“, berichtete Jan Rankenhohn. Im Rathaus hätten sie eigentlich nur wegen eines Termins beim Bürgermeister nachfragen wollen, seien dann aber direkt von Hans-Georg Faust empfangen worden, hob er hervor. In der vorigen Wochen sei das Projekt den übrigen ASS-Klassen und in der Robert-Koch-Realschule vorgestellt worden. „Einige haben kein Interesse gezeigt, aber wir sind durchaus zuversichtlich, dass sich viele Einzelpersonen oder Kleingruppen mit bis zu fünf Personen beteiligen und ihre kreative Ideen einreichen, so dass wir möglichst viele Aschenbecher in Linz aufstellen können, in denen Zigarettenkippen entsorgt werden können. Mitmachen bei dem Wettbewerb können alle Schüler der Linzer Schulen abgesehen von Grundschülern“, ergänzte Robin Daniels.

Inzwischen liegt ein Flyer vor, in dem etwa die Gestaltungsvorgaben zu finden sind. Einreichen kann man die Prototypen, die natürlich witterungsbeständig, bunt und selbst produziert sein sollen in der ASS am Montag, 10. Februar, und am Montag 2. März, jeweils von 10 bis 12 Uhr. Hinsichtlich des Materials sind keine Grenzen gesetzt, sieht man von Plastik einmal ab. „Es hat uns unheimlich motiviert, wie positiv unser Projekt vom Bürgermeister aufgenommen worden ist und dass uns die Stadt unterstützt“, berichtete Nathalie Schlich. So könnten die schönsten und praktikabelsten Aschenbecher prämiert werden. Für den ersten Platz sind 300 Euro, für den zweiten 150 Euro und den dritten 50 Euro ausgelobt worden. Die Entscheidung fällt eine Jury, die Preisträger werden mit ihrem Aschenbecher mit vollständigem Namen und Angabe der Schule auf der Infoveranstaltung im März vorgestellt.

„Auch das Martinus-Gymnasium hat signalisiert, dass es sich für die Sauberkeit in der Stadt einsetzen wird“, berichtete die Citymanagerin, die über dieses Thema auf der Informationsveranstaltung abschließend sprechen wird. Da die Stadt vorhabe, auch neue Abfallbehälter aufzustellen, würde dieses Aschenbecher-Projekt eine hervorragende Ergänzung darstellen, so Karin Wessel.

Jeder einzelne ist für die Sauberkeit verantwortlich

„Das abschreckende Beispiel ‚Kippen-Sammeln‘ der beiden Kindern hat leider keine Schule gemacht und nicht bewirkt, dass Geschäfte und Hausbewohner ihrer ‚Kehrpflicht‘ wirklich nachkommen“, beklagete Helmut Muthers. Ähnlich sei es dem früherer „Stadtputztag“ ergangen. Nachhaltig Erfolg sei nur gewährleistet, wenn ein allgemeines Gefühl dafür entwickelt würde, dass jeder einzelne für die Sauberkeit in der Stadt verantwortlich sei. „Da kommt das Projekt der vier ASS-Schüler gerade rechtzeitig, denn auch wir wollen dafür sensibilisieren: Haltet die Straßen sauber!“, so der „Zukunfts-Beigeordnete“. Entsprechend sei zwei Tage nach der Info-Veranstaltung ein Stadtputztag geplant, um so eine Woche vor dem Altstadtfest zum Saison Auftakt mit sauberen Straßen und Plätzen zu glänzen. „Außerdem wollen wir uns nachhaltig naturnah aufstellen. Da man bei einer entsprechenden Bepflanzung viel falsch machen kann, haben wir uns mit Sonja Knapp und Stefanie Martin in Verbindung gesetzt“, berichtete der Stadtchef. Für Stadt-Begrünung habe der Rat 20.000 Euro ohne Beratungskosten und Bauhofarbeit in den diesjährigen Haushalt eingestellt. Nachdem im Vorjahr bereits der Tilman-Joel-Park entsprechend bepflanzt worden sei und der Erste Vorsitze de des Imkerkreisverbands Neuwied, Uwe Hüngsberg, mit Schülern im Stadtgarten-Rondell um das Oellers-Denkmal Frühjahrsblüher gesetzt habe, seien dieses Jahr eine Fläche „Am Gestade“ vor der Alice Salomon-Schule, der Parkplatz an der Burg und die Mühengasse an der Reihe, wobei am Quartiersplatz Hochbeetbepflanzungen den Anliegern zeigen würden, wie eine Stadtbegrünung mit heimischen Stauden und Wildkräutern aussehen könnte. „Erste Erfolge einer solchen Bepflanzung kann man dieses Jahr bereits rund um die Basilika Sankt Martin sehen“, erklärte Hans-Georg Faust.

Aufschluss darüber gibt Sonja Knapp auf der Info-Veranstalung mit ihrem Vortrag über „Potentiale zum Erhalt der biologischen Vielfalt“, während sich Stephanie Martin anschließend konkret dem Thema „Naturnahes Linz“ widmet. Wer sich genauer über den Aschenbecher-Wettbewerb informieren möchten, kann sich per E-Mail an schlich.nathalie@gmx.de, neleknx@t-online.de, robin-daniels@web.de sowie jan.rankenhohn2003@gmx.de .informieren. DL

Im Rathaus wurde über das Projekt ‚Lebenswerte Stadt Linz – StadtNatur-StadtBild‘ informiert. Foto: DL

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