Allgemeine Berichte | 16.08.2017, 10:02 Uhr

Gemeinderat Wachtberg entschied sich

Stelle des 1. Beigeordneten wird ausgeschrieben und neu besetzt

Wachtberg. Mit großer Mehrheit beschloss der Wachtberger Gemeinderat in einer Sondersitzung, die Stelle des Ersten Beigeordneten der Gemeinde Wachtberg öffentlich auszuschreiben. Nur die beiden Freidemokraten waren dagegen, weil Fraktionsvorsitzender Jörg Wilms eigentlich gar keine Notwendigkeit sah, überhaupt wieder einen Beigeordneten einzusetzen. Aufgrund der bisherigen beiden Beschlüsse müsse man de facto davon ausgehen, dass der Rat gar keinen neuen Beigeordneten wünsche.

Verzicht nur bei Änderung der Hauptsatzung

Im März hatte eine Mehrheit des Rates sich noch dagegen entschieden, die Stelle des Beigeordneten neu auszuschreiben, und dann zum anderen am 11. Juli mehrheitlich den Vertrag dem Amtsinhaber Jörg Ostermann nicht verlängert. Wenn man keinen Beigeordneten wolle, dann müsse man das eben durchziehen. Zumal die Gemeindeordnung für eine Gemeinde der Größe Wachtbergs gar keinen Beigeordneten vorschreiben. Doch das sahen alle anderen Ratsmitglieder anders. Auf den Ersten Beigeordneten könne man nämlich nur verzichten, wenn man die Hauptsatzung der Gemeinde ändere, denn darin sei der Posten fest verankert, erklärten sowohl Oliver Henkel (Grüne) wie auch Andreas Wollmann (SPD). Und ein Antrag auf Änderung der Hauptsatzung sei zu keiner Zeit gestellt worden, bestätigte auch Bürgermeisterin Renate Offergeld.

Henkel konnte sich auch nicht erklären, was Wilms überhaupt mit seinem Vorstoß bezwecke, denn jede Verzögerung bei der Ausschreibung und der Wiederbesetzung der Stelle sei zum Schaden der Gemeinde, war er überzeugt. Das sah auch Joachim Mittweg (FWG) so. „Wichtig ist, dass wir jetzt die Sache in Gang bringen, damit Anfang nächsten Jahres die Stelle wieder besetzt werden kann und die bereits begonnenen Projekte fortgeführt werden.“

Jörg Ostermann geht zum Jahresende

Die Ausschreibung der Beigeordnetenstelle war notwendig geworden, nachdem Amtsinhaber Jörg Ostermann in der vergangenen Ratssitzung wider Erwarten nicht wiedergewählt worden war. 19 Ratsmitglieder hatten am 11. Juli dagegen und nur 18 dafür gestimmt, so dass sich Ostermann nach acht Jahren zum Jahresende aus dem Drachenfelser Ländchen verabschieden muss. Noch im März hatte eine Ratsmehrheit dafür votiert, die Stelle nicht auszuschreiben und den Vertrag mit Ostermann zu verlängern.

Für die mit A15 dotierte Stelle wird für die Dauer von acht Jahren jemand gesucht, der zumindest die Befähigung für die Laufbahn des gehobenen allgemeinen Verwaltungsdienstes besitzt. Schließlich wird er oder sie allgemeiner Vertreter von Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) und auch des künftigen Bürgermeisters, der in drei Jahren gewählt wird. Deshalb plädierten sowohl Henkel wie auch Mittweg dafür, sich bei der Auswahl nicht auf den jetzigen Geschäftsverteilungsplan festzulegen, denn der künftige Bürgermeister sei er frei in der Entscheidung, den Zuschnitt der Kompetenzen neu zu bestimmen. Die Bewerbungsfrist endet am 18. September, die Wahl im Gemeinderat ist für den 17. Oktober vorgesehen.

JOST

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