Wir sind Kirche vor Ort - Rhein-Ahr
„Stell dir vor, du musst fliehen“
Remagen. Ganz gewiss ist der „Flucht-Winter 2015/16“ noch bei vielen in Erinnerung. Hunderttausende flohen vor Folter, Terror und Krieg nach Europa. Viele Flüchtlinge kamen nach Deutschland. Auch nach Remagen. In Erinnerung sind dabei auch die Bilder von vielen MitbürgerInnen, die sich für die angekommenen Flüchtlinge eingesetzt haben. Sie haben ihnen die erste Zeit bei uns und ihr Einleben in eine für sie fremde Kultur erleichtert.
Und heute? Gott sei Dank gibt es hier vor Ort auch heute noch Menschen, die sich immer noch um die damaligen und den später Angekommenen kümmern. Und doch ist mittlerweile für viele es ziemlich weit weg, dass immer noch Flüchtlinge unter uns leben. Oder auch, dass längst nicht alle einen guten Weg gefunden haben. Weil dies so ist, soll am 1. Oktober der „Tag des Flüchtlings“ begangen werden. Es ist ein wichtiger Tag der 1975 von der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie initiierten und von vielen Organisationen gestalteten Interkulturellen Woche. An dem Freitag der diesjährigen interkulturellen Woche soll wieder bewusst gemacht werden, dass viele Flüchtlinge auch hier vor Ort noch immer Hilfe brauchen oder dass noch immer neue Flüchtlinge ankommen. Sie brauchen wie schon 2015 die so wichtige Unterstützung ehrenamtlicher Helfer.
Der Ökumenische Arbeitskreis Remagen, eine Gruppe der ev. Kirche Remagen, der ev. freikirchlichen Credogemeinde Rhein-Ahr sowie der kath. Kirche Remagen, möchte dieses Anliegen der Kirchen unterstützen und an diesem Tag verschiedene Veranstaltungen durchführen.
Das Programm des 1. Oktobers steht hier in Remagen unter das Motto eines Flyers von Pro Asyl „Stell dir vor, du musst fliehen…..“.
Es besteht aus drei Teilen:
- Am Vormittag wird es parallel zum Remagener Wochenmarkt einen Informationsstand in der Innenstadt geben. Hier können sich interessierte PassantenInnen über die Flüchtlingsproblematik in der Welt aber auch über die Lage in Remagen informieren. Zu einem Gespräch wird eingeladen.
- Um 18 Uhr findet zur Flüchtlingsthematik ein Friedensgebet in der ev. Friedenskirche Remagen statt. Bei diesem Gottesdienst soll vor allem für diejenigen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen, gebetet werden, damit in ihrem neuen Lebensumfeld Offenheit für ein Vielfältiges Miteinander mit Leben gefüllt werde.
- Um 19 Uhr wird im evangelischen Gemeindezentrum ein Gesprächsabend veranstaltet. Dabei soll es nicht nur um die Hauptgründe gehen, warum Menschen fliehen. Vielmehr soll die Flüchtlingslage hier vor Ort, in Remagen, in den Mittelpunkt gestellt werden. Vertreter der Stadtverwaltung werden uns informieren, wie sich die Zahl der Flüchtlinge bei uns seit 2016 entwickelt hat und wie es heute aussieht. Es ist zur fragen, welche Fortschritte erreicht wurden aber auch welche Schwierigkeiten aufgetreten sind. Es soll ein Austausch über Lösungen/Lösungsideen stattfinden. Zum Schluss wird zu erörtern sein, welche Form der Unterstützung weiterhin von ehrenamtlichen Helfern gebraucht wird.
Mit Blick auf die Coronalage können all diejenigen an den beiden Abendveranstaltungen teilnehmen, die geimpft oder genesen sind. Anmeldung mit der Angabe ob „geimpft/genesen“ unter: info@wisiki.de.
Das Jahr startete mit der Miseror Fastenaktion „Es geht! Anders … Das diesjährige Motto der Interkulturellen Woche ergänzt es auf sinnvolle Weise: #offengeht. Dabei meint, so der Hinweis der Kirchen, „Offenheit nicht Beliebigkeit. Vielmehr geht es um ein klares Plädoyer für eine offene Gesellschaft, in der die universalen Menschenrechte geachtet werden. Und es geht um ein breites zivilgesellschaftliches Engagement für ein gutes Zusammenleben in Vielfalt.“
Und genau mit diesem Fokus darf sich 2015 mit all der ge- und erlebten christlichen Nächstenliebe wiederholen. Denn es ist, wie es ist: Fliehen, um ein Leben in Würde und Sicherheit zu führen, ist ein Menschenrecht!
Alle Remagener BürgerInnen sind herzlich eingeladen, sich zu informieren und an einem oder mehreren Teilen des Programms teilzunehmen.
