Tradition und moderner Rummel auf der Heddesdorfer Pfingstkirmes
Stimmungsvolle Kirmeseröffnung an Pfingstsamstag
Heddesdorf. Mit den obligatorischen Salutschüssen der Neuwieder Schützengesellschaft, dem traditionellen Fassanstich mit Stadtvorstand und Marktbeschickern, aber vor allem unter der aktiven Mitwirkung der Heddesdorfer Bevölkerung wurde am Samstagnachmittag die diesjährige Pfingstkirmes eröffnet. Das ganze Spektakel fand vor einer Kulisse aus bunten Buden sowie modernsten und neuesten Fahrgeschäften statt.
Die große Identifikation der Heddesdorfer ist ein Verdienst der Aktionsgemeinschaft Heddesdorfer Pfingstkirmes. Die AG, mittlerweile als Verein registriert, hatte es sich vor zehn Jahren zur Aufgabe gemacht, das Volksfest wieder stärker in der Seele der Heddesdorfer zu verankern. Das Projekt ist gelungen. Beim fünften Kirmesumzug waren alle auf den Beinen. Vom kleinen Kind aus der Grundschule bis hin zum Senior/in aus dem Pflegeheim.
Von Moderator Sven Lefkowitz begrüßt, zogen sie erst durch Neuwieds größtem Stadtteil und drehten dann noch eine Runde auf dem Kirmesplatz. Ein buntes Bild gaben die Vereine ab. Lila-weiß die Kängurus aus dem Raiffeisenring und blau-gelb die des Steckenpferd Reitervereins. Die Männer auf den Steckenpferden erinnerten daran, dass ein Bauernbursche Namens Britz auf einer Bohnenstange im Jahre 1797, als Neuwied von feindlichen Truppen besetzt war, den Jahrhunderte altem Brauch der Tributzahlung der Heddesdorfer an die Engeser und Rommersdorfer Äbte aufrecht bewahrte.
Auch Heddesdorfs Sportler lieben die Kirmes uns so zogen Red-Dragon Kampfsportler und Mitglieder des TV-Heddesdorfs mit. Ihre Pfeife paffend, machte das Älteren-Tabaks-Collegium von 1870 auf sich aufmerksam. Der Männergesangverein Germania tat gleiches, indem er immer wieder fröhlich das alte Germanenlied anstimmte. Der Musikverein Nauort und die Neuwieder Musketiere machten ordentlich Stimmung. Die südamerikanischen Klänge der Samba Gruppe Patusco passten hervorragend zu den äußeren Bedingungen: Annähernd dreißig Grad bei strahlendem Sonnenschein.
Toller Festumzug
Im offenen Cabrio strahlte die Blumenkönigin von Bad Ems mit der Sonne um die Wette und machte Werbung für den Blumenkorso. Der Wagen mit nostalgischem Riesenrad machte auf das Angebot aufmerksam, ein Frühstück über den Dächern Neuwieds, im Riesenrad, zu erleben. Die kleinen Meyer-Geschwister in einer Mini-Kutsche unterstrichen, dass die Zukunft der Neuwieder Schaustellerfamilie auch für die nächsten Jahrzehnte gesichert ist.
Neben dem Festwagen der Aktionsgemeinschaft war das Gefährt mit den frisch gefällten Maibäumen der Heddesdorfer Pfingstreiter, gleichzeitig der Burschenverein, der Höhepunkt des Festumzugs. Eine Masse, in Zahlen nicht erfassbarer, blau-weißer Papierschnipsel schossen die Burschen mit Pressluft in Richtung Himmel. Endstation des Umzugs war der Biergarten. Hier wurden die Teilnehmer von Bürgermeister Peter Jung und dem Beigeordneten Ralf Seemann begrüßt, die sich für das große Engagement aller Beteiligten bedankten.
Die Organisation der Pfingstkirmes ist ein enges Miteinander von Verwaltung, Pfingstreitern, Aktionsgemeinschaft und den Schaustellern. Beim Fassanstich vertrat Herbert Meyer die Zunft der Schausteller. Marcus Preis und Andreas Leufgen waren die Vertreter der Aktionsgemeinschaft und des Burschenvereins. Den in den letzten Jahren gesteigerten Stellenwert der Pfingstkirmes unterstrich die Anwesenheit der Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel und Martin Diedenhofen, von Kreisvorstand Michael Mahlert und der Landtagsabgeordneten Lana Horstmann.
Den Hammer beim Fassanstich schwang der rheinland-pfälzische Innenminister. „Sie können stolz auf das sein, was sie hier auf die Beine gestellt haben“, zollte Michael Ebling, einst Oberbürgermeister von Mainz, den Heddesdorfern Respekt. Dann ließ er das Bier in die Krüge fließen. Sehr zu Freude aller, denn nicht nur die frühsommerlichen Temperaturen, sondern auch der gewohnt lästige Staub des Festplatzes, hatte für trockene Kehlen gesorgt. Insofern waren die Biergärten in diesem Jahr noch beliebter als sonst. Sie waren auch Anlaufpunkt zur Pflege alter Freund- und Bekanntschaften.
Rummelspaß für jedermann
Der Rummel an sich ließ die Herzen der Kirmesfreunde höher schlagen. Für jeden und jede Generation war etwas dabei. Vom Kinderkarussell, Schieß- und Angelbuden, bis hin zum Chaos Pendel, dass die maximal 16 Fahrgäste, an zwei rotierenden Armen in 42 Meter Höhe, herumwirbelte. Genau das Richtige für alle, denen es nicht hoch hinaus gehen konnte. Adrenalin Junkies fanden noch andere Anlaufadressen, während es jene, die es etwas gemächlicher mögen und mehr auf Spaß und Gaudi stehen, ins Geisterhaus oder ins Fun House Big Bamboo zog.
Der Rummel auf der Heddesdorfer Pfingstkirmes lockte in diesem Jahr wieder Tausende Besucher aus der gesamten Region an. Die alteingesessene Heddesdorfer genossen die lauen Abende im historischen Ortskern. An der Nohbersch Bank traf man sich, um die traditionelle Kirmes zu feiern.
FF
Mit kreativen Ideen und originellen Konzepten hat die Aktionsgemeinschaft die Heddesdorfer Pfingstkirmes in den letzten Jahren weiterentwickelt.
Der Rummel hatte für alle Generationen Spaß, Action und jede Menge Adrenalin zu bieten.
Mit dem traditionellen Fassanstich eröffnet der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling im Beisein von Moderator Sven Lefkowitz, Beigeordnetem Ralf Seemann, Kreisbeigeordnetem Michael Mahlert, MdL Lana Horstmann, MdB Martin Diedenhofen, MdB Erwin Rüddel und Bürgermeister Peter Jung die Heddesdorfer Pfingstkirmes. Fotos: FF
