Allgemeine Berichte | 10.04.2019, 09:05 Uhr

Eine vogelkundliche Exkursion des NABU-Ahrweiler in Westum

Steinkauzexkursion

Der kleine Kauz war nicht zu hören - aber überraschenderweise zu sehen

Der Exkursionsleiter Herr Woitol (4.v.r.) konnte 41 interessierte Teilnehmer begrüßen. Copyright: NABU / Andrea Brinkhoff
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Sinzig. In Westum fanden sich 41 interessierte Teilnehmer in der Dämmerung am Rand einer alten Streuobstwiese ein, um den Erläuterungen von Herrn Woitol zum Steinkauzprojekt des NABU beizuwohnen. Entweder aufgrund der hohen Teilnehmerzahl oder wegen eines über den Wiesen schwebenden Ultraleichtfliegers war der ansässige Steinkauz so eingeschüchtert, dass seine charakteristischen Rufe nicht verhört werden konnten. Diese Verhörung war eigentlich ein Ziel der Exkursion gewesen.

Zur Freude des Exkursionsleiters und aller Teilnehmer ließ sich der kleine Kauz aber längere Zeit auf dem Ansitz eines stehenden Totholzes mit Hilfe der zur Verfügung gestellten Spektive und der Ferngläser beobachten. Auch Kurzflüge zu anderen Aussichtswarten konnten so verfolgt werden.

Das von Herrn Woitol ausgesuchte Exkursionsgebiet ist ein gutes Beispiel für die schlechte Prognose des Fortbestands der noch recht hohen Zahl von circa 17 Brutpaaren dieser kleinen Eulenart. Der Steinkauz hat leider nicht nur viele natürliche Feinde. Seine Habitate werden zunehmend durch die intensivierte Landwirtschaft zerstört.

Die noch verbliebenen alten Streuobstwiesen in der Offenlandschaft werden nicht mehr gepflegt, sodass Überalterung, Laubbaummistel und fehlender Rückschnitt die noch vorhandenen Hochstämme dieser Wiesen nachhaltig schädigen. Ein Nachpflanzen junger Hochstämme findet nicht mehr statt. Diese fehlende Pflege konnte der Exkursionsleiter in den Westumer Streuobstwiesen bei dem Rundgang mehr als deutlich zeigen. Man kann nur hoffen, dass sein Appell an die erfreuliche, aber unerwartet hohe Teilnehmerzahl, sich innerhalb ihrer Ortsgemeinschaften zu Streuobstpflegekreisen zusammenzuschließen, wahrgenommen wird. Eins hat der Herr Woitol sehr deutlich herausgestellt: Die Steinkauzpopulation in unserer Region kann nur erhalten werden, wenn die Pflege der überalterten Streuobstwiesen jetzt einsetzt.

Die neu zu setzenden Hochstämme werden circa 15 Jahre benötigen, bevor sie als Bruthöhlenbäume für den Steinkauz dienen können und es ist sehr fraglich, ob die geschädigten Hochstämme der überalterten Streuobstwiesen diese Zeit noch überstehen.

Die Live-Beobachtungen des kleinen Steinkauzes waren eigentlich gar nicht erwartet worden, bildeten aber den absoluten Höhepunkt der interessanten und informativen Veranstaltung. Die Bemühungen des NABU, den Fortbestand dieser kleinen Eulenart zu sichern, werden nur dann Erfolg haben, wenn sich genügend Helfer finden, die sich für die Pflege überalterter Streuobstwiesen einsetzen. Pressemitteilung NABU

Kreisverband Ahrweiler e.V.

Der Steinkauz konnte - zur Freude der Teilnehmenden - sogar gesichtet werden. Copyright: N ABU / Andreas Sebald

Der Steinkauz konnte - zur Freude der Teilnehmenden - sogar gesichtet werden. Copyright: N ABU / Andreas Sebald

Der Exkursionsleiter Herr Woitol (4.v.r.) konnte 41 interessierte Teilnehmer begrüßen. Copyright: NABU / Andrea Brinkhoff Foto: Andrea Brinkhoff

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